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11. November 2019

Rainer plaudert: Alles begann mit einem Affen!

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Als Gamer wanderten im Laufe der Jahre teilweise unzählige Games durch die Modulschächte respektive CD / DVD-Laufwerke meiner Konsolen, selbige wurden gesammelt oder auch wieder verkauft, am Frühstückstisch in Fachmagazinen geschmökert und seinem Hobby einfach die Zeit geschenkt, wie man sie dafür aufbringen konnte.

Aber was kommt eigentlich dabei raus, wenn ich die letzten knapp vier Jahrzehnte Revue passieren lasse und mich an die Meilensteine meiner Gaming Historie erinnere? Oder zumindest den Versuch starte, Vergangenes mir wieder vor Augen zu führen und chronologisch zu ordnen? Bekomme ich das überhaupt noch alles zusammen? Ein kleiner Selbstversuch und die Reise in leicht angestaubte Sphären, jedoch in seiner Form stark komprimiert und auf Eckdaten gestützt, sonst sprengt das hier den Rahmen. Also schnallen wir uns an und legen los!

Es war einmal… Die 80er!

Man sagt ja gerne „What a great time to be alive! “. Und dazu muss ich als Kind der 80er eben jenes Jahrzehnt unbedingt beleuchten. Nicht nur weil es für mich den ersten Berührungspunkt mit Videospielen darstellte, sondern weil eben gerade in dieser Zeit eine kleine technische Revolution stattfand. Meine erste bewusste Erinnerung in dieser Epoche war eine Spielkonsole, welche Controller mit Telefon-ähnlichen Tastenfeldern besaß. Später würde ich herausfinden, dass es sich dabei um das ColecoVision handelte. Allerdings hatte die Hardware einen Defekt, die Konsole konnte nicht einwandfrei bespielt werden und so begab es sich, dass mein Vater um das Jahr 1985 – 86 eine Atari VCS 2600 Konsole nach Hause brachte und ich den Einstieg in die Welt der Videogames fand. Mit Titeln wie Donkey Kong, DigDug, Sea Quest, Frost Bite, Jungle Hunt, Phoenix, Pitfall! sowie weiteren Spielen begann meine Faszination, ein paar Pixel per klobigem Eingabegerät über den heimischen Bildschirm zu jagen. Nebenbei bekam ich aber auch das ein oder andere Spielbare in die Finger, was nicht am heimischen Fernseher angeschlossen werden konnte. So erinnere ich mich an ein recht wuchtiges und Wohnzimmertisch-füllendes “Schiffe versenken” samt Trefferzähler im typischen 80er Stil mit roten Ziffern. Auch ein Handheld Space Invaders verirrte sich in mein Kinderzimmer und wurde mit Interesse bespielt.

Danach folgte gegen 1987 – 88 das Nintendo Entertainment System (NES). Der audiovisuelle Sprung im Vergleich zum Atari VCS 2600 war gewaltig und mit Marble Madness, Kickle Cubickle, Super Mario Bros. (später auch Teil 2 und 3), The Legend of Zelda sowie dem Nachfolger The Adentures of Link war es endgültig um mich geschehen: Meine favorisierte Freizeitbeschäftigung war gefunden und ja, im Alter von knapp neun Jahren hatte man noch reichlich Freizeit. Und nicht selten saß ich eben länger als mit meinen Eltern vereinbart vor der Daddelkiste. Gerade weil viele Titel noch keine Speicher- oder Passwortfunktion besaßen und somit auf einen Rutsch durchgespielt werden mussten. Knapp vor den 90ern kam noch ein Game Boy ins Haus und so ergab es sich auch zu meiner Zeit, dass auf dem Schulhof neben den Sammelbildchen der gängigen Panini Alben auch fleißig kleine graue Module getauscht und noch vor Ort angetestet wurden. Auch ich war kurzzeitig im Tetris-Fieber, zumindest so lange bis, bis ich im Spielmodus B das Level 9 in Höhe 5 geknackt habe. Auch Super Mario Land musste sich meiner Erkundungslust beugen, jedoch waren dies neben Solar Striker tatsächlich die beiden einzigen Titel, welche ich mit meiner erlebten Game Boy Zeit verknüpfe. Vermutlich gab es da noch ein oder anderen Titel, welchen ich gespielt habe, allerdings nichts was sich prägend in meiner Erinnerung verewigt hätte.

Groschengräber, Exoten und 3-D: Willkommen in den 90er

Die 90er waren für mich in Sachen Videospiele ein geballtes Jahrzehnt: Das Super Nintendo Entertainment System (SNES) holte mich anfangs mit seinen Launchtiteln Super Mario World, F-Zero, der Donkey Kong Country Reihe, Sim City, Starfox, Mortal Kombat, und weiteren Perlen soweit ab, dass sie zu meinen All-Time Favorit Konsolen zählt. Nachdem ich fast ausschließlich auf der Nintendo Plattform unterwegs war, schaute ich mich im Sega Lager um und legte mir ein Sega Mega Drive zu: Sonic, Soleil, Story of Thor, Comix Zone… ich muss Euch nichts erzählen was Ihr nicht schon selbst kennt. Auch auf dem Mega Drive gab es viele Must-Have Titel, welche die Anschaffung der Konsole rechtfertigten. In dieser Zeit entwickelte ich allerdings auch den Hang, mich in der Exoten Ecke umzuschauen. Und es war beispielsweise das Goldstar 3D0, welches mit 799,-DM ein ordentliches Loch in meine Spardose brannte.

