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September 2, 2018

PES 2019

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Auch in diesem Jahr wird es erneut die altbekannten zwei Fußballsimulationen geben. Während die eine bisher mit dem besseren Gameplay punktete, legte die zweite gerne die Lizenz-Eier auf den Tisch. Als erstes geht wieder einmal Konamis PES 2019 an den Start, wie sich das Spiel seit dem 2018er-Release verbessert oder verschlechtert hat, erfahrt ihr in unserem Test.

PES zählt weiterhin auf Realismus

PES 2019 fühlt sich unheimlich gut und realistisch an – dieses Spiel möchte den Fußball möglichst authentisch präsentieren und das schafft es auch in diesem Jahr ein weiteres Mal. Sogar im einfachsten Schwierigkeitsmodus müssen Pässe gut platziert werden um letztlich beim Mitspieler ankommen zu können, beim Torschuss sollte die Schusskraft so reguliert werden um am Ende nicht die Zuschauertribüne oder die Latte zu treffen und in Standardsituationen wird ein wenig Übung und Einstudieren des jeweiligen Spielers und dessen Schussstärke und Genauigkeit erfordert.

Der FC Schalke 04 gegen Paris Saint-Germain. Ein Match auf Augenhöhe?

Der Realismus verstärkt sich weiter darin, dass das Gameplay von PES 2019 noch etwas langsamer und anspruchsvoller geworden ist, als im Vorjahr. Bei Ballannahmen und -abnahmen wird eure Aufmerksamkeit erwünscht. Euer Spieler besitzt nicht die Möglichkeit den Ball auf den Fuß gespielt zu bekommen und direkt mit diesem los zu sprinten oder aber nach einer Grätsche zum Ball schleunigst wieder aufstehen zu können um im Anschluss mit gleicher Geschwindigkeit und ohne auch nur eine Sekunde zu verlieren, weiter zum Tor zu laufen und auf diesem Wege sämtliche Gegenspieler der Abwehr auszutricksen. Topspieler und auch jüngere Talente benötigen allesamt Zeit um den nächsten Schritt anzugehen. Zeit in welcher euer Gegenspieler schnell reagieren und euch den Ball direkt abnehmen könnte.

Fußball ist ein Sport, der einiges an Kondition und Power des Spielers beansprucht. Diese neigt sich nach langer Zeit auf dem Platz und ständigem Sprinten selbstverständlich dem Ende zu. PES 2019 verdeutlicht dies, indem eure Spieler langsamer werden und an Schusskraft verlieren. Hier hilft nur eine Auswechslung. Etwas, das Konami sich in diesem Jahr von FIFA abgeschaut hat, ist die Funktion der schnellen Auswechslung. Diese kann in den vorhergesehenen Momenten nun auch aus dem Spiel heraus geschehen, ohne dass ihr extra das Pausen-Menü aufrufen müsst.

Viel Abwechslung auf dem Platz

PES 2019 bietet euch sowohl offline, als auch online einiges an Fußball-Content. So könnt ihr Freundschaftsspiele und die Zufallsauswahl, einen besonders spaßigen 3 vs. 3-Koop-Modus oder einzelne Spiele spielen. Falls ihr noch etwas üben möchtet, steht euch wiederum das Training bereit. Als Trainer-Karriere vergnügt ihr euch mit der Meister-Liga und taucht als einzelner Spieler wiederum in den Werde zur Legende-Modus ein. Des Weiteren können mit mehreren Benutzern sogar die Spielmodi Liga und Pokal bestritten werden, in dem ihr mit einem oder mehreren Teams versucht an die Spitze der Fußballwelt zu gelangen und euch anschließend gebührend feiern zu lassen.

Wer nach einer größeren Herausforderung sucht, kann in myClub seine eigene Mannschaft auf die Beine stellen und gegen den Computer oder online Matches bestreiten und Aufgaben bestehen. In Online-Divisionen spielt ihr eine Serie von 10 Saisons, könnt aber natürlich auch ein Freundschafts- oder schnelles Spiel starten. Die Server liefen während unserer Testzeit auf der PlayStation 4 einwandfrei und ließen uns allesamt nicht lange bis zu einem Match warten.

