15. Mai 2019

Life is Strange 2 – Episode 3 (Wastelands)

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In der dritten Episode von Life is Strange 2 sind die Diaz-Brüder Sean und Daniel vorübergehend in einer Clique im kalifornischen Wald angesiedelt, in der sich ein Haufen sozialer Außenseiter aufhält, die alle aus ihren Zelten leben. Sean und Daniel haben mittlerweile einen illegalen Job auf einer Hanfplantage übernommen, im dem sie Tag für Tag Cannabis zurechtschneiden um sich ein paar Taler für die weitere Reise nach Mexiko zu verdienen. Aber Life is Strange wäre nicht Life is Strange, wenn sich nicht ein paar zwischenmenschliche Gegebenheiten in den Fokus rücken würden, wie zum Beispiel ein Wiedertreffen und zusammenleben mit Finn und Cassidy.

Sean Diaz und sein kleiner Bruder Daniel wachsen. Also nicht im eigentlichen Sinn, sondern Daniel befindet sich inmitten der Pubertät und Daniel wird rebellisch. Wir alle kennen es, naja zumindest die, die ein jüngeres Geschwisterchen haben: Man ist auf dem Weg erwachsen zu werden und möchte lieber Zeit mit Freunden verbringen, die erste Liebe finden, sein Leben genießen und Party machen. Wäre da nicht dieser Klotz am Bein, auf den wir ständig aufpassen müssen- das jüngere Geschwisterteil! Kennt Ihr nicht? Spätestens beim Spielen der dritten Episode Life is Strange 2 werdet Ihr dem nachempfinden können.

Sean ist ständig hin und hergerissen: Da ist diese eine Person die ich mehr als mag und gerne mehr mit Ihr machen möchte, als sich nur über das schöne Wetter zu unterhalten und auf der anderen Seite ist da mein kleiner Bruder Daniel, der eifersüchtig auf andere ist, weil ich nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringe. Daniel wird uns in Wastelands sicherlich rein nervlich auf eine harte Probe stellen. Er ist trotzig, übermütig und hört nicht auf den älteren Bruder. Schließlich ist er ja schon groß und braucht keinen Babysitter mehr. Hinzu kommt der gefährliche Fakt, dass Daniel diese besondere Gabe besitzt, mit der er noch lernt behutsam damit umzugehen und sie mit bedacht und für die richtigen Dinge einzusetzen. Macht Euch in Wastelands auf viele innere Zwickmühlen gefasst. Daniels Sturheit wird sich sicherlich späteren Episoden in der Entwicklung auszahlen, in Wastelands ist sie jedoch mit Kosten verbunden.

Ansonsten: Life is Strange-Typisch endet die Episode mit einem fiesen Cliffhänger. Wie es weitergeht werden wir leider erst wieder in ein paar Wochen, genaugenommen im August, erfahren.

Mehr werde ich an dieser Stelle nicht verraten- lasst Euch überraschen. Wenn Ihr Lust habt und die Episode bereits gespielt habt, dürft Ihr auch gerne einen spoilerfreien Kommentar abgeben, wie Euch die Episode 3 gefallen hat.

Das Life is Strange 2 – Save Game Debakel

Wir müssen auch mal über die Dinge reden, die den Inhalt der dritten Episode Wastelands zwar nicht betrifft, aber für Ärger sorgten. Wie es der Zufall so will, war ich direkt betroffen. Ein Speicherbug schlich sich kurz nach Beenden der zweiten Episode von Life is Stange 2 ein. Viele, so wie ich, bemerkten es nach dem Durchspielen nicht, sondern erst, nachdem man die dritte Episode manuell runtergeladen (der Download startete nicht automatisch von selbst) sowie installiert hatte und das Spiel starten wollte. Der Bug führte das Problem mit sich, dass nach Beendigung von Episode 2 der Speicherstand gelöscht wurde. Manuelles zurückholen war keine Option. Für mich und auch viele andere ist dies ein ziemlich großes Problem, denn schließlich beruht Life is Strange auf eigens getroffene Entscheidungen um das weitere Spielerlebnis möglichst authentisch und intensiv zu halten. Klar kann man nochmal ganz von vorne beginnen- jedoch habe ich für jede Episode rund fünf Stunden gebraucht, da helfen auch nicht die meist überspringbaren Cutscenes über den Schaden hinweg, die Zeit erneut zu investieren und nochmal alle Sammelgegenstände neu einzusammeln und sich daran zu erinnern, wie man sich noch gleich in gewissen Momenten entschieden hat. Nicht nur das Gefühl aus dem Bauch ist weg, sondern, wie eben gesagt, auch alle sammelbaren Gegenstände, die Patches und Anhänger meines Rucksacks.

Dontnod hatte sich einfallen lassen, vier Ersatz-Saveslots anzubieten um den Schaden zu reduzieren. Man kann alle Entscheidungen zwar nochmal einsehen, aber kein neuer Saveslot kommt den eigenen Entscheidungen zu 100% nach. Warum agierte man nicht so wie es zum Beispiel Telltale mit seiner Walking Dead Serie gemacht hat und bringt kurze Panels, wo man nochmal seine Optionen setzen kann und generiert daraus einen Speicherstand. Wie dem auch sei, ich bin als ultimativer Fan der Serie sehr enttäuscht und hoffe, dass so ein Fehler nicht nochmal vorkommt und vor allem, dass mein Spielverlauf der weiteren Episoden keinen großen Schaden nimmt. Ich werde übrigens diesen Fauxpas nicht in das Fazit einrechnen, dennoch war es mir ein Anliegen, diese Erfahrung mit Euch Lesern zu teilen.

Fazit

Das Leben rund um einen illegalen Marihuana-Anbau ist nicht gerade das uninteressanteste Setting, dennoch bleibt uns zusammenfassend nur flüchtige Momente im Kopf hängen da sich die Intensität zur vorherigen Episode nicht weiter entwickelt. Wastelands ist nicht nur die bis jetzt spielerisch kürzeste Episode, sondern auch diejenige, die die Familie am wenigsten in den Vordergrund stellt. Wastelands hat mich als Sean dazu gebracht, das brüderliche Band zu Daniel zu verfluchen und ihn gar an einigen Stellen zu hassen. Klar bezwecken die Entwickler auch die spielerische Erfahrung, aber ich kann mir kaum vorstellen, wie ich in der nächsten Folge wieder mit meinem kleinen Bruder zusammenwachsen kann, statt mich von ihm zu entfernen. Lassen wir uns überraschen.

 

Hier geht es zu den vorherigen Reviews zu Life is Strange 2: Roads & Rules.
Life is Strange 2 im Podcast & Releasezeitplan der Episoden.

Wertung

7.3

Wertung

7.3/10
  Review
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