Die Titel The Need for Speed, Road Rash (Konsole per Chinchkabel an die Anlage angeschlossen und den Soundtrack auf Kassette aufgenommen), Kasumi Ninja, Theme Park, Starfighter und eine Handvoll abgedrehter Games berechtigten den Kaufpreis vollends, zumindest damals in meinen Augen. Und als wäre dies nicht genug, spendierte ich meinem Sega Mega Drive den 32X Aufsatz, welcher im Nachhinein betrachtet eine fragwürdige Investition war, gerade im Hinblick auf die beinahe zeitgleiche Veröffentlichung des Sega Saturn und der PlayStation. Im Sommerurlaub 1995 befanden wir uns in Griechenland, dort gab es einige kleinere Spielhallen. Zu dieser Zeit stand dort gleich im Eingang sowohl ein Daytona USA Automat von Sega als auch Ace Driver von Namco. Letzterer erfuhr leider nie eine Umsetzung für Heimkonsolen, Daytona USA war einer der Launchtitel für den Sega Saturn. Technisch war ich vom Arcade Automaten gänzlich begeistert, auf dem Sega Saturn, welchen ich mir bei meiner Heimkehr zulegte, waren dann aber deutliche Einbuße zu sehen: Grafisch generell recht ruckelig und mit einer hakeligen (Digital-)Steuerung war dies dann doch eine recht abgespeckte Heimversion. Im Gegensatz dazu stand ich mit offenem Mund vor dem PlayStation Launchtitel Ridge Racer, welcher mich mit butterweicher Grafik und genialem Soundtrack fesselte. Im Anschluss daran blieb ich der PlayStation samt deren nächsten Generation treu und fuhr erst später mit der Xbox in sämtlichen Ausführungen zweigleisig. Und natürlich hatte mich Nintendo im Jahre 1996 mit der Veröffentlichung ihrer N64 Konsole wieder: Super Mario 64 war ein Meilenstein in der Geschichte des schnurrbärtigen Klempners, der Titel Mario Kart 64 gilt unter den auch noch heute als der beste Ableger der Serie. Und hat nebenbei einige Freundschaften auf dem Gewissen, Ihr wisst Bescheid. Neben Zelda – Ocarina of Time landeten auch Wave Race, Goldeneye sowie Duke Nukem 64 regelmäßig im Modulschacht.

Das Ende der 90er markierte für mich ein kleines Highlight: Sega veröffentlichte 1999 mit der Sega Dreamcast seine letzte Heimkonsole und bot einige durchaus innovative Features wie interaktive Memory Cards oder ein eingebautes Modem. Gerade für die Dreamcast hätte ich mir noch gerne die ein oder andere 1:1 Umsetzung diverser Arcade Automaten gewünscht, allen voran das technisch absolut grandiose Scud Race. Es wurde zwar auch schon mit einer Portierung für die Dreamcast begonnen, das viel zu frühe Ende der Konsole verwehrte uns aber diesen und vermutlich noch viele weitere großartige Titel auf dieser Plattform und eben jene Umsetzung von Scud Race fand seinen ewigen Frieden. Immerhin wird die Dreamcast auch noch heute in regelmäßigen Abständen mit Spielen aus der Indie-Szene versorgt. Nur allzu gerne erinnere ich mich daran, wie ich auf der Dreamcast Titel wie Shenmue, Crazy Taxi, Power Stone und Resident Evil: Code Veronica mit Begeisterung gespielt habe. Technisch war die Dreamcast wirklich auf der Höhe ihrer Zeit. Aber wie bei einigen Konsolen von SEGA, stellte sich die Vermarktung als teilweise etwas unglücklich dar.

Die Neuzeit und der allmählich gedämpfte „Aha“-Effekt

Was dann ab dem Jahr 2002 folgte, lässt sich ziemlich schnell mit nur vier Buchstaben aufzählen: Xbox.

