Vorwort

Pfew, seit langer Zeit brauche ich für einen Spieletest mal wieder ein Vorwort. An dieser Stelle möchte ich Euch mitteilen, dass dieser Test lediglich meine eigene Meinung und Spielerfahrung mit No Man’s Sky wiederspiegelt. Ihr werdet beim Lesen meiner Zeilen merken, dass ich nicht sonderlich positiv gestimmt bin und mit dem Spiel leider hart ins Gericht gehen muss. Wir möchten uns ins Gedächtnis rufen, dass No Man’s Sky ein 70 Euro Vollpreisspiel war, auch wenn nach der ersten Flaute beziehungsweise den ersten herben Rückschlägen und der enttäuschten Wortmeldungen der Community sich zumindest preislich etwas getan hat. Patches wurden nachgeschoben, jedoch trotzdem konnten manche Spieler Ihr Spiel mit rund 20 Stunden Spielzeit wieder auf Steam und Amazon zurückgeben, selbst Sony (Playstation Store) zeigt erbarmen. Benutzer, die mehr als 50 Stunden im Spiel verbracht haben, reichten Beschwerden wegen technischen Problemen ein und diese wurden angeblich akzeptiert. Das alles ist natürlich kein gutes Zeichen für No Man’s Sky. Wie sich das auf lange Sicht auf die Verkaufszahlen und den Gewinn auswirkt, ist abzuwarten.

Wir alle warteten gespannt auf No Man’s Sky– die E3 hat uns ordentlich, oder zu sehr gehyped, die Erwartungen an das Produkt waren groß, auch wenn ich nebenbei erwähnen möchte, dass ich mich selten bis nie von einem Hype mitziehen lasse. Gerne gehe ich völlig unverfänglich an ein Produkt heran, ohne mir große Infos, bis auf einen Trailer einzufahren um meine Erfahrung und auch meine Superheldensinne eines analytischen Testers nicht zu trüben. Dies hat mir zumindest oft geholfen, viel Freude an einem Spiel zu haben, ohne mich beeinflussen zu lassen. Nun gut. Ich dachte mir: Wie wird das Spiel wohl sein? Cool Dinos! Oh mal eine ganz andere Optik! Es soll riesengroß sein und lädt zum Entdecken und Erkunden ein? So ein Jurassic Park Ding? Fremde unentdeckte Planeten! Ich komme!

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Story

No Man’s Sky ist ein Sci-Fi-Abenteuer, das in einem unendlichen Universum spielt, in dem jeder Stern das Licht einer fernen Sonne ist, die von Planeten voller Leben umkreist wird, die wir alle besuchen können. Verschiedene Welten und Lebensformen wollen erkundet werden. Später dürfen wir auch ein bisschen Handel betreiben und wir stoßen auch auf Lebewesen oder Piraten, die uns nicht unbedingt friedlich gesinnt sind, sodass wir uns im Kampf entgegenstellen müssen! Pew, Pew!

Ihr merkt ziemlich schnell, dass eine Story eigentlich nicht vorhanden ist und das No Man’s Sky davon lebt, auf Entdeckungsreise zu gehen. Wir müssen auch im Auge behalten, dass wir unseren Raumanzug, die Waffen und unser Schiff pflegen und verbessern sollten. Wie tief wir uns ins Geschehen wagen entscheidet jeder Spieler selbst.

Technik

No Man’s Sky hat leider starke technische Probleme und die Entwickler bekommen eine Flut an eingereichten Performance-Problemen, die unter Hochdruck nachgepatcht werden. In der getesteten PS4 Version fallen Bugs, Freezes und Grafikfehler zwar seltener aus, dafür fällt die Bildrate leider spürbar ein. Um No Man’s Sky ruckelfrei spielen zu können, sollte man also auf die Patches warten.

 

Das Universum

Anfangs machte mir No Man’s Sky richtig Spaß. Wir erkunden frei unseren ersten Planeten, sammeln Ressourcen und scannen unsere Umwelt ab. Wir fühlen uns frei und sind fasziniert. Leider Gottes ändert sich das. Aus dem Spaß wurde ganz schnell Langeweile, als ich merkte, nach welchem Schema das Spiel abläuft.

Das Spiel läuft in etwa so ab: Wir landen mit unserem Raumschiff auf einem Planeten, sammeln Ressourcen und scannen unsere Umwelt ab. Dann steigen wir wieder ins Raumschiff, landen mit unserem Raumschiff auf einem Planeten, sammeln Ressourcen und scannen unsere Umwelt ab…

Es gibt zwar auch Monolithen zu entdecken, wo wir neue Wörter einer Aliensprache lernen können, unbekannte Signalstationen, auch mal neue Orte oder Basen, oder Aliens mit denen wir einen kleinen Handel betreiben können, aber das alles reißt es auch nicht heraus. Ich komme mir vor als hätte ich jeden Planeten schon gesehen, da vieles so unfassbar gleich aussieht und manches sich nur in der Farbgebung unterscheidet. Klar war ich mal auf einem Wüstenplaneten mit Sandwürmern, oder auf einem Wasserplaneten planschen, aber das Spiel gibt mir nicht wirklich viel… mir fehlt der Drang mehr sehen zu wollen, eine Aufgabe, oder gar einen Sinn immer weiter zu machen.

