3. April 2020

Animal Crossing: New Horizons

By 2 335 Views

Endlich – Mit Animal Crossing: New Horizons kommt Nintendos heiß begehrte, knuddelige Life-Sim endlich auf die Switch! Ob das kunterbunte Inselabenteuer immer noch überzeugt? Zimmy und Maren haben’s für euch getestet.

Danke, dass Du dich für das Reif-für-die-Insel-Paket von Nook Inc. entschieden hast!

Ab auf eine einsame Insel. Einfach mal die Seele baumeln lassen und alle Sorgen vergessen. Klingt super, oder? Genau dazu laden uns die süßen Waschbären Nepp und Schlepp ein. Wir dürfen entscheiden, wie unsere ganz persönliche Insel aussehen soll und ob sie sich auf der Nord- oder Südhalbkugel befindet. Das ist entscheidend für die Vegetation und die Jahreszeiten.

Nachdem wir unsere Auswahl getroffen haben, geht es auch direkt los: Auf zu neuen Ufern! Auf der Insel angekommen, werden wir von Tom Nook – dem CEO von Nook Inc. – begrüßt und eingewiesen. Wir bekommen zunächst ein eigenes Zelt. Ja, das Leben als Insulaner ist kein Zuckerschlecken. Wobei, eigentlich doch. Denn auf der Insel ist für alles gesorgt. Jeder ist freundlich und die Schulden für unsere Anreise können wir jederzeit ohne Stress zurückzahlen.

Und so einsam ist unsere Insel auch gar nicht: Schon zu Beginn lernen wir unsere ersten beiden Nachbarn kennen. Diese Bewohner sind – ebenso wie die hunderten möglichen Nachbarn in Animal Crossing: New Horizons – einfach liebenswert und besitzen einen ganz eigenen Charme und Persönlichkeit. So kommt es, dass ich meine virtuellen, etwas schrägen Nachbarn sehr schnell ins Herz schließe.

Ab auf die (nicht so einsame) Insel

Nachdem wir unserer Insel einen Namen gegeben und – selbstverständlich einstimmig – zur Inselsprecherin gewählt werden, geht das Inselleben für uns so richtig los. Dabei ist es uns vollkommen selbst überlassen, was und wie schnell wir etwas erledigen möchten. Eine angenehm freie und harmonische Stimmung, das das ganze Spiel hindurch trägt.

Ich möchte, wie es sich für richtige Abenteurer gehört, erst einmal Ressourcen sammeln, um beispielsweise Werkzeug herzustellen. Während wir Früchte und Äste durch einfaches Rütteln an Bäumen bekommen, brauchen wir für beispielsweise Holz, Eisenerz oder Lehm eine Axt oder Schaufel. Außerdem können wir auch die Tier- und Pflanzenwelt erforschen. So können wir Fische und Insekten fangen oder Fossilien ausgraben. Auch hier brauchen wir spezielle Werkzeuge wie Kescher und Angel. Diese können wir – mit entsprechenden Werkstoffen und Bauanleitung – an Werkbänken selbst herstellen oder mit Sternis kaufen. Sternis können wir verdienen, indem wir beispielsweise Früchte oder sogar einfach nur Unkraut verkaufen. Aber auch beim Schaufeln können uns die ein oder anderen Sternis entgegenhüpfen.

Gelassenheit und Entschleunigung in Reinkultur

Zur besseren Organisation und für mehr Features überreicht uns Tom Nook bald unser ganz persönliches Nook-Phone – ein nützliches und spaßiges Gadget, das unser Leben auf der Insel sehr bereichert. Mit dem Nook-Phone können wir auf Baupläne zurückgreifen, Designs für Kleidung und Tapeten erstellen, Fotos schießen, mit Freunden chatten oder Informationen über die von uns geschnappten Tiere nachlesen. Außerdem sammeln wir damit Nook-Meilen, die wir wiederum für Kleidung, neue Features oder Baupläne einlösen können.