Mit Microsofts Einstieg in das Konsolengeschäft und dem Launchtitel Halo: Combat Evolved war für mich eine sehr lange Zeit keine andere Konsole mehr interessant. Mit der Xbox wurde auch mein Interesse an Rennspielen weiter gestärkt. So waren Forza Motorsport, Need for Speed: Underground 2, OutRun, Burnout, Project Gotham Racing und DTM Race Driver maßgeblich daran beteiligt, mich lange Zeit ausschließlich nur mit diesem Genre zu befassen. Doch natürlich hatte die Xbox abseits dessen noch viel mehr zu bieten: Halo 2, Dead or Alive 3, The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, Voodoo Vince, Faible, Top Spin, Oddworld… Ich könnte die Liste noch bequem weiterführen, ohne dass mir der Stoff ausgehen würde. Viele richtig gute Exklusivtitel tummelten sich auf Microsoft wuchtiger schwarzen Kiste. Deren Nachfolger, die Xbox 360, führte viele etablierte Serien weiter und spendierte mir als großer Fan des Automaten eine lupenreine 1:1 Umsetzung des Arcade Klassikers Daytona USA. Außerdem wurde mit der Gears of War Reihe eine Marke eingeführt, welche für mich persönlich plattformübergreifend zu meinen Lieblingstiteln gehört. Neben der Xbox schaute ich mich hier und da natürlich auch bei den anderen Konsolen um. So habe ich kurzzeitig von Nintendo einen Gamecube und eine Wii besessen, allerdings kam ich zeitlich nicht mehr wirklich dazu, mich eingehend mit diesen Konsolen zu beschäftigen.

Allgemein betrachtet habe ich das Thema Videogames ein klein wenig zurückgestellt. Abseits von privaten Verpflichtungen kam ich mit dem Spielen von aktuellen Titeln einfach nicht mehr hinterher. Auch hatte sich die Videospielkultur dahingehend verändert, dass diverse Titel mit unzähligen Fortsetzungen quasi in Dauerschleife als Cash-Cow dienten, Mikrotransaktionen eingeführt wurden und sich Konzepte wie Pay to Win am Markt etablieren wollten. Gleichzeitig waren auch das Flair und die Begeisterung, welche ich bei den Spielen aus vergangenen Tagen verspürte, nicht mehr wirklich gegeben. Die ganzen Call of Dutys, Battlefields und neueren Need for Speeds dieser Welt holten mich einfach nicht mehr ab. Gut, das ist ein subjektiver Aspekt und reine Geschmackssache. Aber natürlich gab es auch Titel in der von mir bezeichneten Neuzeit, welche mich begeisterten. Allen voran fällt mir die großartige Uncharted Reihe ein. Extra wegen Drake’s Abenteuer und dem unglaublich tollen Endzeit-Thriller The Last of Us hatte ich mir eine PlayStation 4 zugelegt. Ein weiteres Highlight war die mich die eine dreiwöchige Leihgabe eines Xbox One Testpaketes zum Launch seitens Microsofts. Über meine Eindrücke und im direkten Vergleich zur Xbox 360 durfte ich ein ausführliches Review verfassen, welches dann auf der Microsoft Webseite veröffentlicht wurde. Die Xbox One ist bislang auch wieder die einzige Konsole, welche in meinem Haushalt steht.

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Und wie geht es weiter?

Es gibt jedoch einiges was ich mittlerweile nachholen möchte. Da wäre z.B. der letzte erschienene Teil der God of War Reihe, Death Stranding und The Last of Us Part II, allesamt auf der PlayStation 4. Auch das “neue” Super Mario Odyssee oder Zelda: Breath of the Wild und The Legend of Zelda: Link’s Awakening für die Nintendo Switch reizen mich schon sehr. Die Nintendo Switch würde für mich auch ein doppeltes Highlight bedeuten: Zum einen wäre sie nach dem Nintendo 64 wieder eine von mir tatsächlich gewollte Nintendo Konsole (den Gamecube sowie die Wii habe ich wie oben erwähnt nur kurz angetestet), zum anderen neben meinem Game Boy Pocket auch der alleinige Handheld in meinem Haushalt. Auf die kommenden hochgezüchteten Nachfolger zur Xbox One (X) und PlayStation 4 (Pro) bin ich ebenfalls gespannt, allerdings werde ich dies erstmal aus sichererer Entfernung betrachten. Letztlich haben sich am Markt drei große Namen etabliert, welche alle für sich Vorzüge bieten und das Spielerherz zufriedenstellen können. Da ich mir nicht vorstellen kann, über Sim City oder eine Runde Solitär hinaus künftig am PC zu spielen, werde ich nach wie vor im Konsolen Lager verweilen.

Lange geplant, und nie begonnen: Ein eigener Arcade Automat im Bartop Format. Ich weiß nicht wie lange mir das Vorhaben im Kopf herum schwirrt, aber immer wieder habe ich das Projekt geparkt und 2020 möchte ich es endlich angehen und fertigstellen. Über den Fortschritt bzw. Bau dieses Automaten werde ich an dieser Stelle natürlich ausführlich berichten. Es finden immer wieder diverse Retro Veranstaltungen in der Umgebung statt und das bespielbare Arcade Museum For Amusement Only in Seligenstadt habe ich auch noch nicht besucht. Es gibt also noch einiges zu tun. Und dabei hat alles mit einem Affen angefangen. Spieler werde ich vermutlich immer einer sein. Ich freue mich drauf!

Vielen Dank an unseren Gastautor Rainer Schmidt für diesen Blog-Artikel!

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