11. November 2019

Luigi’s Mansion 3 im Test

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Etwas über 17 Jahre ist es her, dass zusammen mit dem GameCube das zum damaligen Zeitpunkt kritisch beäugte Luigi’s Mansion erschienen ist. Zum Release einer Konsole waren Nintendo-Fans es nämlich gewohnt, ein Spiel mit Mario als Hauptcharakter zu bekommen und mussten sich nun vorerst mit seinem Bruder anfreunden, der bisher weniger Auftritte bekommen hatte.

Mit zufriedenstellenden Wertungen und über 3 Millionen verkauften Exemplaren wurde das Spiel aber dennoch zu einem der erfolgreichsten Titel des Gaming-Würfels. In meinen Augen schon damals völlig zurecht. Umso mehr freute ich mich also auf den mittlerweile dritten Teil des putzigen Grusel-Action-Adventures. Warum Luigi’s Mansion 3 eines der tollsten Spiele für die Nintendo Switch geworden ist, erfahrt ihr in meinem schaurigen Test.

In die Falle von König Buu Huu getappt

In Luigi’s Mansion 3 möchten Luigi, Mario, Prinzessin Peach und ein paar knuffige Toads in unterschiedlichen Farben ihren Urlaub in einem Luxushotel genießen, für den sie freundlicherweise durch einen mysteriösen Brief eingeladen worden sind. Schon nach der ersten Nacht muss Luigi feststellen, dass die nette Geste nur eine Falle von König Buu Huu war, welcher seine Freunde von nun an in Gemälden gefangen hält. Zusammen mit Professor I. Gridd und dem neuen und verbesserten Schreckweg F-LU versucht Luigi umgehend seine Freunde zu retten und bei all dem Grusel die Zähne zusammenzubeißen. Wie auch schon in den Vorgänger-Teilen ist der knuffige Klempner mit der grünen Mütze kein großer Freund von schaurigen Schauplätzen.

Viele Etagen voller Geister

Die in den Gemälden gefangenen Freunde von Luigi sind über die gesamten Etagen im Hotel versteckt. Ihr kommt also nicht drum herum, euch in den Aufzug zu begeben, die unterschiedlichen Etagen abzusuchen und fiese Geister aufzusaugen, die sich euch zusammen mit einigen Rätselpassagen in den Weg stellen. Außerdem bekommt ihr durch fehlende Knöpfe im Fahrstuhl weitere Steine in den Weg gelegt. Diese erlangt ihr im laufenden Spielverlauf meist durch das Besiegen von Bossgeistern und könnt somit nur auf diese Weise in weitere Stockwerke gelangen.

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Schreckweg mit Updates

Ausgerüstet seid ihr mit dem Schreckweg F-LU, einem überarbeiteten Geisterstaubsauger von dem sich manch erfolgreiche Hausgeräte-Marke eine Scheibe abschneiden könnte. Der Sauger nimmt nämlich nicht nur Geister auf, sondern hilft euch auch tatkräftig beim Sammeln von Geld, welches in Form von Münzen und Scheinen im Spiel versteckt ist. Diese könnt ihr durch die im Spiel integrierte Schnellreise-Funktion fast zu jeder Zeit im Labor gegen nützliche Items wie Goldknochen, durch welche ihr nach einem möglichen Tod zurückkehren könnt, investieren. Außerdem besitzt ihr eine Taschenlampe mit der ihr Geister blenden und auf diese Weise anschließend einsaugen könnt. Habt ihr den Geist am Sauger, müsst ihr den Analogstick nur noch in die entgegengesetzte Richtung halten und ihn im Anschluss so lange per Tastendruck umherwirbeln, bis keine angezeigte Energie mehr übrig ist. Zudem ist es mit der Taschenlampe möglich, versteckte Gegenstände erscheinen zu lassen oder Gänge offenzulegen. Als weiteres Gadget steht euch ein Saugschuss zur Verfügung mit dem ihr einen normalerweise auf der Toilette verwendeten Pümpel mit einem Seil verschießen könnt, um an Gegenständen reißen und Geistern so beispielsweise ihr Schutzschild zu entwenden. Auch Objekte, die euch den Weg versperren, werden im Spiel oftmals auf diese Weise entfernt.

