14. Mai 2019

39 Days to Mars im Test

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Wie es aussehen könnte, wenn im 19. Jahrhundert tatsächlich ein verrückter Brite mit einem baufälligen Luftschiff versucht hätte den Mars zu erreichen, zeigt das neue Nintendo Switch-Spiel 39 Days to Mars.

Inhalt

Die beiden britischen Abenteurer Sir Albert Wickes und Clarence Baxter entschließen sich dazu völlig neue Gefilde zu erkunden. Mit dem bereits unglückselig benannten Flugschiff HMS Fearful erheben sie sich in die Lüfte und versuchen in 39 Tagen, gespickt mit jeder Menge Tea Times, den fernen Roten Planeten zu erreichen. Technische Ausfälle, Ressourcen-Knappheit, das baufällige Schiff, Hunger, Weltraummonster und ihre britische Art stellen sie dabei wiederholt vor Herausforderungen.
39 Days to Mars Test

Gameplay

Das Spiel wird nicht müde zu erwähnen, dass es für zwei Spieler ausgelegt ist, benötigt dafür dummerweise in der neuen Switch-Version aber auch ein zweites Set Joy-Cons. Alternativ wählt man den Einzelspielermodus an und teilt die beiden Controller unter sich auf. Das führt dazu, dass der bebrillte Mister Baxter durch eine computergesteuerte Katze ersetzt wird, die dem Protagonisten auf Schritt und Tritt durch sein Luftschiff folgt und die Spieler in den Rätseln ihre jeweils eine schwebende Hand koordinieren müssen.

Aufgeteilt ist das Spiel in eben diese beiden Parts – 1) Man verlässt das Haus von Sir Wickes, besteigt die HMS Fearful und reist Richtung Mars, wobei man auf dem Schiff umherläuft und die verschiedenen anfallenden Aufgaben erledigt. Die Aufgaben, 2), gestalten sich in variierenden Rätseln und wenigen Geschicklichkeitsaufgaben. So muss beispielsweise ein Schlüssel an einer Angelschnurr durch einen Parcour befördert werden, wobei man die Schnurr nur mithilfe zweier Räder entweder horizontal oder vertikal steuern kann.

Ein anderes Rätsel erfordert eine Truhe mithilfe eines zusammenzusetzenden Stromkreises zu öffnen, der eine ganz bestimmte Spannung erfordert und in einer wieder anderen Aufgabe muss man aus Papierschnippseln eine Nachricht an die Erde zusammensetzen und diese in Morse-Code umwandeln, deren Übersetzung man in zerfledderten Büchern in der Bibliothek findet.

Fazit

Überhaupt aufmerksam auf das Spiel bin ich erst durch seinen interessanten Stil geworden – ähnlich wie in Earth Atlantis hält man sich an einen Steampunk-Ansatz, bei dem sich in 2D animierte Zeichnungen wie auf vergilbtem Pergament bewegen. Auch in 39 Days to Mars arbeiteten die Entwickler bevorzugt mit brauner und weißer Farbe, wenn sie auch etwas weniger Mühe in den durchgängig leeren Hintergrund investierten. Herzstück des Spiels und im Grunde genommen einzig wirkliches Gameplay sind die der Reihe nach freigeschalteten Rätsel und Geschicklichkeitsaufgaben, die sich auf einem weißen Blatt Papier entfalten und durchaus abwechslungs- und einfallsreich darstellen.

Zu wirklichem Kopfzerbrechen führt zwar keines der Minispiele, dafür erfordert es teilweise so gehöriges Ausprobieren, dass man nicht selten ein paar Minuten pro Rätsel verbringen kann – und die Steuerung ist dabei sicherlich keine Hilfe. So unterschiedlich die Aufgaben auch sein mögen, sie werden grundsätzlich immer durch zwei kleine, schwebende Hände bedient, jede davon gesteuert durch einen Joycon. Leider kommt hierbei nicht die Bewegungssteuerung zum Einsatz, die das Navigieren erleichtert hätte, sondern alles funktioniert über Tasten und Sticks. In den meisten Fällen ist es auch kein Problem die Rätsel alleine zu bewältigen (manchmal kostet es sogar weniger Nerven als mit zwei Mann im Einsatz), ein simples Gebäck mit Marmelade und Früchten zu belegen kann dabei aber durchaus ziemlich verkniffene Konzentration erfordern

Ich hätte gut und gerne auf den Running Gag der Tea Time verzichten können, weil Tee-kochen und Scone-belegen die mit Abstand nervigsten Minispiele waren, die im Finale des Games noch einmal gipfelten, den Rest weiß ich aber durchaus zu schätzen. Leider ist das Spiel – natürlich je nach Leistung im Rätsellösen – nicht länger als zwei Stunden und hat ein, für meinen Geschmack, eher enttäuschendes Ende. Rätselfans, besonders welche mit vier Joy-Cons, dürfen sicherlich mal einen Blick riskieren, Herausforderungen für die grauen Zellen und auch die Steuerung findet man in anderen Spielen aber in weit besserer Form. Und bei all der „Britishness“, auf die man offenkundig so viel wert gelegt hat, hätte ich mir doch schon einen etwas stimmungsvolleren Sprecher gewünscht, der auch tatsächlich einen britischen Akzent mitbringt…

39 Days to Mars

6.5

Wertung

6.5/10
  Review
2 Comments
  • Frau Zimmy 1 Monat ago

    Ich hätte auch fast angebissen: Sieht beruhigend aus, der Zeichenstil interessant- hätte eine Perle sein können. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Danke für den Test. Die Bedienung scheint umständlich und die Zubereitung von Scones und Tee ist jetzt nicht das, was ich in Spielen gerne machen würde. 😉

  • Anni 1 Monat ago

    Mir hat es auf dem PC sehr gut gefallen, kann die Kritik aber verstehen.

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