12. März 2019

Dead or Alive 6

By 0 115 Views

Die Dead or Alive-Serie begann 1996 und ist zweifelsohne bekannt geworden durch seine attraktiven weiblichen Kämpfer, die speziell im Spin-Off Xtreme Beach Volleyball um sich schlagende und durch die Gegend hüpfende Argumente mitbrachten. Dead or Alive 6 setzt die Reihe und die Geschichte nun fort.

Story

Vom ersten Teil an dreht sich die Geschichte von Dead or Alive um den Kampf eines japanischen Ninja-Clans gegen einen millionenschweren Großkonzern, der gefährliche Experimente an Menschen durchführte. Die aktuelle Geschäftsführerin von DOATEC, besagtem Großkonzern, ist damit beschäftigt die Firma ihres Vaters wieder auf einen moralischeren Weg zu führen, doch der für die menschlichen Experimente verantwortliche verrückte Wissenschaftler Victor Donovan kapselt sich rechtzeitig ab und findet in der neuen Untergrundorganisation M.I.S.T. erneut eine Berufung. Dort wird mit der DNA von Kasumi experimentiert, einer hochrangigen Tochter des Mugen Tenshin Ninja Clans, die nun erneut aus ihrem Dorf gelockt wird – passend zur Ankündigung des sechsten Dead or Alive-Kampfturniers.

Die Geschichte verteilt sich etwas unübersichtlich in einer Ansammlung von Zeitstrahlen. Allen involvierten spielbaren Charakteren ist einer davon zugeordnet und entlang dieser Linie kann man ihre Geschichte verfolgen. Einige Kämpfer haben deutlich weniger Episoden als andere und durch das Bewältigen einer davon, schaltet man auch über den aktiven Strahl hinaus weitere Episoden frei. Diese bestehen in der Regel aus einer kaum eine Minute langen Filmsequenz von zweifelhaftem Gehalt, gefolgt von einem einründigen Kampf oder – wenn auch seltener – nur aus einer Filmsequenz. Es steht dem Spieler frei sich auf einen Handlungsstrang zu konzentrieren oder zwischen verschiedenen Strahlen hin- und herzuspringen.

Gameplay

Ich bin kein großer Beat em Up-Freund, aber was mich an Dead or Alive schon immer begeistert hat waren die riesigen Chimichangas… ach nein, das wollte ich gar nicht sagen… ähm… achja: Die Einfachheit! Ich werde nie müde zu erwähnen, dass mir Kampfspiele tierisch auf den Geist gehen, in denen man nahezu unmöglich umzusetzende Tastenkombination auswendig lernen und umsetzen muss, um die wirklich sehenswerten Moves bewundern zu dürfen oder Spiele, in denen man mit den ganzen Tastenfunktionen und -kombinationen derart erschlagen wird, dass man im eigentlichen Kampf schon gar keine Prügel mehr beziehen muss. Dead or Alive konzentriert sich auf das Wesentliche und belegt, von der R1-Taste abgesehen, lediglich die vier Haupttasten mit wichtigen Funktionen – Schlagen, Treten, Packen, Blocken. Darum sollte es in einem Beat em Up doch gehen oder? Und nicht darum, das Gefühl zu vermitteln, dass man ohne einen Abschluss in Quantenphysik kaum über die ersten fünf Kämpfe hinwegkommt.

Selbst das in Teil 6 neu hinzugefügte Break Gauge-System überfordert einen nicht, da es zwar durchaus einen taktischen Vorteil mit sich bringen kann, sich aber auch ganz unkompliziert und nahtlos in das Laien-Spiel eingliedert – sprich: Beim Button-Smashing. Besonders viel Spaß macht auch die Fatal Rush-Kombokette, die an nicht ganz so brutale und weit weniger endgültige Fatalitys aus Mortal Kombat erinnern. Tina, die Wrestlerin, macht ihren Gegner dabei beispielsweise mit einer Reihe von Schlägen benommen und schickt ihn dann mit einem gezielten und in wundervoller Slowmotion inszenierten Hintern-ins-Gesicht-Sprung auf die Bretter. Es wird also sicherlich alle Videospiel-Feministen da draußen beruhigen, dass die Kämpferinnen in Dead or Alive 6 nicht mehr nur auf ihre großen wobblenden Melonen reduziert werden.

