31. Juli 2019

Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order

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Ich bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht, wie sich der Ruf von Lizenzspielen in Laufe der Jahre immer mehr ins Positive verändert hat. Sei es nun Spiele aus dem Dragon Ball-Franchise, Lego-Spiele oder gar Spiele zu Serien und Filmen. Inzwischen haben sowohl Entwickler als auch Publisher mit der Zeit gelernt, dass ein großer Name allein nichts bringt, wenn man wichtige Punkte wie Gameplay, Abwechslung und vor allem die Liebe zum Franchise missachtet. Gleich vorweg möchte ich klarstellen, dass Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order für die Nintendo Switch definitiv in der oberen Lizenzspiele-Liga seinen Platz gefunden hat. Warum? Lest Ihr jetzt.

Story

Die Story könnte nicht Marvel-typischer sein: Thanos hat es auf die mächtigen, aber äußerst gefährlichen Infinity-Steine abgesehen, mit deren Hilfe er die ganze Galaxis beherrschen möchte. Damit sein Plan auch ja aufgeht, hat er sich die Black Order, eine Ansammlung von Bösewichten und Schurkinnen, zusammengetrommelt, die ihn bei seinem Vorhaben treu zur Seite stehen. Das alles geschieht natürlich nicht ohne Anschläge und Angriffe auf die Menschheit, was die Avengers, absolut nicht zulassen können und wollen. Die Avengers tun sich mit den X-Men, den Guardians of the Galaxy, Spider-Man und vielen anderen Helden des Marvel Universums zusammen und sorgen neben Recht und Ordnung noch dafür, die Infinity-Steine so schnell wie möglich zu ergattern, bevor Thanos und die Black Order ihre gierigen Klauen danach greifen können.

Ja, das ist die ganze Story und wisst Ihr was: Das reicht auch absolut aus. Denn seien wir mal ehrlich: Es ist ein Spiel im Marvel-Universum, da möchte man doch nun wirklich keine unnötig komplizierte Story. Was wir aber gerne als Marvel-Fan haben möchten sind Action, Humor und Spannung. All das bietet die Geschichte. Doch schaut es mit den spielerischen Aspekten auch so gut aus?

Hack & Marvel

Jawohl! Wir schlagen Raft-Insassen in die Flucht, treten Outsiders in den Hintern, zeigen den Sentinals wer hier auf der Erde das sagen hat und zeigen Bossgegnern wie Kingpin, Bullseye und Co. aus welchem Heldenholz wir geschnitzt sind. Ab und an wird die Action durch kleine Rätseleinlagen aufgelockert, zum Beispiel durch Schalter- oder Kistenschieberätsel, was ganz gut funktioniert und unseren Spaß nicht ausbremst. Kein Bosskampf gleicht dem anderen und bei manchen Kandidaten muss man sich sogar die eine oder andere Strategie einfallen lassen, um am Ende als Sieger dazustehen. Neben starken und normalen Attacken können wir auch noch Spezialangriffe einsetzten, die allerdings, je nach Stärke, Energie kosten. Gekämpft wird immer im Viererteam.

Vier Helden sollt Ihr sein

Entweder kämpfen wir alleine und mit Hilfe von Computerpartnern, oder mit Freunden im Mehrspielermodus. Die KI macht zwar ihren Job recht gut und ist immer zur Stelle wenn es darauf ankommt, aber mit Freunden im Couch-Coop oder Online hat man doch eine ganze Ecke mehr Spaß, denn was gibt es spannenderes als mit seinen Freunden Seite an Seite gegen Thanos und seine Schurken zu kämpfen? Dank der Synergie-Funktion werden unsere Helden noch stärker, wenn sie ihre Fähigkeiten vereinen. So können wir Wände, Kisten und Kraftfelder zerbrechen und geheime Gebiete oder Items finden, oder im Kampf ordentlich austeilen. Entscheiden wir uns dafür alleine auf Reisen zu gehen, können wir per Kreuztaste zwischen den Figuren wechseln. Sowohl dies, als auch das Angreifen und Blocken funktionieren sauber und einwandfrei, was man von der Kamera nur ansatzweise behaupten kann. Manchmal ist sie unser bester Freund, an manch anderen Stellen spielt sie uns gerne mal einen Streich und lässt uns, trotz Möglichkeit die Kamera neu ausrichten zu können, in ungünstigen Perspektiven zurück. Dies ist aber zum Glück nur selten der Fall. Bei den S.H.I.E.L.D.-Punkten können wir speichern, die Helden wechseln und aufbessern, im Labor unsere Allianz stärken sowie ISO-8-Kristalle verwalten.