Die Tierwelt

Die Tierwelt hat zumindest einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Hier gibt es viele abwechslungsreiche Tierarten zu finden. Kleine knuffige Trolle, kleine, große und gigantische Vierbeiner. Mal mit Geweih, mal mit Rüssel, dinoartig, oder aber auch völlig bizarr. Die Planeten fühlen sich erst durch die Tiere lebendig an, auch wenn die Tierarten völlig zufällig erstellt sind. Meine tollste Begegnung war mit einem kleinen Dino, der aussah wie Glumanda aus Pokémon: Er ist zwar immer ein Stück von mir weggerannt, als ich mich ihm näherte, aber er sah so friedlich und niedlich aus, dass ich versuchen wollte mit ihm irgendwie zu interagieren. Typisch Mensch halt: Immer erstmal alles angriffeln und sich dann wundern, wenn die Hand fehlt. Letztendlich wurden wir Freunde und ich durfte ihn füttern. Hach.

Auseinandersetzungen

In No Man’s Sky gibt es auch Kämpfe. Auch wenn diese nicht besonders nennenswert sind, da diese extrem langweilig ausfallen. Zum Beispiel gibt es hier und da Drohnen, denen es gar nicht schmeckt, wenn wir in ihrer Nähe Ressourcen abbauen. Diese schlagen dann Alarm und greifen uns an. Wir besitzen kein Waffenarsenal wie zum Beispiel in einem Halo oder beliebig anderen Shooter, sondern lediglich unsere Ressourcenpistole mit der wir auch schießen können. Fehlt uns ausreichend Energie für den Kampf, schütteln wir unsere Verfolger durch panisches Wegrennen ab. Frustig wird es dann erst wenn uns mehrere Gegner an den Hacken kleben und wir unpräzise Löcher in die Luft ballern.

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Das Inventar

Leider noch so ein Punkt auf meiner Meckerliste. Das Inventar ist extrem fummelig und unübersichtlich. Das Kachelmenü erinnert uns ein bisschen an Destiny und glaubt mir, wenn ich sage, dass wir aufgrund des Ressourcenmanagements einen großen Teil unserer Zeit dort verbringen müssen. Wir haben nur begrenzte Plätze in unserem Raumanzug frei und es muss gut geplant werden, welche Materie wir mit uns tragen, umbauen oder aufrüsten. Klar können wir auch Gegenstände in unser Raumschiff verschieben, umständlich und zeitaufwendig bleibt es trotzdem.

Fazit

Ach No Man’s Sky ich habe versucht dir eine Chance zu geben und dich zu lieben, jedoch ist unsere Partnerschaft und unser Trip ins All nur eine kurze Reise von ein paar Stunden, bis es sich anfühlt, als wiederholst du dich wie meine nervige und oberflächliche Exfreundin- trotz wunderschönen Panorama und angenehmen Checkpoints jeweils nach unserem Beisammensein. Du hast zwar abwechslungsreiche Planeten, eine schöne Tierwelt, weckst vorerst ein Entdeckergefühl, aber dein Inneres ist beim genauen Hinsehen nicht schön. Ich bin nicht alleine mit der Meinung, denn viele deiner ehemaligen Partner sagen von dir, dass du mit der Technik zu kämpfen hast. Nicht nur dass ich ständig Ressourcen ranschaffen musste frustrierte mich, sondern auch dein fummeliges Inventar und deine Handhabung. Das du mir keine Handlung bietest war noch der Punkt, an dem es für mich nicht mehr weiter ging.

Darum sage ich Farewell meine Liebe, das mit uns funktioniert nicht und ich muss gehen.

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1. September 2016 8
10 Comments
  • ben 4 Jahren ago

    ein richtig beschissenes spiel hab mich sehr geärgert und bei ebay verkauft den mist

  • Raiden 4 Jahren ago

    Ich wahr so begeistert von no man’s sky aber nach 2tage die große Enttäuschung es ist nichst dabei was so riesengroß angekündigt wurde schade drum das Spiel hat extrem viel Potenzial naja ich will nur noch Platin dann is für mich no man’s sky abgeschlossen. Guter Test.

  • Lisa 4 Jahren ago

    Nicht so tolles Spiel, aber toller Artikel. Vor allem der Trailer ganz unten <3

  • Christian 4 Jahren ago

    Eine der größten Gurken der letzten Jahre!

    Peinlich, dass so ein Spiel für den Preis auf den Markt gekommen ist.

  • Florian Spigl 4 Jahren ago

    Weiß schon jemand wenn Mann das Spiel durch hat ( Mitte der Galaxie) ob man dann weiterspielen kann oder fängt man dann von vorne an??

  • Anonymous 4 Jahren ago

    Tja, ich habe mir noch vor Release viel Gameplaymaterial von Leuten angeguckt, die das Spiel teilweise schon 1 Woche hatten. Und ganz ehrlich, schon zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass es megalangweilig aussieht. Ich bin einfach nur froh, dass ich es nicht gekauft habe. Ich kenne niemanden aus meinem Bekannten/Freundeskreis, der dieses Spiel nicht schon bei Ebay verkauft hat.

    Wie dem auch sei. Sehr gutes Review. Beschreibt das Spiel perfekt

  • Christian 4 Jahren ago

    Ehrlicher Test ohne Puderzucker in den Po. Cool!

  • Gurki 4 Jahren ago

    bei mir waren die ersten 3-4 stunden auch richtig cool bis ich merkte das es irgendwann immer daselbe ist. schade um das verschenkte potential. 60 euro ist das ding auf keinen fall wert. danke für den test 🙂

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