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Luigi’s Mansion trifft auf Flubber

Weitere Abwechslung beim Lösen der Rätsel bekommt ihr durch Fluigi. Fluigi ist eine grüne, glibbrige Kopie vom eigentlichen Luigi, der über die selbe Ausrüstung verfügt. Abseits davon, dass er zusammen mit Robin Williams in „Flubber“ hätte auftreten können, verfügt er allerdings zusätzlich über die Resistenz gegenüber Stacheln oder Gittern. Kommt ihr mit Luigi an einem bestimmten Punkt nicht weiter, hilft es meist den rechten Analogstick zu drücken und somit Fluigi zu aktivieren. Ihr könnt zwischen den beiden beliebig umherschalten und sie außerdem gemeinsam zum Ansaugen einsetzen. Übrigens könnt ihr Luigi’s Mansion 3 komplett im Koop-Modus spielen, in welchem eine Person in die Rolle von Luigi und die andere in die von Fluigi schlüpft.

Minispiele zum allein oder gemeinsam Spaß haben

Auch Minispiele haben getrennt von der Hauptstory ihren Weg in Luigi’s Mansion 3 gefunden, welche ihr entweder allein oder gemeinsam bestreiten könnt. Im Polterpark findet ihr mit „Geisterjagd“, „Pool-Münzjagd“ und „Kanonade“ drei verschiedene Minispiele, die von einer klassischen Punktejagd bis zur Teamarbeit umgesetzt wurden. Im Wirrwarrturm könnt ihr außerdem lokal mit mehreren Konsolen oder online gegen eure Freunde oder fremde Spieler antreten, in dem ihr in einer festgelegten Zeit mehrere Stockwerke von Geistern befreien sollt.

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Ein detailverliebtes Spukhotel

Optisch sowie technisch muss sich Luigi’s Mansion 3 nicht vor Super Mario Odyssey und Co. verstecken. Es läuft durchgehend flüssig und sieht unheimlich schön aus. Dies liegt nicht einzig und allein an der Grafik, sondern auch den vielen Details, die sich in den unterschiedlichen Stockwerken und Räumen des Hotels befinden. Jedes Stockwerk überzeugt durch eine andere Kulisse, welche einem bestimmten Thema nachempfunden wurde. So gelangt ihr während des Spielens unter anderem in ein Filmstudio, eine Kanalisation, ein Schloss oder gar in ein Pyramiden-Setting. Und wie in Hermine’s Handtasche befindet sich auch im Spukhotel aus Luigi’s Mansion 3 unheimlich viel Platz, der hinter jeder Ecke etwas für Entdecker verborgen hat. Fans von Sammelgegenständen kommen umso mehr auf diese Kosten, da die detailverliebte Spielwelt zum Erkunden einlädt. Untermalt wird dies zudem durch einen stimmigen, gruseligen Soundtrack à la Nintendo.

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Zu komplexe Steuerung

Luigi’s Mansion 3 glänzt vor Perfektion? Leider nicht überall. Ein in meinen Augen großes Manko stellt definitiv die Steuerung dar. Sie wurde relativ komplex mit vielen Funktionen für Staubsauger, Taschenlampe und Co. integriert und sorgt in stressigen Situationen mit teils mehrfach belegten Tasten für chaotische Fehler, die oftmals mit verlorener Lebensenergie enden können. Auch das Fangen der Geister ist mit den Analogsticks nicht immer präzise genug auszuführen. Zwar gewöhnt man sich in den ersten Spielstunden immer mehr an die Steuerung und verinnerlicht diese, bekommt im Laufe des Spiels jedoch immer wieder die Schattenseiten dieser vor Augen gehalten. Vor allem die jüngeren Spieler unter uns werden daher sicherlich Schwierigkeiten mit dem Spiel haben.

Fazit

Luigi’s Mansion 3 konnte mich mit seiner langen und nicht gestreckten Spielzeit von etwa 20 Stunden, der Liebe zum Detail, den unterschiedlichen Stockwerken und süßen Zwischensequenzen sowie Geistern in seinen Bann ziehen. Jeder Moment des Spiels weiß zu überzeugen und den Spieler zu begeistern. Die abwechlungsreichen und thematisch voneinander unterschiedenen Stockwerke sorgen zudem für genügend Motivation zum Erkunden und Sammeln. Einzig und allein die Steuerung ist mir beim Spielen negativ aufgefallen und daher möchte ich sie aus diesem Grund nicht unerwähnt und unbewertet lassen, nichtsdestotrotz sprechen wir jedoch weiterhin von einem kleinen Meisterwerk auf der Nintendo Switch. Wer mit dem Kauf von Luigi’s Mansion 3 liebäugelt oder sogar die Vorgänger bereits in sein Herz geschlossen hat, sollte keine Minute länger zögern und umgehend zuschlagen. Spätestens an Weihnachten darf dieses Spiel auf keinem Wunschzettel und unter keinem Weihnachtsbaum mehr fehlen.

Luigi's Mansion 3

8.5

Wertung

8.5/10
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