Dabei häufen sich die Nook-Meilen wie von selbst an. Wir erhalten sie bereits durch einfachste Aktionen, wie das Entfernen von Unkraut oder das Ausgeben von Sternis. Da ich auch so ziemlich alles, was ich auf der Insel finde, verkaufen kann, kommt es schnell, dass ich meine Schulden begleichen kann – um direkt einen neuen Kredit für mein erstes eigenes Haus aufzunehmen. Tom Nook, der clevere Geschäftswaschbär…

Und so warte ich einen Tag gespannt auf mein Eigenheim. Ganz genau! Denn Animal Crossing verläuft nicht nur in Echtzeit, sondern birgt in seiner entschleunigenden, beinahe meditativen Gelassenheit eine clevere Herausforderung: das Warten. Warten auf das heiß ersehnte Paket mit den bestellten Schuhen, warten auf neue Ressourcen – oder eben: warten auf das Eigenheim. Und hier zeigt sich: Vorfreude ist wirklich die schönste Freude. Und so besuche ich meine Insel mehrmals am Tag, um zu schauen, was sich getan hat und um mich mit meinen Mit-Insulanern zu unterhalten.

Von Hölzchen auf Stöckchen auf supercoole Inneneinrichtung deluxe

Je mehr Zeit wir auf der Insel verbringen, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben wir. Was sich zunächst auf unser Zelt und dann auf unser Haus beschränkt, weitet sich bald auf die ganze Insel aus. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die Insel und ihre Bewohner wachsen ständig. Dabei hat vor allem das Crafting absoluten Suchtfaktor. Immer wieder gibt es neue Bauanleitungen, die unbedingt ausprobiert werden müssen. Was mit dem Sammeln von Ästen begann, artet bald schon in exzessives Bauen und Basteln aus. Hinzu kommen Gegenstände, die Bewohner uns schenken oder die wir in gelegentlich vorbeifliegenden Geschenken entdecken. Jeder kleine Gegenstand muss sofort ausprobiert werden. Ganz egal, ob ich wirklich Bauklötze oder eine Sphinx mitten in meinem Zimmer brauche.

In Animal Crossing: New Horizons liegt eine traumhafte, liebevoll gestaltete Welt mit unzähligen Möglichkeiten vor uns. Dabei treiben uns immer neue Herausforderungen, unser Entdeckergeist und die Belohnung in Form von Nook-Meilen voran.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter (Zimmy)

Da Animal Crossing: New Horizons ein Spiel in Echtzeit ist, solltet Ihr nicht an der Systemuhr fummeln, sondern Euch ganzjährig überraschen lassen. Wie beim 3DS Vorgänger New Leaf auch, könnt Ihr Euch auf die Jahreszeitenwechsel freuen und das Spiel immer wieder neu entdecken und auch mit den Jahreszeiten wechseln die Möglichkeiten auf Eurer Insel. Im Frühling fallen Kirschblüten (aus denen Ihr auch neue Gegenstände basteln könnt), alles wächst und gedeiht. Im Sommer tauchen auch ganz plötzlich andere Lebewesen, Pflanzen und Insekten auf. Auch bei Wetterwechsel dürft Ihr Euch über neue Tiere für Euren Kescher oder das Museum freuen. Nach einem regnerischen Tag findet sich sicherlich die ein oder andere Schnecke auf dem Baumstumpf. Und schaut auch ab und an mal in den Himmel… die Detailverliebheit des Spiels kennt kaum Grenzen, so freue ich mich auch über Feinheiten, wie zum Beispiel Regentropfen, die von außen an die Fensterscheibe prasseln und herunterlaufen. Im Herbst fallen langsam die Blätter und im Winter werdet Ihr über den ersten Schnee staunen. Natürlich gibt es im Winter keine Früchte zum Ernten mehr- Animal Crossing hat dafür andere Aktivitäten, wodurch Ihr Eure Sternis verdienen könnt. An der Stelle möchte ich Euch nicht zu viel verraten, damit ich Euch die Überraschung nicht nehme- aber freut Euch aufs Schneemannbauen… und vieles mehr!