Neben dem oben bereits beschriebenen Story Modus bietet Dead or Alive 6 neben den Klassikern wie Arcade, Time Attack, Survival und Online auch den neuen DOA Central-Modus an. Darin kann man sich einer Reihe von über 100 Herausforderungen mit vorgegebenen Zielen stellen, die beispielweise besagen in einer Combo eine bestimmte Anzahl von Schaden anzurichten oder einen bestimmten Move vor Beenden des Kampfes zu vollführen. Hat man Probleme mit einem der Ziele, wird einem auch direkt bereitwillig ein passendes Tutorial angeboten – hier hat man es nur leider bei allgemeinen, plattformübergreifenden Symbolen belassen anstatt die entsprechenden Tastenbezeichnungen des PlayStation-Controllers einzubauen. Um herauszufinden, welche die korrespondieren Tasten für die Angabe P oder K oder Raute sind, muss man zunächst die Controllerdarstellung im Pausemenü aufrufen. Leider nicht sehr bequem oder intuitiv.

Fazit

Dead or Alive 6 mag gerade im Vergleich zu Genre-Kollegen Street Fighter, Tekken oder Mortal Kombat nicht die abwechslungsreichsten oder einfach auch nicht die etabliertesten Charaktere mitbringen, dafür haben aber 80% von ihnen Körbchengröße F+. Auch wenn gerade die neuen Gameplay-Funktionen durchaus strategisch genutzt werden können, haben sicherlich die Gelegenheitskämpfer mehr Spaß mit dem System als die Hardcore-Beat em Upler, die das Genre so gut wie nie verlassen und jedes Spiel mit jedem Charakter meistern möchten. Sicherlich haben die Charaktere alle andere Angriffe und auch andere Attribute, gerade die Frauen ähneln sich größtenteils aber doch sehr und ein klarer Unterschied wird bei oberflächlicher Betrachtung höchstens im Vergleich zu großen, bulligen Kämpfern wie Bass deutlich, die signifikant langsamer angreifen, dafür aber mit mehr Durchschlagskraft. Die kurzen Videosequenzen im Story-Modus, die auf abenteuerlichste Weise in einen Kampf münden, sind meist wenig überzeugend und reihen den ganzen Modus somit in die nicht enden wollende Liste der Genre-Kollegen ein, die Kämpfen nicht vernünftig mit einer packenden Geschichte verbinden können. Da das Spiel meiner Meinung nach aber ohnehin eher für den Gelegenheits-Brawler ausgelegt ist, wird dieser sich auch zufrieden auf die klassischen Spielmodi stürzen – und angehende Profis finden immer noch genug Herausforderung im neuen Dead or Alive Central-Modus sowie dem Online-Kampf. Die Stages / Arenen sind ansehnlich gestaltet, abwechslungsreich und bieten ebenfalls wieder Möglichkeiten mit ihr während des Kampfes zu interagieren, beispielsweise durch Elektrozäune. Was euch aber sicherlich am meisten interessiert: Natürlich kann man auch wieder fleißig eine Vielzahl von Klamotten für jeden Charakter freischalten, um ihre perfekt geformten Ansaugstutzen in Szene zu setzen.

Zu den spielbaren Kämpfern gehören neben den beiden Neuzugängen NiCO und Diego die alten Bekannten Ayane, Bass, Bayman, Brad Wong, Christie, Eliot, Hayate, Helena, Hitomi, Honoka, Jann Lee, Kasumi, Kokoro, Leifang, Lisa Hamilton, Marie Rose, Mila, Raidou, Rig, Ryu Hayabusa, Tina Armstrong und Zack. Bisherige DLC-Charaktere sind Mai Shiranui, Nyotengu und Phase 4.

Wertung

7.2

Wertung

7.2/10
  Review
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere