15. März 2015

Dynasty Warriors 8 Empires

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Epik, Pathos, Blanker Stahl

„Wir drei, obgleich von unterschiedlicher Abstammung, werden zu Brüdern. Wir wagen nicht zu hoffen, immer zusammen zu sein, aber schwören hiermit, am selben Tag zu sterben.“

  • Liu Bei zu Guan Yu und Zhang Fei. Der Pfirsichgarten-Eid.

Seit diesem Tage kämpfte Liu Bei, letzter lebender Nachfahre des letzten Han-Kaisers, nicht mehr allein. Seine treuesten Generäle und Schwertbrüder würden nie wieder von seine Seite weichen.

So oder so ähnlich liest sich die Legende um die Drei Königreiche, eine der umfangreichsten historischen Geschichten aus dem alten China. Aber mal ganz ehrlich, wer will schon lesen? Wir warten lieber auf das Spiel zum Buch! Achso, das gibt’s schon? Dann lass knacken!

 

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Das Sequel vom Sequel

Bereits in der 8. Auflage präsentiert sich Dynasty Warriors von Koei Tecmo, dieses Mal im ersten Auftritt auf der Playstation 4, mit Dynasty Warriors 8 Empires. Wem das Prinzip der Dynasty Warriors-Spiele bisher unbekannt ist, dem sei eine kurze Einleitung gewährt:

Man nehme ca 20 berühmte historische Charaktere aus der Legende der 3 Königreiche, werfe sie in eine 3rd-Person-Acion-Massenschlacht und hacke sich durch wortwörtlich ganze Armeen. Hunderte und Tausende von Gegnern. Gleichzeitig. So richtiges Hack & Slash. Das ist die Seele von Dynasty Warriors, die auch schon von anderen Franchises erfolgreich aufgegriffen wurde, wie Dynasty Warriors: Gundam oder zuletzt Hyrule Warriors für die WiiU.

 

Doch das Hacken und Schnetzeln ist nur die eine Hälfte der Dynasty Warriors-Spiele. Die Empires-Reihe von Dynasty Warriors gibt hier einen ordentlichen Batzen Management und Strategie in den Pott. Und davon soll diese Mähr nun handeln.

 

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Nichts für Anfänger

Wer sich für triefenden Pathos, zutiefst gekränkte Ehre und selbstlose Opfer begeistern kann und darüber hinaus auch gerne einmal die Verwandschaftsverhältnisse von JRR Tolkien’s Das Silmarilion auswendig lernt und flüssig wiedergeben kann, dem sollte Dynasty Warriors wärmstens ans Herz gelegt sein. Denn wenn auch das Prügeln von aberhunderten feindlichen Soldaten mit immer neuen Charakteren und Waffen einen unbändigen Spaß bereitet, so ist doch die Präsentation und die Story nichts für ein schwaches Namensgedächtnis.

Nach einem kurzen Intro-Film geht’s auch schon los ins Hauptmenü. Von hier geht’s entweder direkt los in den Empire-Modus, also die Kampagne und Hauptstory. Alternativ gibt’s hier auch den Free Mode, mit dem man sich gleich ins Getümmel der Schlacht stürzen kann, im Online Mode auch mit Freunden zusammen übers Internet. Der Edit Mode ermöglicht das Erstellen von eigenen Soldaten, Helden, Bannern und vielem mehr, die Enzyklopädie bietet einen kurzen bis längeren Überblick über die doch massive Hintergrundgeschichte der Drei Königreiche.

Der Empire-Modus bietet verschiedene Kampgnen zur Auswahl, jede in einer anderen Epoche der Schlachten um die Königreiche. Jede dieser Kampagnen bietet eine Auswahl an Charakteren, die in der jeweiligen Epoche eine Rolle spielten, oder aber man wählt den „Gathering of Heroes“-Modus, in dem einfach alle jemals vorgekommenen Charaktere spielbar sind. Dann wird’s richtig unübersichtlich!

 

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Ancient Chinese Personnel Management Consultant

Einmal in der Kampagne angekommen, begrüßen den Spieler auch sofort die Kernmechaniken von Dynasty Warriors: Tabellen, Menüs, Untermenüs und zahlreiche Checkboxen und Auswahlfelder. Abseits von Hack & Slash ist DW8E nämlich vor Allem ein komplexes Management-System, das dem Spieler volle Kontrolle über seine Truppen, politischen Beziehungen und Ausrüstung der Kämpfer überlässt. In den Action-Parts gewonnene Ressourcen lassen sich hier investieren, Ausrüstungen austauschen und aufwerten und Freundschaften mit anderen Generälen schließen.

