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19. November 2018

Leisure Suit Larry – Wet Dreams Don’t Dry

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Larry Laffer is back – der Kult-Macho aus den 80er Jahren feiert mit dem pornösen Titel “Wet dreams don’t dry” sein schlüpfriges Comeback. Crazy Bunch und Assemble katapultieren den Möchtegern-Playboy ins 21. Jahrhundert. Retro-Schmierlappen trifft auf Hipster und Influencer – das könnte lustig werden.

Larry Laffer bumst sich den Weg zu seiner Traumfrau

Larry Laffer – ein Mann, vor dem die Frauen in der Realität reihenweise fliehen würden. Sprüche á la „Hey Schnitte, schon belegt?“ gehören zu seinem Anmachspruch-Repertoire. Was in der Realität ein absolutes No-Go ist, ist im Spiel allerdings ziemlich lustig. Allerdings hat sich seit den 80ern einiges getan. Wie passt so ein Larry in das 21. Jahrhundert? Mit genau dieser Frage haben sich auch die Entwickler von Crazy Bunch beschäftigt – und servieren uns mit wet dreams don’t dry die Antwort.

Über Nacht landet Larry plötzlich im 21. Jahrhundert. Die Welt wird beherrscht von einem seltsamen Ding namens Internet. Alle Leute starren nur noch auf einen kleinen rechteckigen Kasten, mit dem sie ihre Essgewohnheiten krankhaft dokumentieren. Smartphone, oder so. Genau so ein Teil führt Larry zu einer Frau, die Larrys Herz sofort höher schlagen lässt. Blöd nur, dass die Dame nur Männer datet, die einen 90er Score in der Dating-App Timber erreicht haben. Aber Larry wäre nicht Larry, wenn er diese Herausforderung nicht annehmen würde! Die Aufgabe: Möglichst viele Timber-Dates knattern, um die Angebetete zu beeindrucken. Eine – wortwörtlich – knallharte Mission, bei der unser 80er Jahre Macho auf Social Media, Craft Beer und Feminismus trifft.

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Larry Laffer hübsch aufpoliert

Für das neue Abenteuer wurde Larrys Aussehen etwas aufgefrischt. Auch die Stadt New Lost Wages samt Lefty’s Bar glänzen in kräftigen, frischen Farben. Und nicht nur optisch hat sich vieles verändert. Was früher eine Aneinanderreihung flacher Witze war, ist jetzt ein Point-and-Click-Adventure mit vielen (kniffligen) Rätseln. Auch das Frauenbild hat sich stark verändert. Die klischeehaften Pinup-Girls mit Schlauchboot-Lippen und dicken Hupen mussten modernen Stereotypen weichen.

Mit viel Liebe zum Detail werden moderne Klischees aufs Korn genommen. Da wären zum Beispiel die Hipster-Boys mit Vollbart, Man-Bun und einer Bar, die nur vegane ultimativ-alternative Produkte anbietet. Oder die Influencerin, die hunderte Fotos von ihrem Getränk auf Instacrap postet und selbst noch vom Klo aus ihre treuen Follower bespaßt. Auch moderne Phänomene nimmt Crazy Bunch auf die Schippe. So bringt Barkeeper Lefty beispielsweise einen netten Seitenhieb auf die Ice-Bucket-Challenge, als er Larry erklärt, dass die Menschen heute glauben, sie müssten sich Eiswasser über den Kopf schütten, um für einen guten Zweck zu spenden.

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Knifflige Aufgaben und heftige Flatulenzen

Große Unternehmen wie Apple sind ebenfalls mit von der Partie: Ein zentraler Punkt ist die Prune Corporation. Ein Imperium von Bill Jobs, der dort das revolutionäre PiPhone entwickelt hat.  Das Prune-Hauptquartier hat übrigens die Form von einem riesigen Penis – mit einem Brunnen auf der Spitze. Mit dem Taxi-Unternehmen Unter bewegt sich Larry quer durch New Lost Wages, um Timber-Matches zu treffen und Aufgaben zu lösen. Und diese Aufgaben sind teilweise wirklich nicht einfach. Um sie zu lösen, müssen manchmal Gegenstände im Inventar kombiniert werden. Allerdings sind diese Kombinationen nicht immer wirklich logisch, sodass ich oft einfach nach dem Trial and Error Prinzip alles ausprobiert habe, bis ich die Lösung gefunden habe.

Leisure Suit Larry lebt natürlich hauptsächlich von seinen schmutzigen Witzchen und überspitzten bis ekelhaften Situationen. Und von denen gibt es reichlich: Von anzüglichen Flirts bis hin zu Flatulenzen und Kakophonien auf dem Klo.

Bei all den neuen und modernen Einflüssen, finden sich beim neuen Larry immer wieder liebevolle Anspielungen auf die Vorgänger. So hängt beispielsweise immer noch das verpixelte Gemälde einer Frau in Lefty’s Bar. Noch eine kleine Hommage an das Original von 1987: Das kleine Quiz zu Beginn des Spiels, mit dem man sein Alter bestätigen muss.

Fazit

Larry Laffer – entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Versaute Flachwitze und widerliche (Körper-)Flüssigkeiten aller Art sind nunmal nicht für jeden was. Mir persönlich gefällt der neue Larry wirklich gut. Die liebevoll ausgestalteten Charaktere und New Lost Wages waren ein absoluter Hingucker, immer wieder gab es etwas zu entdecken. Ich habe gelacht und mich geekelt – genau das, was ich mir von diesem Spiel erhofft hatte. Besonders gelungen finde ich die leichte Gesellschaftskritik, die sich zwischen den feuchtfröhlichen Witzen versteckt.

Ein kleiner Minuspunkt sind die Rätsel, deren Lösungen manchmal echt schwierig waren. Die teils unlogische Kombination von Gegenständen hat den Spielfluss gestört und mich an manchen Stellen gefrustet.

Alles in allem ist Larry Laffers Comeback trotzdem gelungen. Hinzu kommt, dass ich die Wahl für die Synchro von Larry super finde. Philipp Moog, der unter anderem als Stimme von Frauenheld Barney Stinson aus How I Met Your Mother bekannt ist, verpasst Larry den perfekten Ton. Das neue Design und die „Modernisierung“ des Frauenbilds ist für eingefleischte Larry-Fans vielleicht gewöhnungsbedürftig, ich gebe jedenfalls ein “Daumen hoch”!

Japan-Fan, Kaffeejunkie und Sushi-Verrückte aus Leidenschaft mit einer Vorliebe für Goodies und Schnickschnack. Maren steht auf Horror, Gemetzel, Psychothriller und alles, was nicht ganz dicht ist. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit dem verrückten Hutmacher im Wunderland.

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Wortjäger

20. November 2018 0
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