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Liliputaner. Zwerge. Ewoks. Matt Damon. Was fällt aus der Reihe? Genau. Die Ewoks.
Wieso Matt Damon da reinpasst, fragen Sie sich? Downsizing erklärt es.

Handlung

Um den Auswirkungen der steigenden Erdbevölkerung entgegen zu wirken, entwickeln norwegische Wissenschaftler eine Methode organisches Material zu verkleinern. Der umgangssprachlich ‚Downsizing’ genannte Prozess hilft jedoch nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel: Durch eine Verkleinerung seiner Selbst, wird auch das eigene Vermögen größer. Gerade dieser Umstand macht es für Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) interessant, weswegen sie sich für den Eingriff entscheiden. Eine mehr als lebensverändernde Maßnahme… in vielerlei Hinsicht.

Kritik

© Paramount Pictures

© Paramount Pictures

Alexander Payne ist einer dieser Tausendsassa der Filmindustrie: Regie, Produktion, Script. Alles aus einer Hand. Und gerade die Regie Parts sind stets on point: About Schmidt, Sideways, Nebraska; alles unfassbare Filme. Downsizing reiht sich perfekt ein in eine Riege starker Filme. Interessante Story, überraschend starker Cast (Jason Sudeikis, Udo Kier und Christoph Waltz(!) in -Achtung- Nebenrollen), plausible Settings. Eine weibliche Hauptrolle, mit einer -für mich- Newcomerin besetzt, die alles richtig macht (Hong Chau heißt die Gute). Es könnte alles so perfekt sein. Leider zieht sich die Story an manchen Stellen sehr, weswegen man dem Film die 135 Minuten deutlich anmerkt. Jedoch: Solange das der einzige Kritikpunkt ist und bleibt, soll der unter ‚first world problem’ einsam stehen bleiben. Ach so. Die Ewoks. Naja: Die sind einfach ZU haarig.

Marcs Fazit

Downsizing ist ein charmanter Film. Es macht Spaß ihn zu schauen, er überrascht immer wieder mit dem starken Cast, er bietet Humor ohne -angesichts der Ernsthaftigkeit des Themas- klamaukig zu sein…und wenn die Länge nicht wäre: Ein perfekter Film. Man kann nicht motzen, wenn ein Film beim Schauen eine Diskussion lostritt und am Ende alle Diskussionsteilnehmer versöhnt. Warum er so unterging im Kinojahr: Man kann nur spekulieren.

Zimmys Fazit

Downsizing hat Potenzial ein richtig genialer Film zu sein, nur leider dieses ab der Mitte des Films verspielt. Der Film fängt sehr gut an, bietet eine gute Story und geniale Schauspieler und wendet sich gegen Ende leider in eine abflachende Stimmung. Auch ein Christoph Waltz hätte nicht zur Rettung kommen können. Die Geschichte mochte ich zwar sehr und bietet auch so viel Platz um mit der jetzigen Situation der Erde Parallelen oder ein „was wäre wenn“ ziehen zu können, so viel guter Platz für Interpretationsspielraum des Zuschauers wurde letztendlich verschwendet durch Entscheidungen, die fast schon lächerlich und plump daher kommen. Und wisst Ihr was? Es ärgert mich. Es ärgert mich, wie der Film aufgelöst wurde und in welche Richtung er sich bewegte. Ich bin völlig unvoreingenommen an Downsizing herangegangen, am Anfang fast schon eine Komödie, die dann in ein Drama verwandelt- nicht schlecht. Ernste Themen wie die anfangs gute Gesellschaftskritik über die ressourcenverschwendende Menschheit, die Unterschiede zwischen Arm und Reich und auch die Tragik der verlorenen Liebe wurden genial transportiert und als Zuschauer ist man voll mitgegangen und wollte mehr wissen. Downsizing bietet zudem auch viel Kritik an Politik, Medizin, Menschenschmuggel und auch Missgunst und Neid. Mehr darüber, wie sich alles entwickelt, oder wie man bevorstehende und auch bereits bestehende Katastrophen handhabt, erfährt man als Zuschauer nicht und wird auch ziemlich unbefriedigt zurückgelassen. Die vietnamesische Schauspielerin, die einen eigentlich interessanten Charakter spielt, wurde übrigens grauenhaft in Szene gesetzt und man ließ sie mit einem furchtbar dummen Akzent sprechen, sodass man ihren Charakter nicht ernst nehmen konnte. Ja, ich habe immer noch Wut im Bauch, wenn ich daran denke, wie man so eine geniale Thematik, die auch bis zur Hälfte des Films gut transportiert wurde, so auflösen und gegen die Wand fahren konnte. Guckt Downsizing trotzdem, denn Diskussionsstoff bietet er allemal. Downsizing geht nie ganz dahin, wo man denkt, dass es hinausläuft. Normalerweise ein echter Pluspunkt, nur leider verläuft sich der Film im Sand.

Vielen Dank an unseren Gastautor „Marc Friedrichs“ für diese Kritik.

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