Im Verlauf unseres Abenteuers werden nach und nach immer mehr Helden und Heldinnen freigeschaltet. Neben Nahkampfexperten wie Wolverine oder Waffenfanatiker Rocket Raccoon gibt es noch Allrounder wie Black Widow, die beides gut beherrschen, oder Scarlet Witch, die Magie zu Ihren Vorteil anwenden kann. Kurz: Jede Figur spielt sich anders und es macht wirklich Spaß jeden Charakter mal auszuprobieren.

RPG Elemente

Bei jedem Kampf bekommen wir Erfahrungspunkte, womit wir Levels aufsteigen und Werte wie Stärke, Verteidigung, Lebensenergie usw. verbessern. Eine andere Möglichkeit unsere Lieblingshelden und Heldinnen aufzupowern geben uns Erfahrungswürfel, dank denen wir per Knopfdruck sofort ein Level Up bekommen, ISO-8-Kristalle, die einzelne Werte für einzelne Helden wie Zähigkeit, Können usw. noch ein bisschen mehr aufrüsten und Stärkungspunkte sowie Credits, die wichtig sind um per Werterhöhung unsere Allianz zu stärken. Bei dem Register „Allianz stärken“ wählen wir Knotenpunkte in einer Art Gittergrafik aus, wo wir Abwehrstärke, Vitalität usw. für alle Helden aufrüsten. ISO-8-Kristalle sind, wie am Anfang erwähnt, dazu da einzelne Figuren noch etwas stärker zu machen bzw. Schwächen auszubessern. Da kann zum Beispiel ein grünes ISO-8 dafür sorgen, dass die Verteidigung bei Wasp nicht mehr ganz so mickrig ist. Klingt kompliziert? Keine Angst, nach ein paar Mal ausprobieren bekommt man alles wunderbar hin.

Modi und mehr

Apropos wunderbar: Wer nicht immer Lust hat den Storymodus zu spielen, kann ja mal in „Infinity“ ein paar Missionen erfüllen. Hier winken neben Erfahrungspunkte, Credits und andere Items auch neue Kostüme für unsere Marvel-Figuren. Von „Besiege 100 Gegner“ bis hin zu diverse Bosskämpfen in höherer Schwierigkeit ist ziemlich alles dabei. Je nachdem, welche Zusatzaufgaben wir lösen. Wenn wir Aufgaben wie „Gehe nicht KO“ oder „Gewinne in x Minuten“ absolvieren, bekommen wir zusätzliche Items. Es gibt also genug zu tun. Abgesehen davon können wir uns in der Galerie freigeschaltete Biografien, Zwischensequenzen, Musikstücke als auch Konzeptzeichnungen ansehen. Netter Bonus.

Die wichtigsten Fragen habe ich noch nicht geklärt: Wie sieht es mit der Präsentation aus? Kommt ein gewisses Marvel-Feeling rüber? Und: Hat man auch als Nicht-Marvel bzw. Comic-Fan seinen Spaß an Marvel Ultimate Alliance 3? Erst einmal: Sowohl die Grafik als auch Sounduntermalung sind gut gelungen. Die Helden und Schurken, die sehr an den Comicvorlagen orientiert sind, wurden schön dargestellt und designt, die Soundeffekte und Musikstücke sorgen für die richtige Stimmung und Schauplätze wie das Xavier-Institut und der Avengers Tower wurden liebevoll eingerichtet. Ja, hier fühlen sich Marvel-Fans zu Hause. Ein Fingerzeig darauf, dass die Entwickler sich Gedanken um das Franchise gemacht und Liebe in die Entwicklung reingesteckt haben. Was man hier auf die Beine gestellt hat, wird dem Marvel-Universum wirklich gerecht. Aber auch ohne Marvel-Figuren kann man durchaus seinen Spaß damit haben, denn Spielerisch macht dieser Titel absolut nichts falsch. Marvel Ultimate Alliance 3 spielt sich wie ein solides Co-Op-Actionspiel.

Fazit

Marvel Ultimate Alliance 3 macht nicht nur Marvel-Fans Freude, sondern auch Spieler, die knackige Action mit vielen Schlachten, Bosskämpfen und RPG-Einlagen mögen. Story und Idee sind nicht neu, jedoch gut und spaßig umgesetzt. Ob alleine, mit bis zu vier Spielern On- oder Offline, langweilig wird es hier definitiv nicht. Ebenso ist lobend zu erwähnen, dass man eben nicht nur große Marvel-Namen aufgegriffen und in ein Spiel geklatscht, sondern sich sowohl optisch als auch Soundtechnisch und spielerisch etwas mehr Gedanken gemacht hat. Hier wurde mal wieder bewiesen, dass Lizenzspiele sehr wohl Freude machen können. Spannung, Humor, Action, Abwechslung- das ist Marvel Ultimate 3. Eine absolute Kaufempfehlung für Comic- und Actionliebhaber der knackigen Art. Also dann: Rächer sammeln!

8.5

Wertung

8.5/10
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