28. August 2019

The Dark Pictures Anthology: Man of Medan im Test

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Nachdem Supermassive Games‘ Until Dawn unzählige Spieler und Spielerinnen mit sympathischen Einlagen aus sämtlichen Horrorfilm-Klischees exklusiv auf der PS4 zum Gruseln einlud, dürft ihr schon bald mit einer neuen Gruppe von jungen Erwachsenen in ein weiteres Horrorerlebnis eintauchen und ein gruseliges Geisterschiff erkunden. Ob Man of Medan, welches als erster Titel der Dark Pictures Anthology erscheint, rockt und uns gehörig erschrecken konnte, erfahrt in unserem Test. Wer außerdem keine PS4 besitzt, muss nun nicht traurig sein. Man of Medan erscheint am 30.08.19 nämlich nicht nur für Sonys Heimkonsole, sondern auch für den PC und die Xbox One.

Wenn ein Ausflug unter Freunden auf einem Geisterschiff endet

Eine Gruppe fünf junger Erwachsener möchte mit einer großen Ladung an Partylaune und überheblichen Leichtsinn ursprünglich ein altes Wrack bei einem Tauchausflug erkunden. Zusammen mit einigen Flaschen Bier, professioneller Tauchausrüstung und Kameras im Gepäck, werden sie bereits nach einem kurzen Aufenthalt, einem aufziehenden Sturm und unerwünschter Gesellschaft schon sehr schnell mit einem 1947 verschollenen Kriegsschiff konfrontiert, dessen Besatzung auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Euer Ziel ist es in Man of Medan das gruselige Schiff mit seinen hinterlassenen Leichen zu durchqueren und gemeinsam zu fliehen. Zwischen den Spielabschnitten erörtert darüberhinaus der sogenannte „Kurator“, verkörpert durch Pip Torrens (The Crown, Preacher) euer Handeln und leitet euch in alter „Tales from the Crypt“-Manier durch den kurzen Horrortrip. Wir vermuten, dass der Kurator uns auch durch die weiteren Spiele der Dark Pictures Anthology führen wird. Inspiriert wurde Man of Medan mit all seinen Mythen übrigens durch die in den 1940er Jahren schiffbrüchige SS Ourang Medan, welche unter ähnlichen Umständen als Geisterschiff galt.

Man of Medan - Kurator

Eure Entscheidungen und Reaktionen bringen Leben, oder den grausamen Tod

Wie auch schon in Until Dawn zahlt sich jede eurer getroffenen Entscheidungen im Spiel positiv, oder aber sehr negativ aus. Dies streckt sich über die Eigenschaften verschiedener Charaktere und ihrer Bindung zueinander, sowie dem endgültigen Tod eines Charakters. Wer das Schiff am Ende des Spiels lebendig verlassen kann, liegt einzig und allein an eurer Spielweise und zuzüglich Schnelligkeit bei Quick-Time-Events, die ebenfalls in Man of Medan eingebunden worden sind. Um gewisse Situationen vorab erahnen und verhindern zu können, findet ihr im Spiel an einigen Stellen Gemälde, die beim Interagieren eine Zukunftsvision mit möglichen, bedrohlichen Sequenzen preisgeben. Nehmt ihr im späteren Spielverlauf eine ähnliche Szene wahr, solltet ihr besonders aufpassen.

The Dark Pictures Anthology: Man of Medan - Schiff

Schaurige Atmosphäre

Es gibt Orte, an denen ich keinesfalls länger als fünf Minuten verweilen möchte… vielmehr möchte ich an gewissen Orten überhaupt gar nicht erst sein. Hierzu zählt definitiv ein verlassenes und mit einem Fluch, oder Geistern besetztes Kriegsschiff. Man of Medan schafft es mit diesem Ort des Spielgeschehens und einigen Licht- und Schatten- sowie Soundeffekten für eine unheimlich drückende und düstere Atmosphäre zu sorgen. Mit perfekt platzierten, jedoch nicht übertrieben häufig genutzten Jumpscares, ist es zudem oftmals möglich, vor Schreck vom Sofa aufzuspringen, die Nachbarn mit einem hellen Schrei zu stören oder eine Palette von Erwachsenen-Windeln aus der nächstgelegenen Apotheke zu plündern. Nur seid gewarnt, nicht alles ist, wie es euch scheint. Lasst euch von Man of Medan nicht an der Nase herumführen und austricksen. Dies ist jedoch leichter gesagt, als getan. Auch wir mussten es in unserem gemeinsamen Spieldurchgang schmerzlich feststellen.

The Dark Pictures Anthology: Man of Medan - Kind / Child

Solo oder Koop?

