12. November 2016

The Boy

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Dieses Jahr liefen im Kino einige Horrorfilme und daher konnte ich mir leider nicht jeden einzelnen ansehen. Trotzdem hole ich verpasste Kinofilme, vor allem aus dem Horrorgenre, Zuhause auf Blu-Ray nach und somit kam ich auch ein paar Monate später noch in den Genuss von William Brent Bells (The Devil Inside, Stay Alive) The Boy und fühle mich verpflichtet Euch von diesem Film zu berichten.

Die Geschichte des Films ist wie so häufig nicht bahnbrechend und hat es in ähnlicher Form bereits mehrfach gegeben. Greta, gespielt von Lauren Cohan (The Walking Dead – Maggie) trennt sich von ihrem gewalttätigen Lebenspartner und bewirbt sich daraufhin auf eine langfristige Stelle als Kindermädchen bei dem Ehepaar Heelshire (Jim Norton und Diana Hardcastle). Diese stellen sie daraufhin ihrem mysteriösen Sohn Brahms vor, welcher kein Mensch, sondern eine Jungenpuppe ist, die dem Paar über den Tod ihres eigentlichen Sohnes hinweghelfen soll. Die Eltern von Brahms zeigen Greta das Haus, in dem sie die nächsten Wochen wohnen wird und händigen ihr eine Liste mit Regeln aus, denen sie unbedingt Folge leisten soll. Und obendrein lernt sie natürlich durch Zufall direkt am Anfang den gutaussehenden Lebensmittellieferanten Malcom (Rupert Evans) kennen… den Rest könnt Ihr Euch sicherlich schon denken.

Findet Ihr Puppen auch so gruselig? Ich habe schon immer diese Porzellanpuppen gehasst, die meistens bei älteren Leuten in der kompletten Wohnung standen und kann bis heute nicht verstehen, wie man so etwas schön und nicht total gruselig finden kann. Vor allem in Horrorfilmen werden immer wieder Puppen eingesetzt, da sie ähnlich wie Clowns oder Zombies einer sehr großen Zielgruppe allein beim Anblick bereits Angst einjagen können.

Unbenannt

Billy (Saw), Chucky (Chucky die Mörderpuppe), Annabelle (Conjuring)

Brahms sieht zwar nicht so gruselig aus wie seine Vorgänger auf den Bildern, aber durch die mysteriösen Dinge, die durch seine Anwesenheit geschehen, wenn Greta die ihr aufgestellten Regeln nicht einhält, bekommt man den Film über eine düstere Stimmung und auch mehrere Jumpscares geboten. Und da Greta die Puppe und die ihr mitgeteilten Regeln kaum einhält, da sie die Situation nicht ernstnehmen kann, passiert dies einige Male im Film. Leider merkt man bei The Boy an mehreren Stellen, dass sie den Film mit einem Jumpscare in einer längeren,  ruhigen Passage zwanghaft wieder spannender machen wollten. Da hätte ich mir etwas mehr vom intelligenten Geisterhorror gewünscht, denn den hatten sie bis auf ein paar Ausnahmen echt gut drauf. Man darf sich nicht vom typischen Herrenhaus mit der einsamen, hilflosen Frau blenden lassen, denn The Boy schafft es trotzdem etwas Eigenes und vor allem ziemlich Gruseliges zu sein, obwohl der Film eine FSK 12 Freigabe erhalten hat. Das war übrigens auch der Grund, weshalb ich mich im Kino gegen The Boy entschieden hatte… im Nachhinein ärgert mich das sogar ein wenig. Auch Lauren Cohan verkörpert die Rolle der Greta sehr authentisch und wirklich gut. Es freut mich sehr, dass sie auch abseits von The Walking Dead nun diese Rolle gespielt hat und kein reiner Serienstar bleiben möchte. Rupert Evans als Malcom könnte auch durch einen anderen Schauspieler ersetzt werden, ohne dass man es großartig merken würde. Dies ist aber zu verschmerzen, denn trotz seiner relativ langen Zeit vor der Kamera geht es ja schließlich um Greta und vor allem um die merkwürdige Puppe Brahms. Und Brahms hat es wirklich in sich… . Die Auflösung und das Ende des Films kam bei einigen Leuten und Kritikern anscheinend nicht gut an, ich wiederum fand es sogar ziemlich cool und ein wirklich gelungenes Ende für den Film.

Fazit

The Boy ist kein Meilenstein der Horrorfilmindustrie, aber er konnte mich trotzdem wunderbar unterhalten und an einigen Stellen auch erschrecken. Es sind zwar mehrere Jumpscares im Film vorhanden, die aber meines Erachtens durch die gute schauspielerische Leistung von Lauren Cohan und Brahms wieder ausgeglichen wurden. Kann man von einer Puppe überhaupt behaupten, sie hätte eine tolle schauspielerische Leistung? Naja, sie wirkte auf jeden Fall durch ihre Anwesenheit und das Herumspuken im Haus wirklich bereichernd für den Film. The Boy hatte eine annehmbare Story, eine gute schauspielerische Leistung und ein gruseliges Herrenhaus… und das reicht für mich aus um einen soliden Horrorfilm zu zaubern, was William Brent Bells definitiv geschafft hat.

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