29. November 2013

Fortress of Fear

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Wer schon mal den guten, alten Game Boy in den Händen hielt, der hat sicherlich auch mal die typischen Verdächtigen wie Super Mario Land, Tetris oder Fortress of Fear gespielt. Letzteres kann man als das wohl am weit verbreiteste Game Boy-Spiel bezeichnen. Egal, welchen Flohlmarkt oder welches Auktionshaus man besucht, dieser Titel ist immer mit von der Party und mittlerweile bekommt man ihn „für ’n Appel und ’n Ei“ hinterhergeschmissen.

 

Bei Fortress of Fear (welches übrigens ein Spin Off der Wizards & Warriors-Reihe ist) sind die Gamer bis heute geteilter Meinung: Für die einen ist und bleibt es ein Klassiker, in den Augen anderer ist es der letzte Rotz. Ich persönlich konnte mich als Kind nicht mit diesem „Ritter-Spiel“ (so wurde es damals gerne auf Pausenhöfen genannt) anfreunden. Als kleiner Junge empfand ich dieses Spiel einfach zu schwer, unfair und irgendwie „hässlich“. Seitdem schwor ich mir immer einen weiten Bogen um Fortress of Fear zu machen. Und nun, nach vielen Jahren, habe ich mich nun doch dazu entschlossen dem Spiel eine zweite Chance zu geben. Und eines möchte ich schon im Vorraus verraten: Ich habe es nicht bereut. Aber schön der Reihe nach:

Alles klar, dann wollen wir mal das Modul mit dem schönen, vielversprechenden Cover in den Game Boy packen und schauen, was „Die Festung der Angst“ so zu bieten hat! Kaum schalten wir unseren Handheld an, wird man mit einer recht netten, fast schon heldenhaft klingenden Melodie begrüßt. Sobald die Melodien verstummt sind, geht unser abenteuer auch schon los. Richtig verstanden: Keine Optionen, Menüs oder andere Einstellmöglichkeiten! (Die Entwickler dachten sich wohl „Hach, Optionen sind was für Pussys! Hier wird direkt losgelegt.“)

Gespielt wird klassisch aus der 2D-Seitenperspektive. Und hier fallen einen schon am Anfang 2 Dinge auf:

1) Wie schön der Grafikstil in diesem Spiel ist (man möge sich im Hinterkopf behalten, dass dieses Spiel 1989 rauskam und somit eines der ersten Game Boy-Spiele war)

und 2) Wie gewöhnungsbedürftig die Steuerung ausgefallen ist. Unser strahlender Held ist in der Lage seine Feinde mit seinem Schwert Fledermäuse, Riesenschlangen, Skelette und andere zur Ritteratmosphäre-beitragende Feinde in die Flucht zu schlagen. Soweit so gut, klappt ja auch ganz prima. Was man allerding hätte besser machen können ist das Sprungverhalten: Leicht Zeitverzögert und einen Ticken zu… naja, wie soll ich sagen,… schwerelos. Man springt also ab und hat das Gefühl, dass unser Ritter mit dem Astronauten Neil Armstrong verwandt sei. Aber nun gut, lieber etwas herumschweben als wie ein Stein herunter plumpsen 😉

Unterwegs finden wir Schlüsseln. Ein guter Rat von mir: Mitnehmen! Denn mit denen können wir Schatztruhen öffnen, die uns entweder mit Diamanten oder (nützlicheren) Items wie 1-Ups, Sprungstiefeln oder „Kurz-Unverwundbar-Zauber“ beglücken. Aber auch Heiltränke und leckere Schweinekeulen lassen sich immer mal wieder gerne blicken.

Berechtigter Weise werden sich jetzt einige von Euch fragen „OK, klingt ja im Großen und Ganzem gar nicht mal so übel. Weshalb wird dann das Spiel von einigen gehasst?“ Nun, zum einem hätten wir ja noch die Punkte Musik und Soundeffekte. Ich mache es kurz und schmerzlos: Mal abgesehen von der Titelmelodie wird man hier keinen Ohrwurm wiederfinden. Die anderen Tracks, die man hier geboten bekommt, dudeln lieb- und einfallslos vor sich hin und die Soundeffekte sind kommen entweder unpassend oder einfach nur nervig daher. Nach nur kurzer zeit wird man die Lautstärke bei seinem Game Boy auf Null stellen.

Ein anderes, nicht so leicht abstellbares Problem ist der Schwierigkeitsgrad. Ich habe nichts gegen Herausforderung, aber das ging mir dann doch stellenweise schon etwas zu weit! Herbei eilende sieht Gegner man nur zu spät, gegnerische Geschosse wie Kanonenkugeln oder Äxte sind fast unmöglich auszuweichen, die Plattformen sind an einigen Stellen ganz schön unfair platziert und von Continuous scheinen die Entwickler auch noch nie was gehört zu haben. Sind alle Leben futsch, dann ist Feierabend! Klappe zu, Affe tot. Hinzu kommt noch, dass unser Held Schaden nimmt, wenn man zu hoch springt. Kein Witz! Springen wir zu hoch, landet unser Held unsanft auf seinem Ar… Hintern und nimmt Schaden (Vielleicht hätte er mal vorher bei Mario und Co ein bisschen Nachhilfe beim Springen nehmen sollen).

So, jetzt mal Butter bei die Fisch‘ : Ist Fortress of Fear ein Klassiker oder doch eher Müll? Ich persönlich finde: Weder noch. Zugegeben, auf der einen Seite hat dieses Spiel seine Schwachpunkte, die schnell zum Frust führen. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, so schlecht wie ich es als Kind in Erinnerung hatte, ist es dann doch nicht. Und, wie schon am Anfang erwähnt, habe ich es nicht bereut dieses Spiel nochmal zu spielen. Ich hatte im Gegenteil sogar recht viel Spaß mit diesem Titel. Für mich ist es zwar kein Klassiker unter den Game Boy Spielen, aber ab sofort nicht mehr der letzte Rotz. Zukünftig werde ich keinen weiten Bogen mehr um dieses Spiel machen.

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Tearaway

2. Dezember 2013 2
1 Comment
  • Lisa Casualty 10 Jahren ago

    Habe das noch nie gespielt.. vielleicht werde ich auch das mal nachholen 🙂

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