Immer viel zu tun: Events (Zimmy)

Damit Euch neben den täglichen Standartaufgaben nicht langweilig wird, bietet Euch New Horizons immer neue Events und kostenlose Updates, sodass Euch nie langweilig wird. Bald steht der Häschentag (Ostern) an und Ohs, der Osterhase bittet Euch zur virtuellen Eiersuche. Für jedes Event gibt es neue und spezielle Bauanleitungen, welche man vom speziellen Eventauftraggeber oder von Bewohnern erhält. Sammelt und baut Ihr alles, gibt es obendrauf noch eine Belohnung. Freut Euch also auf Angelevents, Käfersuche, Versteckspiele, Valentinstag, Mutter- und Vatertag, eine Feuerwerksshow, Meteor- und Sternschnuppenschauer und ganz besonders den Spielzeugtag (Weihnachten). Natürlich gibt es noch mehr „Feiertage“, aber lasst Euch auch in diesem Fall überraschen. Bei jedem Event bekommt Ihr Besuch von besonderen Bewohnern und auch ganz neue Einrichtungs- und Kleidungsmöglichkeiten. Aber psst, nicht weitersagen!

Die Bewohner, jaja! (Zimmy)

Animal Crossing-Veteranen freuen sich alte Bekannte auch in New Horizons wiederzufinden. Neben den bekannten Charakteren wie Tom Nook, Melinda, K.K., Harvey, Tina & Sina, Gulliver, Eugen und Co gibt es unzählige Bewohner zu entdecken, zu interagieren und zum Anfreunden. Das Besondere daran: Die tierischen Bewohner haben alle einen unterschiedlichen Charakter und auch an verschiedenen Tagen Geburtstag. Es gibt verschiedene Tiergattungen, wie zum Beispiel Hase, Katze, Krokodil, Frosch, Löwe, Schwein, Vogel, Wolf, Pinguin, Huhn, Schaf, Tiger, Hirsch, Nilpferd, Maus, Elefant, Hund, Eichhörnchen, und und und. Jeder Bewohner hat ein ganz anderes Sprachverhalten und Persönlichkeit. Seid gewiss- Ihr werdet sie alle ziemlich schnell lieben und in Euer Herz schließen

Einsam? Gemeinsam? Nur zu Besuch? Das Onlinespiel. (Zimmy)

Animal Crossing: New Horizons hat auf der Switch zur Freude der Spieler eine Onlinefunktion eingebaut. Wenn auch diese durch den starken Corona-Zulauf manchmal ins Stocken gerät und nicht immer eine Verbindung aufgebaut werden kann. An und für sich klappt dieses Feature ganz gut, so kann man auch entscheiden, ob man Freunde, beste Freunde (die dürfen bei Euch auch Holz hacken, Gegenstände ausbuddeln etc.) oder Spieler aus dem WWW einlädt. Dank dem Dodo-Code, ein Code, der für Eure Insel für Besuch generiert wird, kann man auch selbst entscheiden, wer Euch besucht… und auch wieder verlässt. Noch ist es so, dass wir ziemlich viele Gespräche führen müssen, bis wir unsere Türen aufmachen, das kann unter Umständen manchmal nerven, da dies unnötig Zeit kostet. Auch die An- und Abreise einzelner Besucher kann nerven,  da jedes Mal die Tätigkeiten kurzzeitig eingestellt werden müssen und man Lade- und Zwischensequenzen in Kauf nehmen muss. Der Sprachchat ist funktional auf wenige Worte begrenzt, dennoch ist Nintendo da noch nicht in der aktuellen Zeit gelandet. Wir stecken in einer Zeit mit Sprachübergreifenden, teils kostenlosen, Chaträumen und Nintendo lässt nicht von einer App los. Mit der Nintendo App kann man zumindest schneller oder besser Tippen und ein Sprachchat ist auch möglich. Braucht man nicht unbedingt, wenn man sich mittels (Knockout-)Discord, Skype, Teamspeak und Co doch viel simpler verständigen kann.  Meckern auf hohem Niveau, trotzdem macht das gegenseitige Besuchen und Austauschen von Gegenständen, Obstsorten und mehr tierisch Spaß.

