26. November 2019

Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville

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Was für eine erfreuliche Überraschung: Klammheimlich schleicht sich der PvZ-Nachfolger an. Mit Plants vs Zombies: Battle for Neighborville schickt EA das lustige Comic-Gemetzel zwischen niedlichen Killerpflanzen und verklatschten Zombies in die dritte Runde – und legt nochmal eine ganze Schippe obendrauf. Mit Erfolg? Ich hab’s für euch am PC getestet!

Willkommen in Neighborville

Die “Kernstory” von Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville ist schnell erklärt: Bösartige, groovy Zombies wollen ihre Verstärker in ganz Neighborville verteilen, um die Menschheit verblöden zu lassen. Das wollen die fluffig-niedlichen Pflanzen jedoch verhindern und stellen sich den Zombies kampflustig in den Weg. 

Da das grundlegende Spielprinzip vom Vorgänger (siehe Plants vs Zombies: Garden Warfare 2)  im Prinzip gleich geblieben ist, möchte ich vor allem auf die neuen Inhalte eingehen. Am interessantesten ist dabei der Blick auf die sechs neuen Charaktere – drei Zombies, drei Pflanzen. Insgesamt könnt ihr damit im dritten Teil zwischen 20 Charakteren auswählen.

Auf Seite der Pflanzen von Deppie Dave könnt ihr nun auch die Eichel, das Drachenmäulchen und den Giftporling spielen. Wie gewohnt kommt jeder Charakter – neben der Primärattacke – mit drei speziellen Fähigkeiten daher, die es mit Bedacht einzusetzen gilt. So kann sich die Eichel beispielsweise in eine mächtige Eiche verwandeln, die wiederum bis zu drei ballernde Eicheln tragen kann. Das Drachenmäulchen kann dagegen durch die Luft gleiten und Feuer speien. Mein persönlicher Favorit ist der Ninja-artige Giftporling. Er kann eine blitzartige Schlitz-Attacke ausführen und sich für kurze Zeit unsichtbar machen, um Gegnern zu entkommen.

Auch die Zombies freuen sich über Neuzugänge: Der 80er Actionheld, Miss Elektra und der Weltraumkadett halten Einzug im Team Zomboss – und bekommen damit auch endlich weibliche Zombies. Der 80er Actionheld ist ein Prolet mit einer Vorliebe für Explosionen und Raketen, die er gerne auf Pflanzen abfeuert. Miss Elektra tanzt sich mit Elektro-Angriffen, wie dem Disco-Tornado, durch gegnerische Teams. Der Weltraumkadett setzt Laser ein und kann sich – nach dem Beispiel der Eichel – in eine ganze Raumstation verwandeln, der sich wiederum andere Kadetten anschließen können.

Mach’s gut, liebe Gifterbse

Die gute alte Gifterbse war immer eine meiner Lieblingspflanzen. Leider ist in Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville Schluss mit den Charakterklassen, wie Feuer, Eis oder eben Gift. Schade! Stattdessen gibt es jetzt spezielle Perks, mit denen die einzelnen Zombies und Pflanzen verbessert werden können. Die Perks werden teilweise ab Level 10 freigeschaltet und durch Vorteilspunkte aktiviert. So könnt ihr beispielsweise die Regenerationszeit eures Charakters verkürzen oder Attacken gezielt verstärken.

Außerdem kann nun jeder Charakter sprinten, was mitunter echt lustig anzusehen ist – beispielsweise beim Kaktus oder Major Mais. Auch die jeweiligen Basen sind weiter ausgebaut worden. Hier tummeln sich (je nach EInstellung) andere Mitspieler sowie schlagfertige und gewohnt witzige NPCs – und es gibt eine Menge zu entdecken. Übungsstände, XP-Maschinen, Umkleidekabinen, … Außerdem gibt es in Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville keinen Stickershop mehr, in dem man sich Charaktererweiterungen kaufen kann. Stattdessen gibt es nun den Mr. Belohn-O-Tron 9000. Hier können die im Spiel verdienten Münzen gegen zufällige Charakterteile eingetauscht werden.

Wie bei Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 gibt es auch wieder einen gemeinsamen Übungsplatz zwischen Zombie- und Pflanzen-Basis. Der Schwindelpark ist jedoch um einiges größer und prachtvoller als sein Vorgänger. Hier könnt ihr die Fähigkeiten eures Charakters kennenlernen und euch gegenseitig frisch von der Leber weg eins auf die Mütze geben. 

Die Schauplätze sind wieder mit jeder Menge Liebe zum Detail gestaltet und kommen mit einer hübschen, glattgebügelten Grafik daher. Die riesige, kunterbunte Auswahl wirkt am Anfang allerdings auch sehr erschlagend und erschwert den Einstieg.

