Auf der E3 kurzfristig angekündigt, lässt Sony den Worten auch sogleich Taten verfolgen und veröffentlicht „Entwined“ als Downloadtitel im PSN Store – PS3 und PS Vita-Besitzer sollen ebenfalls bald in den Genuss kommen, sich das im Moment für 7,99 € erhältliche Kunstspiel zu Gemüte kommen zu lassen.

„Kunstspiel?!“ mögen jetzt bei manchen die Alarmglocken schrillen – doch keine Sorge, mit spaßbefreiter Hochkultur hat „Entwined“ nicht viel zu tun. An sich ist die Systematik des Spiels sehr schnell erklärt:

Wir steuern zwei Figuren – links einen holländisch-orangen Fisch und rechts einen rein farblich blauen aber ansonsten mutmaßlich nüchternen Vogel – mit den beiden Analogsticks des Controllers. Die beiden scheinen schwerelos durch den Raum zu fliegen und – je nachdem wie geschickt wir uns anstellen – das Ganze wirkt ausgesprochen anmutig. Unsere Aufgabe ist es, die beiden Tiere durch einen Parcours zu fliegen und dabei die Energiebalken der beiden nach und nach auzuladen.

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Es können durch verschiedenste Flugmanöver Punkte gesammelt, zeitgleich aber auch Punkte durch ungeschicktes Anecken an Hindernissen verloren werden. Sind dann letztlich beide Anzeigen komplett gefüllt, können sich die beiden Tiere vereinen und die Verwandlung in einen  grünen Drachen vollziehen. In dessen Form erreichen wir zum Abschluss eines jeden Levels ein Gebiet, welches ohne genau Zielvorgabe frei zu durchfliegen ist und auch hier gilt es wieder, Punkte zu sammeln – habt ihr genug davon aufgelesen, öffnet sich das Portal zur nächsten Welt, in der ihr wieder als Fisch und Vogel startet.

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Insgesamt wiederholt sich dieser Vorgang neun Mal, danach ist der Storymodus erfolgreich abgeschlossen. Klingt schlicht? Ist es auch – aber zwischen „schlicht“ und „schlecht“ liegt mehr als nur ein unterschiedlicher Buchstabe: „Entwined“ ist optisch ausgesprochen schön gestaltet und entwickelt einen ganz eigenen, hypnotischen Fluss. Die Farben in Kombination mit der schwerelosen, gleitenden Bewegung der zu steuernden Figuren ziehen euch innerhalb kürzester Zeit in ihren Bann und auch wenn es im eigentlichen Sinn keine Story gibt, der es zu folgen gilt – es wird euch schwer fallen, den Controller wieder wegzulegen.

Klingt schlicht? Ist es auch – aber zwischen „schlicht“ und „schlecht“ liegt mehr als nur ein unterschiedlicher Buchstabe

Hinzu kommt die durchweg passende musikalische Untermalung, an der ihr sogar ein Stück teilhabt, in dem ihr im vorgegebenen Rhythmus die einzusammelnden Punkte trefft. Jedes Mal erklingt ein dabei ein Ton, der sich wie selbstverständlich in die Klänge im Hintergrund einzufügen scheint. Das Spiel ist in dieser Hinsicht in sich so stimmig, dass das Spielen eine wahre Freude ist.

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Doch so wie der entstehende Spielfluss sicherlich größter hervorzuhebender Pluspunkt von „Entwined“ ist, so ist dieser leider gewissermaßen die Krux an der Sache: Von Zeit zu Zeit ruckelt das Spiel merklich und da gerade die Gleichmäßigkeit eures Fluges entscheidend für das Spielgefühl ist, liegt hier ein nahezu unverzeihlicher Fehler. Das dürfte einfach nicht passieren – zumal die PS4 mit den grafischen Anforderungen von „Entwined“ wohl kaum überfordert sein dürfte.

Dennoch ist „Entwined“ spielenswert – begebt euch auf einen visuell faszinierenden Trip und fördert eure Rechts-Links-Koordination!

FAZIT

„Entwined“ ist ein wohldurchdachtes, optisch ansprechendes Spiel, dass es schafft, bereits nach kurzer Spielzeit einen gewissen Flow zu entwickeln. Dieser kann euch zweifelsohne in seinen Bann ziehen – schade nur, dass die hypnotische Wirkung immer wieder durch unentschuldbares Ruckeln gestört wird und so der komplette Fluss des Spiels lahmgelegt wird. Sehen wir von diesen Kinderkrankheiten einmal ab, bietet „Entwined“ dennoch ein stimmiges Bild: Gestaltung und musikalische Untermalung fügen sich zu einem kleinen Gesamtkunstwerk, das uns zweifelsohne über die schätzungsweise etwas mehr als eine Stunde betragende Spielzeit in seinen Bann zieht.

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