Marens Fazit

Animal Crossing: New Horizons ist meine erste Erfahrung mit der Spielreihe – und ich liebe es! Die liebevolle Welt von Animal Crossing hat mich mit so viel Herzlichkeit empfangen und mir einen willkommenen Ausbruch aus der Realität verschafft – quasi ein virtueller Urlaub. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken, neue Bewohner kennenzulernen oder Flaschenpost zu öffnen. Während die ersten beiden Spieltage eher ruhig und nur mit mäßig Aktionsmöglichkeiten vergingen, bin ich nun jeden Tag mehrmals auf der Insel und staune über jeden neuen Käfer, jede neue Pflanze und jedes Geschenk, das ich finden kann. Ob Tag oder Nacht, ob Regen oder Sonnenschein – Animal Crossing: New Horizons zieht mich mit seiner angenehmen Atmosphäre samt liebevoller Bewohner und lebendiger Umwelt komplett in seinen Bann. Dazu tragen nicht zuletzt die klangvolle Untermalung und die wirklich hübsche Grafik bei. Auch die niedlichen Details machen Animal Crossing zum einzigartigen Spielerlebnis. So war ich beispielsweise komplett von den Socken, als mein Museum endlich fertig gebaut war. Während es von außen eher unscheinbar ist, ist es von innen einfach traumhaft: unzählige Terrarien, riesengroße Aquarien und ein prachtvoller Garten samt Schmetterlingshaus.

Kleine Minuspunkte gibt es für die sich immer wiederholenden Dialoge, beispielsweise beim Einkaufen oder Verkaufen. Das kann nach mehrmaligen Besuchen wirklich nerven. Außerdem wäre es hilfreich, wenn man beim Craften, Verkaufen und Einlagern auch eine Stückzahl festlegen könnte. Anstatt meine kompletten Früchte zu verkaufen, würde ich beispielsweise auch mal nur fünf verkaufen und den Rest erst einmal einlagern. Hier müsste man aber zunächst einmal umständlich jede Frucht einzeln im Inventar verstauen. Aber das verbuche ich hier mal unter “meckern auf hohem Niveau”.

Niemals hätte ich gedacht, dass mich eine Lebenssimulation, in der nichts actiongeladenes oder horrormäßiges geschieht, so sehr in seinen Bann zieht. Selbst bei den Sims, die ich schon immer sehr liebe, habe ich nie dieses unbändige Verlangen gespürt, jeden Tag reinzuschauen, um nach dem Rechten zu sehen. Ja, ich gebe zu: Ich bin süchtig. Und jetzt entschuldigt mich, der Häschentag nähert sich und ich muss noch ein paar Eier finden!

Zimmys Fazit

Wie Ihr Euch vermutlich denken könnt liebe ich Animal Crossing. So richtig hat mich die Leidenschaft mit New Leaf auf dem 3DS gepackt, welches ich über 300 Stunden suchtete. New Horizons ist vom Gameplay, Aussehen und auch von allen Extras her sehr sehr stark an New Leaf angelehnt. Neulinge werden einen optimalen und liebevollen Einstieg mit New Horizons erleben und die Fans haben eh schon alle Day One zugegriffen. Animal Crossing: New Horizons ist das perfekte Spiel um ohne spielerischen Druck seine Zeit auf eine schöne Art und Weise totzuschlagen, oder einfach, um in eine wundervolle, detailreiche Welt mit liebevollen Bewohnern ein- und abzutauchen. Eins ist sicher: Animal Crossing: New Horizons wird niemals langweilig, es gibt immer was zu tun und die Überraschungen im Spiel werden Euch erfreuen. Das Animal Crossing-Franchise ist nichts für ungeduldige Spieler, aber Fans von Echtzeitsimulationen werden es lieben. Kurzum: Animal Crossing: New Horizons ist jeden einzelnen Sterni wert!

Ihr könnt nicht genug von Animal Crossing bekommen? Dann hört doch in unseren aktuellen Podcast rein- wir reden über die Faszination Animal Crossing und verraten zudem Tipps und echte Geheimnisse. (klick)

9.3

Marens Wertung

9.5/10

Zimmys Wertung

9.0/10
  Review
Next Post

DOOM Eternal

8. April 2020 0
2 Comments
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutz
, Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.