Faszinierende Optik

Der Kampf um den Ball kommt in PES 2019 auch optisch gut zur Geltung.

Optisch hat sich zwar nicht sonderlich viel zum Vorgängerjahr verändert, jedoch wurde für PES 2019 noch etwas mehr an den Lichteinfällen, dem Rasen und den Spielern gearbeitet. Besonders die lizenzierten Fußballer und Stadien sehen absolut beeindruckend und realistisch aus. Spätestens in der zweiten Halbzeit fängt euer Team an zu schwitzen und eure Spieler verzerren nach einem Foul schmerzerfüllt ihr Gesicht, während die ausführende Person mit dem Schiedsrichter diskutiert und durch dessen Mimik und Gestik offensichtlich ist, dass er versucht sich zu verteidigen und seine Blutgrätsche wohl niemals Absicht gewesen wäre. Einzig und allein die Zuschauer im Publikum könnten weiteren Feinschliff vertragen. Zusammenfassend sei aber gesagt, dass die Grafik von PES 2019 definitiv in der 1. Bundesliga mitspielen könnte und bei den verschiedenen Sichtperspektiven für jeden von euch die perfekte Auswahl am Start sein wird.

Ein großes Manko bleibt weiterhin die Optik und der Aufbau des Menüs. Zwar wurde dieses im Vergleich zu PES 2018 erneuert und an einigen Stellen sogar verbessert, jedoch ist hier noch sehr viel Luft nach oben vorhanden. Sogar ein schlecht aufgebautes Menü, und das von PES ist wirklich noch nie schön gewesen, kann heutzutage bereits einige Spieler vom Kauf abhalten, weshalb hier unbedingt weitere Verbesserungen nötig sind.

Atmosphärischer Spielsound

Nicht nur die Grafik stimmt, sondern auch der Sound trägt in PES 2019 zu einem noch intensiveren Fußballgefühl bei. Fans jubeln und pfeifen, die Bewegungen und das Laufen der Spieler klingt authentisch und die Kommentatoren erzählen über das aktuelle Spielgeschehen. Zwar könnten die beiden kommentierenden Herren ein paar mehr Sprachsamples vertragen, ihren Job beherrschen sie abseits davon sehr solide. Aktuell gibt es noch Probleme bezüglich der Lautstärke zwischen den Kommentatoren und eigentlichem Spielsound – dies wird sicherlich demnächst mit einem Patch behoben. Der Soundtrack des Spiels ist stimmig und nicht störend, allerdings hätte das klassische Geplänkel zwischen den Spielen und in den Einstellungen entfallen können. Dies war bereits nach wenigen Minuten unendlich nervig, kann aber natürlich abgeschaltet werden. Hier könnt ihr den Soundtrack hören.

Die unendliche Geschichte: Das Lizenzproblem

Ronaldos Torjubel ähnelt in PES 2019 eher einem Toilettengang, dies ist allerdings die einzige Ausnahme.

Leider bleibt das Lizenz-Thema auch mit PES 2019 weiterhin bestehen und wirkt sich für Fans deutscher Fußballteams noch ein Stückchen deutlicher aus. Im letzten Jahr konnten wir mit Dortmund, Schalke und Leipzig spielen. Dieses Jahr fallen Dortmund und Leipzig weg, dafür erhält Leverkusen von Anfang an den Einzug. Insgesamt sind also einzig und allein zwei Bundesliga-Teams am Start – das lässt das Herz einiger Fans sicherlich ein wenig bluten. Bei vielen Teams wird das Lizenz-Problem mit Fantasie-Teamnamen und inoffiziellen Trikots gelöst, sodass wenigstens die jeweiligen Spieler der Teams enthalten bleiben. Die erfolgreichsten Nationalmannschaften sind glücklicherweise mit Lizenzen und offiziellen Trikots vorhanden. Weitere Teams verschiedener Länder besitzen inoffizielle Trikots. Bei Brasilien besteht aktuell das Problem, dass die Mannschaft zwar mit den originalen Trikots ausgestattet ist und nur noch die echten Spieler fehlen. Konami arbeitet derzeit daran, diese schnellstmöglich mit einem Data Pack nachzureichen. Zudem ist es sehr schade, dass die Lizenzen für die Champions – und Europa League an den Konkurrenten verloren worden.

