1. September 2020

EA Sports UFC 4

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EA kehrt erneut mit einem neuen Teil der beliebten MMA-Kampfsportserie zurück, UFC 4.
Also ziehen wir mal unsere Kampfhandschuhe an und begeben uns auf die Matte.

Spielmodi
UFC 4 bietet uns einen bunten Blumenstrauß an Online- und Offline-Spielmodi. Wir haben einen normalen Versus-Kampf, Stand and Bang (Kein Grappling, Bodenkampf oder Submissions), K.O.-Modus oder einen Individuellen Kampf, wo wir unsere Regeln selbst bestimmen können. Natürlich darf auch ein Karriere-Modus nicht fehlen. Tägliche Herausforderungen bringen uns zudem noch nach Abschluss XP, die wir in unseren Kämpfer oder Kämpferin investieren können, aber mehr dazu in den nächsten Absätzen.

Vorab möchte ich erwähnen, dass ich noch nie einen vorangegangenen Teil der UFC-Serie gespielt habe. Ich kann deshalb leider nicht darauf eingehen, ob sich etwas verbessert oder verschlechtert hat, dennoch neu sind die oldschooligen Hinterhofkämpfe oder aber das Kumite, welches uns an Bloodsport oder aber Mortal Kombat erinnert.

Karriere-Modus
Der wohl unterhaltsamste Modus ist für mich der Karriere-Modus. Wir erstellen einen eigenen Kämpfer oder Kämpferin und begeben uns in die Obhut unseres Coaches. Der Weg zur Weltrangspitze ist steinig, dennoch macht es Spaß, Gegner herauszufordern bzw. Kampfangebote anzunehmen und die Wochen vor dem Kampf sinnvoll mit Training zu nutzen. Hier wird uns mit Sicherheit nicht langweilig werden, da wir verschiedene Kampftaktiken und -arten ausbauen können. Zudem verdienen wir auch Skill-Punkte, die wir nach Belieben auf unseren Kämpfer verteilen können.
Der Social-Media-Aspekt ist auch ganz nett eingebunden. So finden wir in Ladebildschirmen alte und neue Highlights im Instagram-Stil wieder, oder können in unserem persönlichen Feed auch auf Twitter-Posts reagieren. Je nachdem wie du antwortest, baust du etwa Freundschaften oder aber Rivalitäten auf. Werde zur Kampfmaschine und sicher dir deinen Platz ganz weit oben!

Kampfverträge
Spielst du den Karriere-Modus, so kannst du, wenn du gut genug bist, zwischendurch Kampf-Verträge abschließen. Hier bekommst du mit erfolgreichem Abschluss des Vertrages besondere Boni, wie zum Beispiel ordentlich Cash um natürlich dieses Geld im Training einzusetzen. Zum Beispiel kannst du dir andere Kämpfer aus der UFC einladen und sogar deren Techniken aneignen. Ansonsten bieten dir die Boni auch neue Beliebtheitspunkte und Follower. Wozu? Na, ist ein Kampf mehr gehyped, bekommt man auch bessere Kampfangebote, mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Weiber. Ok, letzteres war gelogen, aber du weißt schon, was ich meine.

Gameplay
Wie schon erwähnt, spielt sich ein UFC-Spiel anders als andere Prügler. Taktik ist das A und O. Neben dem Knockout gibt es noch andere Varianten um einen Gegner Schachmatt zu setzen. Zum Beispiel durch Gelenk-Submissions. Dazu musst du nur die Schultertasten im farbigen Bereich des Gegners halten. Bist du am Boden, kannst du dich befreien, musst du dich im Umkehrschluss deine Leiste von der deines Gegners oder Gegnerin fernhalten.

Man kann sich im Laufe des Spiels neue Techniken, wie spezielle Kicks, Punches, etc. aneignen oder upgraden. Nicht immer laufen diese speziellen Moves so, wie man es will, denn hier gilt es Tastenkombinationen auswendig zu lernen. Schade, das hätte man auch dynamischer gestalten können.

Extras
Natürlich kannst du deine erstellten Kämpfer*innen optisch aufwerten, seien es verschiedene Hosen, Mundschutz, Tattoos, Sieges- oder Provokationsposen und mehr. Wenn wir aber so richtig cool aussehen wollen, müssen wir diese Gegenstände mit unseren erspielten Coins einlösen. Ärgernis: Die Kämpfe und die erledigten Herausforderungen werfen recht wenig Coins ab, sodass wir entweder sehr lange spielen müssen um unseren gewollten Gegenstand freizukaufen oder aber, du hast es erahnt, Echtgeld in die Hand nehmen müssen um unsere Coinbörse zu füllen. Klar, es ist kein Pay to Win, dennoch kennen wir alle den Drang nach Individualismus, der uns schon triggern könnte.

