27. August 2020

Fast & Furious Crossroads im Test

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Mit Fast & Furious: Crossroads von Slightly Mad Studios (Project CARS 1 + 2) und Tigon Studios bekommen Rennspielfans einen actionreichen Arcade-Racer geboten, der es in sich hat… zumindest in Bezug auf dem extremen Trashfaktor, der eine Hauptrolle im neuen Lizenzspiel erhalten hat. Warum an der Technik des Spiels wiederum eine Parkkralle hängt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Zusammen mit altbekannten Fast & Furious-Gesichtern wie Dom (Vin Diesel) und Letty (Michelle Rodriguez) sowie den Neulingen, unter anderem Vienna und Camp, begebt ihr euch als Spieler auf Gangsterjagd. Mit einer gehörigen Ladung Action, Explosionen und einem charmant trashigen Touch spielt ihr in Fast & Furious: Crossroads eine etwa vier bis fünf Stunden andauernde Story in der ihr einen primär linearen Ablauf des Spiels verfolgt. Ein ausgiebiges Erkunden der Spielwelt sieht dieses Spiel für euch nicht vor.

Um in der Kampagne voranzuschreiten begebt ihr euch zu einer bestimmten Markierung auf der Karte. Hier erwarten euch schließlich Aufgaben wie das Hacken und Jagen eines LKW, verschiedene Rennen oder auch Verfolgungsjagden mit der Polizei oder Gangstern. Während dieser könnt ihr gegnerische Fahrzeuge mit den für eure zu dem Zeitpunkt aktive Spielfigur, welche ihr oftmals während einer Mission wechseln müsst, und an dessen Fahrzeug vorhandenen Attacken angreifen. Für mehr Geschwindigkeit in brenzligen Situationen steht euch außerdem eine Ladung Nitro zur Verfügung.

Trash ist toll, gar keine keine Frage. Übertriebene Fahrzeuge von klassischen Rennwagen bis hin zu schnellen Panzern, Explosionen soweit das Auge reicht und Michelle Rodriguez` Sprüche in der Rolle von Letty werden besonders bei Fans der Fast & Furious-Reihe für ein Lächeln im Gesicht sorgen. Wäre da nur nicht das Gameplay, das Crossroads das Getriebe zerstört. Wenn sich das Steuern der Fahrzeuge wie eine Seifenrutschfahrt durch die Badewanne anfühlt, bei der man die Kontrolle über das Vehikel nahezu komplett verliert und sich jedes Auto praktisch gleich anfühlt, dann läuft an dieser Stelle definitiv etwas falsch. Zuzüglich nützt auch das verkrampfte Verteidigen vom ersten Platz beim kleinsten Fehler nicht mehr viel, da die Gummiband-KI euch immer dich auf den Fersen ist. Ich musste direkt zweimal überprüfen, ob dieser Titel tatsächlich durch Slightly Mad Studios entwickelt worden ist. Durch die Project CARS-Ableger war ich ein ganz anderes Niveau von ihnen gewohnt. Ein Studio, das beinahe mit den ganz großen Titeln im Racing-Genre mithalten kann, hat mit Fast & Furious: Crosscroads nun leider nahezu den Totalschaden eines Videospiels in seinem Portfolio.

Wer die kurze Kampagne durchgespielt hat, könnte sich im Anschluss mit dem Online-Multiplayer vergnügen. Testen konnte ich den Online-Modus bisher jedoch nicht, da sich bisher nie genügend Spieler gefunden hatten, schade! Einen Splitscreen-Modus gibt es leider nicht, wobei dieser auch heutzutage noch wunderbar zu Fast & Furious: Crossroads gepasst hätte.

Optisch bekommt ihr mit Fast & Furious: Crossroads eine Zeitreise zur siebten Konsolengeneration geboten. Die Texturen, Hintergründe und Details erinnern stark an vergangene Zeiten der PS3 und Xbox 360. Hinzu kommen vereinzelte Ruckler, Spielabstürze und Bugs, die zum Neustart des Spiels auf der von mir getesteten PS4-Version führten. Wer gerne die Kameraperspektive ändert oder anderweitige Einstellungen vornehmen möchte, ist hier ebenfalls an der falschen Adresse. In diesem Sinne würde ich nun gerne „zurück in die Zukunft“.

Fazit

Ich möchte ehrlich mit euch sein. Wer sich unter Fast & Furious: Crossroads ein noch übertriebeneres Need for Speed mit spannenden und überzogenen Rennen vorstellt, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Auch wenn das Spiel mit seinen Originaldarstellern, deren Stimmen und dem trashigen Charme glänzt, so enttäuscht es bei der Technik, Grafik und vor allem beim Spielspaß. Mit 50 – 70 Euro ist Fast & Furious: Crossroads für das, was es euch als Spieler bietet, außerdem maßlos überteuert. Ich würde mich dennoch freuen, von Slightly Mad Studios zukünftig einen Arcade-Racer zu spielen, der im Gesamtpaket überzeugen kann.

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1. September 2020 0
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