Wir haben Man of Medan sowohl in der Solo-, als auch der Koop-Kampagne gespielt. Beide Varianten spielen sich unterschiedlich und lassen euch als Spieler auf unterschiedliche Situationen treffen. Spielt ihr zusammen mit einem Freund aus eurer Freundesliste (ihr müsst zwingend mit dieser Person befreundet sein), befindet ihr euch mal gemeinsam an einem Setting, an anderen Punkten des Spiels werdet ihr wiederum getrennt und wisst nicht, was euer zweiter Spieler gerade zu sehen bekommt, oder weshalb er sich sofern ihr einen Sprach-Chat nutzt, so enorm erschrocken und geschrien hat. Der Gruselfaktor wird euch durch das gemeinsame Bestreiten des Spiels somit nicht genommen und wird oftmals sogar noch verstärkt. Außerdem bietet euch das Spiel den „Filmabend“-Modus, in dem ihr in einer Gruppe von fünf Freunden Zuhause vom Sofa aus gemeinsam spielen und den Controller weiterreichen könnt. Für eine baldige Halloween-Party könnte diese Funktion bestimmt für einen coolen Abend sorgen. Mit einer Spielzeit von drei bis vier Stunden ist Man of Medan außerdem sehr gut in einem Rutsch durchzuspielen. Bestellt euch Pizza und stellt etwas Bier oder Softgetränke bereit, ladet die größten Schisser aus eurem Freundeskreis ein und dankt uns später.

The Dark Pictures Anthology: Man of Medan - Tod

Technik

Grafisch ist Man of Medan vor allem in Bezug auf die Charaktermodelle auf einem enorm hohen Niveau angesiedelt. So wurden unter anderem Shawn Ashmore (X-Men, Quantum Break) in der Rolle von Conrad oder der bereits zuvor erwähnte Pip Torrens (The Crown, Preacher) in der Rolle des Kurators gemotion-captured und ebenfalls für die Englische Synchronisation eingesetzt. Leider hatten wir beim Testen der PS4-Version während Filmsequenzen mit starken Rucklern zu kämpfen und hoffen, dass dies zeitnah durch einen Patch behoben wird. Zudem ist das Spielgeschehen im Koop-Modus an zwei Stellen bei einer Person komplett hängengeblieben, sodass durch den zweiten Mitspieler erst einmal die nächste Sequenz ausgelöst werden musste, bevor es weitergehen konnte. Dies ist ebenfalls etwas, dass bald gefixed werden könnte und sollte.

Lisas Fazit

Man of Medan ist genau das geworden, was ich von Supermassive Games erhofft und erwartet hatte, nämlich ein wunderbarer Horrorgame-Snack nach alter Horrorfilm-Manier. Ihr bekommt ein schauriges Geisterschiff-Setting, fiese und nicht übertrieben häufig eingesetzte Jumpscares und eine spannende Story mit offenem Ausgang durch eigens festgelegte Entscheidungen geboten. Außerdem lädt Man of Medan zum erneuten Durchspielen, allein oder mit Freunden, ein. Mir gefiel es sehr, das Spiel solo zu bestreiten, die Koop-Variante zusammen mit Zimmy konnte mich jedoch mindestens genauso überzeugen. Einzig und allein die Technik spielte nicht immer mit, weshalb ich auf einen baldigen Patch zum oder kurz nach Release des Spiels hoffe. In die Wertung muss dies nun erst einmal leider mit eingehen – und das tut mir an dieser Stelle für dieses ansonsten unheimlich charmante Horrorerlebnis mit einer angenehmen länge von ca. zwei Horrorstreifen sehr leid. Ich freue mich nun wiederum sehr auf den nächsten Streich der Dark Pictures Anthology und hoffe, dass dieser nicht allzu lang auf sich warten lässt.

Zimmys Fazit

Als Fan von Until Dawn und auch Hidden Agenda freute ich mich besonders auf den Start der Dark Pictures Anthology. Gut, das VR Spiel The Inpatient klammern wir an dieser Stelle mal aus, aber da wir schon letztes Jahr auf der gamescom einen Blick auf Man of Medan werfen durften, waren meine Zweifel dahin. Man of Medan erzählt eine gruselige Geschichte voller Mythen, Geistern und klassischen Horrorelementen. Ich hatte erst Angst, dass das Spiel viel zu heftig wird und ich das Spielen nicht durchhalte, aber es gibt ja auch praktischerweise einen genial umgesetzen Zweispielermodus, der das Spiel nochmal ganz anders auf uns wirken und uns vor allem an vielen Stellen überraschen lässt. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten und auch die Spielzeit eignet sich perfekt um sich einen Nachmittag oder Abend lang zu gruseln. Die Charaktere sind perfekt animiert und bringen ihre Rollen und auch eigene Charakteristik perfekt rüber. Grafisch ist das Spiel überragend und ich bin fasziniert davon, was technisch alles möglich ist. Die Gesichtszüge, die kleinen Details in der Kleidung der Protagonisten, die Licht- und Schattenspiele- einfach wundervoll.

Wie Lisa eben schon erwähnt hat ist Man of Medan nicht frei von technischen Mängeln wie Ruckler und einzelne Aussetzer, dennoch kann ich über diese Fehler hinweg sehen, da mich das Spiel sehr gut unterhalten hat, zudem ich einfach wissen wollte, wie es weiter geht und wie sich der Verlauf der Story weiter entwickelt. Man of Medan ist ein Spiel mit hohen Wiederspielwert, sei es alleine, mit einem Partner oder zusammen mit Freunden. Die Geschichte wird nicht die selbe sein- versucht einfach mal verschiedene Entscheidungen aus und verfolgt andere Handlungsstränge. Supermassive Games möchte ein Spiel der Anthology alle sechs Monate herausbringen: Ich kann es kaum abwarten. Bitte mehr davon.

Man of Medan

8.3

Wertung (Lisa)

7.8/10

Wertung (Zimmy)

8.8/10
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