Kämpferliste
UFC 4 bietet uns nahezu alle aktuellen Kämpfer*innen, genaugenommen die Top 50 der verschiedenen Gewichtsklassen (Strohgewicht, Fliegengewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht, Schwergewicht, Bantamgewicht, Weltergewicht) und die typischen MMA-Techniken (Boxen, Ringen, Kickboxen, Jiu-Jitsu etc.)

Mein Liebling ist nach wie vor Suga Sean O’Malley, der Dennis Rodman unter den Kämpfern. Da ich selbst des Öfteren die MMA-Highlights auf den Social-Media-Kanälen verfolge, finde ich es einfach genial, dass mir da kein Kämpfer fehlt und ich so manche Highlights nochmal auf meine Art nachspielen kann. Gerade die Detailverliebtheit der Gestaltung der einzelnen Kämpfer ist bei UFC 4 besonders gut gelungen. Hier würde auf jede richtig platzierte Tätowierung oder andere optische Merkmale besonders gut geachtet, sodass wir ein realistisches Gefühl bekommen.

Fazit

UFC 4 ist sicherlich nicht perfekt, aber dennoch wohl das beste Spiel des MMA-Genres. Die verschiedenen Austragungsorte wie der Backyard, das Kumite, oder Octagon bringen Abwechslung im Spiel. Hast du noch keinen UFC-Teil gespielt, sei dir gesagt, dass das Spiel kein normaler Prügler wie ein Street Fighter, Tekken oder Mortal Kombat ist. UFC ist viel taktischer und benötigt als Anfänger eines: Geduld und Übung!

Gerade hier sind dankbarerweise, gerade in der Karriere, eine gut Möglichkeit um sich mit dem Spiel vertraut zu machen. Hat man vergessen, wie ein Move geht, dann kann man immer wieder in das Handbuch schauen, wo alles recht gut erklärt ist. Was alteingesessene Spieler der Reihe jedoch nerven könnte ist, dass man im Karrieremodus das Training nicht simulieren lassen kann.

Man hätte dem Spieler noch ein Bonbon gönnen können und einen Fotomodus einfügen können, oder aber auch die verschiedenen Arena-Einläufe etwas cooler gestalten können. Hätte, hätte, Fahrradkette. Das Hauptaugenmerk liegt auf den direkten Kampf und nicht auf dem Drumherum. Apropos Drumherum, ich möchte an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass die DLC und Ingame-Käufe total fehl am Platz sind, man könnte Spieler viel länger bei Laune halten, wenn man nach einiger Zeit eine kostenlose Überraschung zum Beispiel in Form von optischen Goodies oder neuen Kämpfern spendiert. Man muss UFC 4 zu Gute halten, dass diese Extras dennoch rein kosmetische Mikrotransaktionen sind.

Wo ich persönlich ab und an in den Controller gebissen habe war, dass wenn ich zum Beispiel als Boxer auf dem Boden lande und der Gegner ein Ringer ist, es nahezu unmöglich war wieder aufzustehen oder anderweitig auf die Beine zu kommen. Dies führt zu manch einem Frustmoment, den man aber umgehen könnte, wenn man die Schwierigkeit der Kämpfe herunterschraubt.

EA Sports UFC 4 hat mir dennoch sehr viel Freude bereitet und es hat Spaß gemacht, auch wenn der Karrieremodus etwas langwierig ist, sich an die Spitze zu kämpfen und immer besser zu werden. Hier hätte man zum Beispiel mehr Interaktion mit dem Trainer oder Videosequenzen einfließen lassen können um dem Ganzen eine Seele oder mehr Persönlichkeit zu geben (FIFAs Journey-Modus ist an der Stelle ein positives Beispiel). Alleine die Optik des Spiels bietet uns geniales MMA-Feeling- und, sind wir mal ehrlich, es hat etwas befriedigendes nach einem gestressten Tag, dem Gegner windelweich zu prügeln, bis er blutet. Ja kling, brutal, ist es aber auch: MMA (Mixed Martial Arts) ist kein normaler Sport. Dessen muss man sich bewusst sein. Die Punches und Kicks gehen uns flüssig von der Hand und auch das Clinch- und Submissionsystem ist leicht zugänglich.

Kurzum: Insgesamt kann sich die Präsentation sehen lassen, die Knockouts und das Schadensmodell sind sehr authentisch und „stimmungsvoll“ in Szene gesetzt. Die Auswahl an Kämpfern und Kämpferinnen lässt nichts zu wünschen übrig. UFC 4 ist anspruchsvoll, realistisch und wir werden unser Bestes geben müssen, um an die Spitze der Weltrangliste zu landen.

EA Sports UFC 4

8.3

Wertung

8.3/10

EA Sports UFC 4 erscheint am 14.08.2020 für  PlayStation 4 und Xbox One.

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