29. März 2021

Neoverse

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Drei weibliche, Fanservice-taugliche Hauptcharaktere in quietschbunter Anime-Optik, viel Action, dürftige aber ausreichende Story, altbekannte Science Fiction und Fantasywelten… klingt nach einer typischen Hack n‘ Slay-Kost, ist aber ein Sammelkarten-Roguelite-Spiel aus dem Hause Tino Games. Über 300 Karten, 100 Fähigkeiten und mehr als 70 Monster sollen für Suchtfaktor sorgen. Mal sehen, ob die Jungs und Mädels von Tino Games dieses Versprechen eingehalten haben.

Am Anfang hatte ich ein wenig Bange davor, dass ich in Neoverse nichts gebacken bekomme. Mit Karten-Strategiespielen hatte ich, weder digital noch klassisch in Druckform, nie irgendwas zu tun. Aber alles gut, am Anfang startet man mit einem Tutorial, wo wir zu Beginn mit einer Heldin unsere Reise starten. Haben wir die ersten Gegner vernichtet und die ersten zwei Bosse bezwungen, dürfen wir die beiden anderen Haupthelden auswählen. Wir hätten da eine Allrounderin, die Nah- und Fernkampf gut beherrscht – also ideal für Einsteiger und Genre-Neulinge, eine Paladin-Kämpferin, die mit Schutzschild und Defensivattacken punktet und last but not least eine Beschwörerin, die für Magiefans unverzichtbar ist.

Zum Spielablauf: Wir ziehen Karten, spielen Angriffs- oder Verteidigungskarten aus, teilen dadurch entweder Attacken aus oder heilen und verteidigen uns. Das geht so lange, bis wir unsere Standart- und Bossgegner bezwingen oder selber zu Boden gehen. Zwischendrin können wir unsere Spezialfähigkeiten anwenden. Die ersten Kämpfe beginnen recht human, werden mit der Zeit aber kniffliger und bedürfen taktisches Einsetzen der Angriff- und Verteidigungskarten. Neue Karten für unser Deck winken uns nach erfolgreichen Kämpfen und im Warenhaus, welches uns auf unseren Reisen begleitet. Dort können wir auch Fähigkeitspunkte ergattern, die ebenfalls immer wichtiger für uns werden, um unsere Reise weiterhin erfolgreich abschließen zu können.

Nach einem gewonnenen Kampf erhalten wir immer bis zu drei Optionen an die Hand, wie unsere Reise weitergehen soll. Jeder Kampf bietet andere Belohnungen wie zum Beispiel „Vernichte eine Karte“ oder „Erhalte drei Fähigkeitspunkte“. Neben den Karten sind auch unsere aktiven und passiven Fähigkeiten in Neoverse spielentscheidend. Aktive Fähigkeiten werden als Karten in den Kämpfen ausgespielt und gewähren zum Beispiel eine ständige Lebensregeneration. Passive Fähigkeiten hingegen dienen als Boni für den Warenhändler oder als zusätzliches Leben für unsere Leiste. Dazu gesellen sich in der Regel drei Ausrüstungsgegenstände, die wir uns ebenfalls in den Kämpfen verdienen oder eben im Warenhaus käuflich erwerben. Keine Sorge, liest sich komplexer als es am Ende ist. Zur Not experimentiert man ein wenig herum, alles andere findet man nach und nach selber heraus.

Selbst in Sachen Optik und Sound findet man nicht wirklich etwas zu meckern. Sowohl die Haupthelden als auch Widersacher und Bossgegner sehen, obwohl das Rad definitiv nicht neu erfunden wurde, ganz solide aus. Manche Figuren sehen sehr detailverliebt und verspielt aus, bei anderen merkt man, wie die Designer nach dem „Malen-nach-Zahlen“-Prinzip gearbeitet haben. Musikalisch wird man vielleicht nichts cineastisches finden und auch der Sound hätte vielleicht etwas wuchtiger ausfallen können, insgesamt geht die Sounduntermalung aber in Ordnung. Schön, wie viel Mühe die Entwickler dann doch in Sachen Präsentation gesteckt haben, anstatt alles nur zweckmäßig zu halten.

Fazit

Zugegeben, Neoverse ist nicht perfekt, schlägt sich aber insgesamt richtig gut. Die Kämpfe laufen gemächlich, gleichzeitig aber auch flott ab. Trotz komplexer Steuerung hat man nach ein paar Kämpfen den Dreh raus und es entwickelt sich sogar etwas wie ein kleiner Suchtfaktor. Die optische Präsentation und  musikalische Untermalung gehen für ein Deckbuilder-Spiel in Ordnung und die solide gestalteten Figuren machen manchen Schwachpunkt locker wett. Kein Meisterwerk, aber für Liebhaber und Neueinsteiger des Kartenspiel-Genres definitiv einen Blick wert.

Neoverse

7

Wertung

7.0/10

Neoverse erscheint am 19.02.2021 für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch.

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