15. Januar 2021

Demon Slave – Manga Review

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Takahiro, Autor von Manga- und Anime-Hit Akame ga KILL!, meldet sich mit einer neuen Geschichte zurück und wird dabei unterstützt von Zeichner Yohei Takemura. In Demon Slave (Originaltitel: Mato Seihei no Slave) geht es um eine alternative Realität, in der sich überall in Japan Tore zur Dämonenwelt geöffnet haben. Nicht nur hat das zur Folge, dass die gefährlichen Dämonen in unsere Welt eindringen können, um Unheil anzurichten, Menschen können sich auch dorthin verirren. Für Frauen ist das tatsächlich von Vorteil, denn die Dämonenwelt hält magische Pfirsiche bereit, die ihnen ganz individuelle Superkräfte verleihen. Auf Männer hat das Obst leider keine Wirkung, wodurch das Geschlechter-gebundene Machtgefüge im Land beinahe über Nacht kippt.

Sklave anstatt Nine-to-Five

Zu denen gehört auch Oberschüler Yuki, der kurz vor dem Abschluss steht und dem es bereits davor graut in einem langweiligen Bürojob bis zum Ende seiner Tage zu versauern, während Frauen mit ihren Kräften zu Heldinnen werden und Abenteuer erleben können. Doch eines Tages verschluckt ihn ein plötzlich erscheinendes Dämonentor und lässt ihn einsam und hilflos in der gefährlichen Unterwelt zurück. Angegriffen von einer ganzen Armee aus Monstern sieht er sein Leben bereits an sich vorbeiziehen, doch in letzter Sekunde taucht Kyoka auf und rettet ihn. Die hübsche Kyoka ist ein hochrangiges Mitglied der ausschließlich aus Frauen bestehenden Anti-Dämonenheit. Zusammen mit ihrem Gefolge verteidigt sie das Areal der Unterwelt, in dem Yuki gelandet ist. Dummerweise ist die Gegnerzahl selbst für ihre gewaltige, körperliche Stärke eine Nummer zu Hoch und sie ist gezwungen auf ihre Superkraft zurückzugreifen – eine Fähigkeit, die sie nur ungerne einsetzt und noch nie an einem Mann ausprobiert hat.

Kyoka kann Lebewesen nämlich versklaven, sodass sie sich ihrem Willen beugen müssen. Die Verbindung mit Dämonen aber ist zum Beispiel recht unstabil, wodurch Befehle nur verzögert beim Sklaven ankommen und das Kämpfen signifikant erschweren. Ihr Versuch Yuki allerdings zu unterwerfen geht voll auf – nicht nur reagiert der Oberschüler hervorragend auf ihre Kommandos, er mutiert dabei auch noch zu einer superstarken Bestie, denen selbst die größten Dämonen nichts entgegenzusetzen haben. Kyokas Superkraft hat allerdings ihren Preis: Ist die Gefahr gebannt, verselbstständigt sich ihr Körper und sie muss ihrem Sklaven eine seiner Leistung und seinen Erwartungen entsprechende Belohnung geben. Die Belohnung bei einem spätpubertierendem Mann, der eine junge, hübsche, kurvenreiche Frau in enger und knapper Uniform vor sich hat, ist äußerst offensichtlich – für das Besiegen der Armee und das Retten ihrer beider Leben wirft sie ihn zu Boden und schiebt ihm leidenschaftlich die Zunge in den Rachen.

Eine Chance auf den obersten Posten in ihrer Organisation witternd, bietet sie Yuki eine offizielle Position als ihr Sklave an und der Junge, an seine eintönigen, unbedeutenden Zukunftsaussichten in der Menschenwelt erinnernd, stimmt zu. Seine vorgestellte Heldenkarriere entpuppt sich aber schnell als falsche Fährte, denn außerhalb von Kämpfen wird er als Haushaltskraft in der Unterkunft von Kyokas Einheit missbraucht – putzen, kochen, Wäsche waschen. Die anderen Frauen und Mädchen aus der Einheit betrachten den Eindringling dabei mit gemischten Gefühlen – entweder wird er vehement und feindselig abgelehnt, neugierig beobachtet oder selbst von einer Elfjährigen von oben herab behandelt. Auch die Belohnungen von Meisterin Kyoka fallen nicht immer so verlockend aus wie zu Beginn – besiegt er nämlich nur eine Handvoll Gegner anstatt einer ganzen Armee, kann es auch mal nur ein Bonbon oder ein Kopftätscheln werden.

Ein erwachsener Harem-Manga

Demon Slave ist wohl der erwachsenste Harem-Manga, den ich je gelesen habe. Ich erinnere mich noch an deutlich unschuldigere Geschichten, wie Love Hina, wo auch ein glücklicher Kerl in eine komplett von haufenweise Mädchen bewohnte Unterkunft einzieht und sich alle nach und nach für ihn erwärmen – von peinlich-anstößigen Situationen begleitet natürlich. Genauso entwickelt sich auch die Geschichte von Demon Slave, mit dem Unterschied, dass die actiongeladenen und blutigen Kämpfe zwischendurch für willkommene Abwechslung und Spannung sorgen und die zwischengeschlechtlichen Beziehungen nicht geradezu nervig unschuldig bleiben, sondern teilweise richtig zur Sache gehen. So viel sei gesagt: Yuki kommt auf jeden Fall noch über den feuchten Zungenkuss hinaus und auch die anderen Frauen im Haus waren lang genug von Männern abgeschottet, um ein aufflammendes Interesse nicht unterdrücken zu können.

Optisch ist Demon Slave auf jeden Fall eine Wucht – die Zeichnungen sind wunderschön, auch wenn der Mangaka den Großteil seiner Zeit definitiv in die Frauen gesteckt hat und selbst beim Protagonisten dafür nicht selten auf die meisten Details verzichtet. Wer würde sich aber schon beschweren, wenn dem ästhetischen Geschlecht etwas mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird? Der Leser tut das zwangsläufig. Auch die Hintergründe sind sehr schön und mit Liebe zum Detail gezeichnet, gerade in größeren Panels. Der Manga beginnt mit zwei schicken farbigen Seiten und hält zwischen jedem Kapitel einen kurzen Steckbrief zu einem der Hauptcharaktere bereit.

Fazit

Demon Slave ist ein actiongeladener und auch ziemlich erotisch angehauchter Harem-Manga für die etwas älteren Leser. Den Beischlaf gab es als Belohnung zwar noch nicht, aber gemessen an der Intensität gewisser Szenen kann das nicht mehr lange auf sich warten lassen. Den beiden verantwortlichen Künstlern war es offenkundig ein Herzensanliegen jeden Zungenkuss auf so vielen Panels wie möglich auszukosten als wären sie selbst Yuki. Zugegeben, immer wenn diese Art von Elementen in den Vordergrund rücken, leidet die Qualität der Geschichte und im ersten Band gab es noch keine allzu große Entwicklung, doch die Spannung hat sich gut genug entwickelt, dass man nicht nur auf das nächste Rummachen wartet, sondern auch darauf, welche Superkräfte sich unter den Frauen noch entfalten, welche mächtigen Dämonen auftauchen oder was überhaupt die Ursache für die Weltentore und die Pfirsiche ist. KAZÉ veröffentlicht die Bände leider nur in 3-Monats-Abständen, da aber selbst in Japan erst vier Bände erschienen sind, ist das wohl eine solide Taktik. Weiter geht es mit Band 2 ab dem vierten März.

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