Hervorgehoben sei allerdings, dass Konami sich mit den Mannschaften und Stadien, für welche sie die Lizenzen besitzen, sehr viel Mühe in der Umsetzung gibt. Die Spieler sind hervorragend inklusive Tattoos und weiteren optischen Eigenschaften gecaptured worden, sowie mit bekannten Torjubeln versehen. Eine Liste mit allen Lizenzen findet ihr hier. Wie im letzten Jahr werden auch weiterhin Lizenz-Updates zu verschiedenen Teams in Form von kostenlos herunterladbaren Data Packs nachgereicht.

Lisas Fazit

Ich bin mit dem Gameplay, der Atmosphäre und den Spielmodi von PES 2019 absolut zufrieden und rundum glücklich. Das virtuelle Fußball spielen bereitet mir in diesem Jahr wieder extrem viel Spaß und das noch realistischere und langsamere Gameplay weiß zu überzeugen. Mit den Lizenzen möchte ich, wie von mir gewohnt, nicht allzu hart ins Gericht gehen. Natürlich hat FIFA hier einen extrem hohen Vorsprung und Konami kaum noch Möglichkeiten mithalten zu können. Am Ende sei hierzu nur erwähnt, dass PES 2019 sich mit erfundenen Namen der Mannschaften und inoffiziellen Trikots so sehr hilft, wie nur irgendwie möglich und all dies mit dem deutlich besseren Gameplay (im Vergleich zu FIFA 18) verpackt. Zuzüglich sind im myClub-Modus Fußball-Legenden, wie David Beckham, Michael Owen, Oliver Kahn und auch Lothar Matthäus spielbar – so etwas finde ich persönlich immer sehr cool. Wer auf sein Lieblingsteam nicht verzichten kann oder es gerne arcadig mag, sollte zu FIFA 19 greifen. Wem realistisches Fußball-Gameplay gefällt und nicht zwanghaft mit allen offiziellen Teams spielen möchte, sollte PES 2019 spielen.

Ob nun allerdings PES 2019 oder FIFA 19 die Nase vorn hat, möchte und kann ich an dieser Stelle noch nicht mitteilen. Ich werde im Random Backup-Podcast nach dem Release von FIFA 19 und nachdem ich auch diesen Titel ausgiebig gespielt habe, ein abschließendes Urteil fällen. Stay tuned.

Zimmys Fazit

Auweia, was ist nur mit den Lizenzen los? Nach der zehnjährigen Partnerschaft verlor Konami die UEFA Champions League Lizenz. Wenn es um Fußballvideospiele geht, dann gibt es auf dem Markt nur zwei ganz klare Anführer: Pro Evolution Soccer und FIFA. Wie auch immer man es betrachtet, PES hat einen seiner größten Vorteile gegenüber der FIFA verloren. Wollen wir hoffen, dass nächstes Jahr ordentlich eine Pro Evo Schippe draufgelegt wird, denn geht es um das Gameplay, dann hat PES die Nase vorne. Aber schauen wir mal, wie es dieses Jahr mit PES 2019 aussieht.

PES 2019 beeindruckte mich von seiner deutlich besseren Optik, als die von letztem Jahr. Ausgezeichnete Physik und verbesserte Kollisionserkennung, sind hier Hauptmerkmale zum direkten Vorgänger. Die FoxEngine leistet gute Arbeit, denn diese bietet uns realistische Licht- und Wettereffekte und detaillierteres Gras. Klingt etwas lächerlich letzteres anzumerken, aber es ist nun mal ein Fußballspiel. Die Fußballstars, die mit Konami zusammenarbeiten wurden perfekt in Szene gesetzt, dies hat man auch Bodyscans zu verdanken. Auch die Dribblings wurden verbessert, denn ich erinnere mich daran, dass ich im Vorgänger immer versucht habe den Ball schnell nach vorne zu dreschen und dann zum Abschluss zu kommen. Solche kleinen Nuancen machen so viel aus und bringen das Gameplay noch realistischer in Szene. Kurz: Es fühlt sich einfach echt und gut an, ohne eine Steuerung komplett zu überladen. Die breite Auswahl der Stadien, 75 an der Zahl (50 davon lizensiert), sind toll in Szene gesetzt und das Mittendringefühl ist als Spieler vorhanden.

Nun die andere Seite der Medaille. Es tut mir jetzt schon fest leid, dass ich ein paar Dinge mehr anmerken muss, als all die Jahre zuvor. Meine Devise lautete immer: „Wollt Ihr die Champions League und das bessere Gameplay, dann greift zu PES. Wollt Ihr Eure Bundesligavereine und Lizenzen, dann greift zum Konkurrenzprodukt.“. Auch wenn PES 2019 ein geniales Gameplay verzeichnet, muss es sich dieses Jahr Kritik und ein paar Abstriche gefallen lassen. Die Hintergrundmusik im Legenden-Modus ist ein sowas von furchtbares Operettengejaule, sodass ich diese schnell muten musste, auch die restliche Menümusik hört sich sehr nach Fahrstuhl an. Ziemlich schnell merkt man, dass PES 2019 einen deutlich japanischen Touch der Spielentwicklung hat. Das fängt mit den asynchronen Lippenbewegungen der singenden Nationalmannschaften an und hört bei den schnöden und unübersichtlichen Menüs auf. Die Menüs an sich hätte man auch etwas schicker und dynamischer gestalten können, denn die Fenster sehen allesamt etwas nach Windows 98 aus. Jedes Jahr das gleiche Leid, warum hört man da nicht auf die Fans? Auch dieses Jahr kommentieren wieder Marco Hagemann und Hansi Küpper für uns die Spiele, kann man mögen oder nicht, zur Not einfach die Kommentatoren ausschalten.

Kurz gesagt: PES 2019 glänzt leider nicht so wie in den vorangegangenen Titeln des Franchises. Die Geschichte mit den Lizenzen ist extrem ärgerlich, trotzdem hat PES 2019 eine geniale Ballkontrolle, eine realistische KI und Kollisionserkennung, sowie einen tollen visuellen und allgemeinen Spaßfaktor. Wenn Ihr dennoch ein anspruchsvolleres Spielerlebnis und Spieltiefe mit ausgefuchster KI sucht und Abstriche in Sachen Lizenzen verschmerzen könnt, dann ist Pro Evolution Soccer weiterhin Euer Spiel. In Punkto Gameplay und Spaßfaktor hat PES 2019 nach wie vor die Nase vorn.

Wertung

8.3

Lisas Fazit

8.5/10

Zimmys Fazit

8.0/10

Pro

  • Tolles Spielgefühl
  • Realistische Ballphysik
  • Abwechslungsreiche Spielmodi
  • Koop-Spaß
  • Viele taktische Möglichkeiten

Contra

  • Kaum deutsche Teams
  • Schlechte Menüführung
  • Eintönige Kommentatoren-Samples

Steht auf Videospiele und Filme. Hört außerdem am liebsten Punkrock und beherrscht während sie Handheld spielt den Moonwalk. Ihren Schulabschluss hat sie in Hogwarts im Haus Gryffindor erworben. Wäre es möglich, würde sie eine Pizza heiraten.

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