Kunterbuntes Gemetzel mit neuen Spielmodi

Auch in Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville gibt es Missionen für Singleplayer. Hier setzen die Entwickler von PopCap allerdings mehr auf Quantität als auf Qualität. Meist gilt es, etwas zu begleiten, zu beschützen oder zu transportieren und dabei kleinere und größere Gegnerwellen zu besiegen. Außerdem gibt es täglich und wöchentlich wechselnde Herausforderungen, mit denen wir uns Accessoires oder Münzen freischalten können.

Die Mini-Missionen sind eine nette Beschäftigung für Zwischendurch. Das Herzstück von Plants vs. Zombies ist und bleibt jedoch das Multiplayer-Portal. Hier sind auch die klassischen Modi vertreten. Im Garten- und Friedhofskommando könnt ihr wieder gegen KI-Gegnerwellen antreten und euer Revier verteidigen. Beim wohl beliebtesten Spielmodi – der Revier-Übernahme – treten zwei Teams mit jeweils bis zu zwölf Mitstreitern gegeneinander an. Während das eine Team Ziele verteidigen muss, versucht das andere, diese Verteidigung zu durchbrechen. Beim Teamsieg gewinnt hingegen das Team, das zuerst 50 Abschüsse erreicht hat. Eingefleischte PvZ-Fans kennen diese Spielmodi natürlich bereits. Langweilig wird es hier aber bestimmt nicht: Die neuen Maps sind nicht nur sehr lebendig und knallig gestaltet, sondern auch weitläufiger. Das erschwert den Einstieg erheblich, da der Kampfschauplatz einfach zu überladen und chaotisch wirkt – das bedarf einer geduldigen Einspielzeit.

Ein neuer Spielmodus ist die Battle-Arena. Hier tretet ihr in zwei Vierer-Teams gegeneinander an. Die Schwierigkeit: Jeder Charakter darf nur einmal gewählt werden. Auf der Xbox One und der Playstation 4 gibt es außerdem einen Multiplayer-Splitscreen-Modus, der in der PC-Version leider fehlt. 

Fazit

Den ersten Teil der Reihe – Plants vs. Zombies: Garden Warfare – habe ich etliche Stunden lang begeistert gespielt. Die ganz eigene Art der Umsetzung hat mich von der ersten Minute an gepackt. Niedliche Killerpflanzen? Verklatschte Zombies? Eine quietschbunte Comic-Welt? Her damit!

Garden Warfare 2 hat mir zwar auch sehr gut gefallen, kam für mich jedoch nie an den Charme des ersten Teils heran. Irgendwie war hier einfach alles zu viel des Guten.

Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville präsentiert sich nicht als Garden Warfare 3 ist und sich ist zeigt sich – trotz aller Ähnlichkeiten zum Vorgänger – als neues Spielerlebnis im PvZ-Universum. Und macht damit einiges richtig. Zunächst einmal muss ich die liebevolle Umsetzung der neuen Charaktere loben, die sich problemlos in das altbekannte Team integrieren. Die Grafik ist top und an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken und zu staunen. In den Multiplayer-Modi sorgt das leider zu Beginn für ein großes Chaos. Es dauert eine Weile, bis man sich in den sehr weitläufigen Maps zurechtfindet und versteht, was eigentlich gerade das Ziel ist. Auch in der Pflanzen- und Zombie-Basis gibt es so viel zu entdecken und auszuprobieren, dass man erst einmal schlichtweg erschlagen wird. Viel mehr darf es hier auf keinen Fall sein. Hat man aber einmal einen ersten Durchblick, macht der Comic-Shooter unglaublichen Spaß und bietet dank der unterschiedlichen Modi und Charakterklassen viel Abwechslung. Die niedlichen Charaktererweiterungen und Herausforderungen sorgen schnell dafür, dass man sich dabei ertappt, wie man immer wieder “noch eine letzte Runde” spielen möchte. 

Ein kleines Minus: Bei Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville scheint es noch ungelöste Probleme mit Windows 10 zu geben. Trotz erfüllter Mindestanforderungen konnte ich das Spiel einige Male erst nach einem kompletten Neustart starten. Zwischendurch hat sich das Spiel komplett aufgehangen oder ist einfach ausgegangen. Ich hoffe sehr, dass es hierfür bald eine Lösung gibt. Dann macht es mir sicherlich noch viel mehr Spaß, die Gärten und Friedhöfe meiner Gegner zu zerstören.

Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville ist für PC, Xbox One und Playstation 4 erhältlich.

Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville

8.5

Wertung

8.5/10
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