 

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Wer vom Kurs der Geschichte abweichen möchte, kann hier sogar mit seinem Königshaus brechen und sich neue Verbündete suchen, was in vollkommen neuen „Was wäre wenn“-Szenarien resultiert. Auf einer Übersichtskarte findet man die möglichen Schlachten, sowie eine Beschreibung der möglichen Ausgänge und Auswirkungen von Sieg oder Niederlage.

Für Spieler, die nicht mit dieser Mechanik vertraut sind, steht dieser große Sandkasten allerdings wie eine Chinesische Mauer zwischen ihnen und dem Spielspaß, den sie wohl suchten, als sie das Spiel erstanden haben. Denn der Menüpunkt „Battle“ mit dem Button „Start Battle“ ist gut versteckt hinter einigen Untermenüs und will sich auch erst zeigen, wenn das ganze Management abgeschlossen ist. Und hierfür gibt es weder ein Tutorial noch nützliche Tips oder „erstmal immer OK drücken, ich will zocken“. Entweder fleißig selbst rausfinden oder Onkel Google um Hilfe bitten ist angesagt. Je nach Charakter gilt es hier auch erst einmal nur wirtschaftliche oder administrative Tätigkeiten auszuüben, bevor man überhaupt ans Kämpfen denken kann.

 

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Ohne Fleiß kein Reis

 Endlich bis zum „Begin Battle“ durchgeschlagen findet man sich endlich da wieder, wo man hin wollte. Wo Helden geboren und Legenden geschrieben werden. Das Schlachtfeld!

Und wie es gleich zur Sache geht! DW8E nutzt die Playstation 4 gut aus, um flüssig Horden von Gegnern darzustellen, in denen man sich so richtig austoben kann. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach: Ein Knopf für normale Attacken, einer für Schwere Attacken, Springen und Spezialangriff, für den man allerdings erst einmal Energie aufladen muss. Zudem kann der Spieler die Waffen wechseln, ein Pferd rufen und gegnerische Schläge abblocken.  All dies geht flüssig von der Hand und ist nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergegangen.

Die Übersichtskarte zeigt an, welche Gebiete freundlich (blau) sind und welche es dem Feind (rot) abzuknöpfen gilt. Dies geschieht, indem man die Kommandanten der jeweiligen Festungen und Lager besiegt. Doch auch der Gegner verfolgt eine Strategie und wird versuchen, wichtige Stellungen zu verstärken oder zurück zu erobern. Also sollte man sich nicht zu sehr darin verlieren, dutzende gegnerische Soldaten mit einem Schwertstreich in die Luft zu schleudern und die Kill Chain weiter nach oben zu jagen. Aber genau das macht einfach so unendlich viel Spaß!

Die Grafik ist dabei solide, jedoch auch nicht mehr. Große Schmankerln sollte man hier nicht erwarten, Umgebungstexturen und Objekte wiederholen sich oft und ohne Übersichtskarte würde man sich in den teils monoton wirkenden Levels oft verlaufen. Was auch mit Karte ab und zu passieren kann. Die Musik ist wie von Dynasty Warriors gewohnt ein fetziger Gitarrensound, der die Acion gekonnt vorantreibt. Die Spielercharaktere und auch andere Generäle geben per Textbox und Sprachausgabe Kommentare zu ihrer momentanen Situation, rufen um Hilfe oder drohen mit ihrer Rückkehr, wenn man ihnen einen passenden Scheitel gezogen hat.

 

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Bachelor of Hack and Slash

Der Gesamteindruck von Dynasty Warriors 8 Empires lässt sich schnell zusammenfassen: Es ist eben Dynasty Warriors. Diese Spielereihe hat sich über die Jahre ihr eigenes Genre definiert und variiert seitdem immer wieder an sich selbst herum. Wer eine wirklich gut fusionierte Mischung aus Hack & Slash-Action und Management, Strategie und Wirtschaft als gelungenen Freizeitspaß sucht, ist hier goldrichtig. Und selbst wenn man sich nicht gleich in diese Sparte einordnen kann, Dynasty Warriors ist durchaus einen Blick wert. Die Bereitschaft, sich in das unorthodoxe System einzuarbeiten, wird reichlich belohnt. Jeder Charakter besitzt eigene Zwischensequenzen, die Storyelemente sind fein miteinander verflochten und die Geschichte der Drei Königreiche ist ein Epos, das auf der Welt seines Gleichen sucht.

Es sei nur noch einmal erwähnt: Dieses Spiel ist alles Andere als einsteigerfreundlich!

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