25. März 2019

Pokémon – Die Macht in Uns (Filmkritik)

By 0 108 Views

Der erste Pokémon-Film, in dem Ash nur Pikachu einsetzt, der erste ohne einen einzigen Reisebegleiter und dann auch noch der allererste Film der Reihe mit einem anderen Regisseur als Kunihiko Yuyama – ob das gut gehen kann?

Inhalt

Ash und Pikachu treffen pünktlich zum jährlichen Wind-Festival in Fula City ein. Der Legende nach erbaute man die Stadt auf unwirtlichem Boden mit Hilfe des legendären Pokémon Lugia, das den Menschen Wind spendete, wodurch zahlreiche Stromgeneratoren betrieben werden. Im Rahmen des Wind-Festivals huldigen die Bewohner Lugia und es heißt, dass die mythische Kreatur auftauchen würde, wenn das freundschaftliche Band zwischen Menschen und Pokémon unverändert stark geblieben ist. Während dem Festival kommt es allerdings zu Komplikationen, die nicht nur den Ablauf, sondern auch zahlreiche Leben gefährden.

„Die Macht in uns“ ist der 21. und aktuellste Pokémon-Film, der erst im Sommer vergangenen Jahres in Japan seinen Kinostart feierte. Wie im zweiten Pokémon-Film, den ich damals im Jahre 2000 selbst im Kino gesehen habe, ist das legendäre Pokémon Lugia der große Aufhänger des Streifens. Dabei spielt der gutherzige Wasservogel eine noch nebensächlichere Rolle als der nicht alternde und weiterhin erfolglose Protagonist Ash Ketchum, der in einem ganzen Kader aus Hauptfiguren annähernd untergeht. So erzählt der Film beispielsweise die Geschichte von der kleinen Bürgermeistertochter, die in den Bergen vom ebenfalls seltenen Pokémon Zeraora gerettet wird – mit Nummer 807 eines der zuletzt veröffentlichten Taschenmonster – und sich ihm verbunden fühlt. Ein sehr extrovertierter Onkel hingegen fühlt sich einzig seiner kleinen Nichte verbunden und spinnt für sie die wildesten Geschichten zusammen von glorreichen Heldentaten und unbegrenztem Fachwissen. Parallel dazu arbeitet ein junger aber schüchterner Forscher eifrig daran, die Essenz von Attacken herauszufiltern und anderweitig einsetzbar zu machen. Und natürlich ist auch Team Rocket wieder mit von der Partie und versucht im Trubel das große Geschäft zu machen…

KnockoutMag03

Der Look

„Die Macht in uns“ ist ein hochwertig produzierter Anime-Film, gemacht für die große Leinwand und für große (wie auch kleine) Pokémon-Fans. Die mir in solchen Zeichentrick-Produktionen immer sauer aufstoßenden 3D-Effekte halten sich in Grenzen und fügen sich gut in das gezeichnete Umfeld ein, das mit kräftigen Farben und flüssigen Animationen überzeugt. Die Stadt mit ihren zahlreichen Windrädern ist clever ausgedacht und sehr schön anzusehen und auch die unzähligen Menschen, die im Rahmen eines Festivals unvermeidlich sind, wurden liebevoll individuell gestaltet und verleihen der Umgebung eine wirklich glaubhafte Atmosphäre von Leben und Partystimmung. Kämpfe stehen dieses Mal eher im Hintergrund, doch die wenigen rasanten Szenen kriegen die flüssigen Bewegungen ausgezeichnet auf die Kette. Auf einen kurzen Pikachu-Vorfilm, wie man ihn aus zahlreichen vorangegangenen Pokémon-Filmen kennt, muss man dieses Mal leider verzichten. Immerhin hat man aber sogar den Outro-Song mit einer deutschen Künstlerin lokalisiert.

KnockoutMag04

Fazit

Die ersten drei Filme damals um die Jahrtausendwende herum sind in Stein gemeißelte Pfeiler meiner Kindheit, die ich jederzeit im selben Atemzug wie die üblichen Disney-Filme nennen würde. Ich weiß noch genau, wie ich beim Kinobesuch des ersten Films diese geniale alt-ägyptische Mew-Karte mit Hieroglyphen darauf bekommen habe und wie ich mit Ash und seinem Team mitfieberte, egal ob die Handlung sich um Metwu, Lugia oder Entei drehte. Für einen Riesen-Fan der Serie und der Spiele waren die Filme eine der wenigen Gelegenheiten, auch legendäre Pokémon in Action zu erleben. Was die Streifen noch so besonders gemacht hat, war schlichtweg auch das Ausmaß der Handlung – während die Serie meist nur belanglose Geschichten rundum das Orden-Sammeln behandelt, ging es in den Filmen buchstäblich um Leben und Tod und das Schicksal der ganzen Welt. Ganz so episch wird es in „Die Macht in uns“ zwar nicht – hier steht lediglich das Schicksal einer Stadt und ihrer Bewohner auf dem Spiel – dafür überzeugt die Handlung aber mit einer Vielzahl von sympathischen Charakteren, die auf eine Stufe mit Ash gestellt werden. Durch die vielen Parallelgeschichten, die zunehmend zusammenlaufen, kriegt der Film richtig Pepp und leidet zu keinem Zeitpunkt an Durststrecken, obgleich die tatsächliche Action sich in Grenzen hält. Wahrscheinlich führt auch das dazu, dass Ash in den gesamten 97 Minuten keinen seiner Pokébälle zur Hand nimmt, da er ausschließlich mit Pikachu kämpft und arbeitet – sicherlich auch ein äußerst ungewöhnlicher Umstand für die Serie.

„Die Macht in uns“ ist sehr gefühl- und liebevoll gemacht und unterhält selbst mich als sehr passionierten Fan oberhalb des inzwischen üblichen Altersdurchschnitts, der damals ab dem vierten Film traurig den qualitativen Fall beobachtete, nun aber offenbar wieder aufatmen kann.

„Pokémon: Die Macht in uns“ erscheint am 29.03.2019 auf Blu-ray und DVD bei polyband.

Wertung

8.2

Wertung

8.2/10
  Kritik
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere