21. September 2019

Gears 5 im Test

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Mit Gears 5 ist eine weitere Fortsetzung des erfolgreichen und prägenden Deckungsshooter aus dem Hause The Coalition, welche mit Gears of War 4 vor drei Jahren erstmalig einen Teil der Reihe entwickelten und von eingefleischten Gears-Fans nach Release ordentlich Kritik erhaschten, erschienen. Ich habe Gears 5 gespielt und teile euch in meinem Test mit, wie mir die Reise gefallen hat und ob sich der Kauf des Spiels lohnt.

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass ich bis vor kurzem noch mit keinem Gears of War in Kontakt gekommen bin und zeitgleich zum Release von Gears 5 sogar das allererste Gears of War nachholte. Angefixt vom Gunplay, der Spielwelt, den Charakteren und Kreaturen wird dies sicherlich nur der Anfang von einer wunderbaren Zeitreise in die Xbox-Welt gewesen sein und auch das erste Merchandise befindet sich bereits auf dem Weg in mein Spieleregal. Nun aber wieder zum eigentlichen Thema.

Mit Kait, JD, Marcus und Del gegen die Brut

In Gears 5 geht es wie auch schon im vorherigen vierten Teil von The Coalition nicht mehr im vorrangingen Fokus um die altbekannten Charaktere, sondern um JD, Kait, Marcus und Del. Diese wirken mit ihren Rüstungen und fetten Wummen aus meiner Sicht jedoch mindestens genauso cool wie ihre Vorgänger und auch diese spielen im Spiel weiterhin eine kleine, jedoch keinesfalls unwichtige Rolle. Fans der ursprünglichen Reihe kommen an dieser Stelle ebenfalls auf ihre Kosten und müssen nicht komplett auf ihre ins Herz geschlossenen Charaktere und Geschichten verzichten.

Kait - Gears 5

Gears 5 ist in vier Akte mit mehreren Kapiteln aufgeteilt, die komplett im Online- oder Offline-Koop, in diesem Fall per Splitscreen bestritten werden können. Solo wird der Rest der Truppe durch solide KI-Mitglieder ersetzt, auch wenn das Spiel von seinem Koop-Gefühl lebt. Das Gameplay bleibt den Ursprüngen weiterhin größtenteils treu und so ballert ihr euch meistens in einem kleinen Trupp gegen altbekannte sowie komplett neue Gegnertypen, während ihr zwischen den Deckungen wechselt und euch durch sehr actionreiche, aber auch ruhige Passagen bewegt. Besonders angetan haben es mir die sogenannten DeeBees. Dies sind Roboter, die sich unentdeckt ausschalten lassen, da sie erst aktiviert werden, sobald sie uns bemerken. Mehrere von ihnen können je nach Schwierigkeitsgrad außerdem zu einer ziemlichen Bedrohung werden. Fans der alten Gears of War-Teile werden sich aber natürlich auch darauf freuen, heranspringende Larven mit dem Lancer-Kettensägenangriff zu zerstückeln.

Abwechslungsreiches Setting

Die Spielwelt in Gears 5 ist abwechslungsreich und streckt sich von einem Schneeareal, über eine rote Wüstenlandschaft bis hin zu einer sehr gruseligen und bedrückenden Kulisse. Effekte wie Sturm oder Blitze wirken sich zudem auf euer Weiterkommen aus und auch Deckungen hinter denen ihr euch verstecken könnt, halten nicht ewig Stand. Außerhalb der Levelabschnitte in denen ihr der Geschichte des Spiels folgt, könnt ihr die Gegend darüber hinaus frei mit dem sogenannten Skiff erkunden und stößt an mehreren Stellen sogar auf kleinere Nebenaufgaben. Diese sind keinesfalls störend oder aufgezwungen, weshalb sie nicht überfordernd wirken und durchaus ausgelassen werden können. Das Feeling vom Fahren mit dem Skiff ist überraschenderweise sehr gut umgesetzt und bereitet Unmengen an Spaß. Zuzüglich könnt ihr auf diesem ein paar Waffen einlagern.

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Hilfreicher Jack

Als kleines, hilfreiches und zudem überaus sympathisches Gimmick bekommt ihr weiterhin eine Begleitung in Form eines fliegenden Roboters mit dem Namen Jack geboten. Jack kann mittlerweile nicht mehr nur Türen öffnen, sondern auch in vielen weiteren Bereichen aufgelevelt und verbessert werden. So kann er euch zum Beispiel heilen, Gegenstände bringen, Gegner mit einem Blitz attackieren und vieles mehr. Außerdem trefft ihr während des Spielens der Kampagne auf einige einfach gestrickte Rätsel, bei denen Jack zum Einsatz kommt. Durch das Abschließen von Nebenaufgaben erhaltet ihr für ihn außerdem zusätzliche Upgrades.

Multiplayer-Action mit Freunden

Im Multiplayer erwarten euch drei verschiedene Modi. Zu ihnen zählen Horde, Versus und Escape. Im Horde-Modus tretet ihr wie gewohnt zusammen mit vier Mitspielern gegen immer stärker werdende Wellen von Feinden an und schützt währenddessen euren Fabrikator. Beim Versus tretet ihr in zwei 5er-Gruppen und in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Hierzu gehören der Klassiker „Team Deathmatch“, Dodgeball und King of the Hill. Escape ist wiederum ein komplett neuer Modus in dem ihr zu dritt aus dem Bau eines Schwarms flüchten müsst, während Gegner euch herzlich empfangen, die Munition knapp ist und ihr zudem durch ein giftiges Gas verfolgt werdet. Als kleinem spaßigen Zusatz stehen euch abseits der Charaktere und Bösewichte aus Gears 5 außerdem auch bekannte Gesichter aus Terminator: Dark Fate online zur Auswahl.

Zimmy über Koop

Gears 5 kann viel mehr aus dem Spiel herausholen, als die reine Kampagne. Neben diverser Multiplayer-Modi kann man auch zusammen Spaß haben. Also gemeinsam vor dem Fernseher, oder online mit einem Freund. Nicht das, was Ihr wieder denkt, Ihr Schlingel. In Gears 5 gibt es für die Story-Kampagne kein Koop-Spiel für vier Spieler, jedoch wird uns eine neue Option für drei Spieler geboten. Wir haben die Charakterauswahl von Kait, Del und Jack. Man muss dazu erwähnen, dass der dritte Spieler in die Rolle von dem Roboter Jack schlüpfen muss, welcher eher Fähigkeiten des Supports besitzt, als die des aktiven Kämpfers. Es ist nachvollziehbar, dass es sich als extrem schwierig gestaltet eine Welt auf vier Spieler auszulegen, die allesamt das gleiche Feeling und auch eine reibungslose Erzählung erleben wollen. Meiner Meinung nach ist dies zu verschmerzen, da man so die Geschichte besser verfolgen kann. Lisa und meine Wenigkeit haben uns oft zusammen in die Schlacht begeben. Ich bin an beliebigen Stellen mal wieder ein- und mal wieder ausgestiegen. Ihr kennt das ja, wenn ein Spieler sich verläuft und dem Anderen nicht mehr folgen kann, oder einfach mit seiner Trödelei (hey, ich musste Muni sammeln), die Gruppe aufhält. In Gears 5 wurde das ganz geschickt gelöst. Läuft ein Spieler zum nächsten Spielabschnitt, wird man automatisch zu diesem gespawned. Da gibt es noch etwas, was ich faszinierend fand: Kait hat des Öfteren mit ihren „inneren Dämonen“ zu kämpfen und die beiden Spieler Kait und Del erleben ihre Geschichte zwar Seite an Seite, jedoch je aus einem anderen Blickwinkel. Clever. Also schnappt Euch einen Partner und lasst die Lancer knattern.

Offline ohne Bugs

Grafisch sowie soundtechnisch ist Gears 5 schon auf unserer Standard-Xbox-One grafisch ein richtiger Brecher. Bei meinem Solo-Spieldurchgang hatte ich weder mit Bugs, noch mit Rucklern oder ähnlichem zu tun. Im Splitscreen kam es zwar an mancher Stelle zu kleinen Framerate-Einbrüchen, welche in diesem Spielmodus jedoch zu verschmerzen sind. Die Probleme tauchen anscheinend vermehrt im Online-Koop auf – also kann nur gehofft werden, dass ein Patch die Probleme richten wird.

Lisas Fazit

Gears 5 konnte mich mit seinem Gameplay, dem Setting und seinen Charakteren so sehr überzeugen, dass ich das Spielen der Kampagne, vor allem im Koop, sehr genossen habe. Die Story ist vermutlich nicht die bedeutsamste der Reihe, das Ende wirkte auf mich dennoch sehr emotional. Auch die Multiplayer-Modi können zusammen mit den richtigen Leuten für einige unterhaltsame und actionreiche Spielstunden sorgen. Leider verlassenen aktuell noch sehr viele Spieler das laufende Spiel, was ich als sehr störend empfunden habe. Technisch läuft Gears 5 auf meiner klassischen Xbox One wiederum einwandfrei und sieht unfassbar gut aus, nur im lokalen Splitscreen ruckelt es zeitweise etwas. Mit Bugs hatte ich weder solo, noch im gemeinsamen Spiel Probleme bekommen. In meinen Augen lohnt Gears 5 sich für Neulinge wie mich, aber auch für Gears of War-Fans der ersten Stunde, gebt dem Spiel eine Chance – gemeckert werden kann am Ende immer noch. Mit mir hat die Reihe einen Fan hinzugewonnen.

Zimmys Fazit

Vorweg: Ich bin sicherlich kein hardcore Gears-Fan, dennoch habe ich es genossen die Gears-Reihe gespielt zu haben. Gears of War zeichnete sich im Third-Person-Shooter-Sumpf immer durch eine genial erzählte Geschichte und auch den faszinierenden Schauplätzen im Spiel ab. Ganz egal, ob man nun Gears 5 mit den vorangegangenen Teilen des Franchises vergleichen möchte- ich finde die neue Geschichte um den weiblichen Protagonisten Kait erfrischend und auch das Quäntchen Emotionalität geht nicht im Feuergefecht unter. Es geht unter anderem wieder um Kameradschaft, Zusammenhalt und wir Spieler werden, wie von der Reihe gewohnt, vor schwere Entscheidungen gestellt. Apropos Kumpel. Spielt Ihr Gears 5 mit einem Freund, geht euch an der Stimmung nichts verloren- Gears 5 eignet sich perfekt dazu, gerade mit einem Partner an der Seite, Ärsche zu treten und gemeinsam alles wegzuballern, was der Mission im Wege steht. Die große Stärke an Gears 5 ist, dass es sich Zeit lässt, auch die Spieler durch ruhige Passagen zu führen um die Umgebung besser wirken lassen zu können. Einziges Manko ist die Pseudo-Open-World-Komponente, die ich für meinen Geschmack nicht gebraucht hätte. Man bewegt sich mittels Fahrzeug von einem Punkt zum Anderen, dies ist eher ähnlich wie bei Rage 2 eher langweilig und leblos, auch wenn wir mit optionalen und spaßigen Nebenmissionen, durch Finden diverser Orte, belohnt werden. Letztendlich fühlt es sich für mich an, als sei die Gears-Reihe erwachsen geworden. Auch wenn mir der Open-World-Aspekt nicht schmeckte, macht dieser nur einen kleinen Bruchteil aus. Das Gesamtpaket von Gears 5 überzeugt und macht einen riesigen Spaß. Kurzum: Genialer Deckungs-Shooter, der seine Reihe actiongeladen fortsetzt.

Gears 5

8.7

Wertung

8.7/10
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