1. September 2016

Resident Evil 4 HD

By 8 260 Views

Resident Evil ist eine der erfolgreichsten Horror- und Zombiespielereihen, die es je gegeben hat. Und wahrscheinlich hat auch so gut wie jeder von uns schon mehrere Stunden in diesem mit Zombies verseuchten Universum verbracht oder sich anderweitig mit diesem Franchise beschäftigt. Allerdings ist es wohl auch eine Reihe der Remakes und HD Versionen, alle Jahre wieder bekommen wir einen aufgehübschten Resident Evil Teil, wie zuletzt die Resident Evil Origins Collection vorgesetzt. Die Frage ist nur, ob sich das lohnt oder man lieber die Finger davon lassen sollte. Resident Evil 4 wurde die letzten elf Jahre bereits sechs Mal auf Konsolen und dem PC (die Mobile-Version habe ich nun außen vor gelassen) veröffentlicht und erhielt nun auch eine HD Version für die PS4 und die Xbox One, welche erstmalig ungeschnitten und inklusive aller DLCs auf den deutschen Markt als Download-Version gekommen ist.

Story und Oldschool-Gameplay

Da es immer wieder Resident Evil Neulinge gibt, werde ich auch noch mehrere Worte zur Story und zum Gameplay verlieren. Resident Evil 4 spielt im Jahr 2004 im herbstlichen Spanien, sechs Jahre nachdem die Umbrella Corporation (ein ganz fieser Konzern, der schuld an den Mutationen und Zombies ist) vernichtet wurde. Wir spielen den Charakter Leon S. Kennedy, den man bereits aus dem zweiten Resident Evil Teil kennt oder nun kennenlernen wird, welcher nun für die US-Regierung arbeitet. Unser Auftrag ist es die Tochter des Präsidenten, Ashley Graham, aus der Gefangenschaft der Los-Illuminados-Sekte zu befreien und mit ihr zusammen zu entkommen.

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Hat man das Töchterchen des Präsidenten gefunden, nachdem man sich bereits am Anfang mühselig durch Massen von Zombies mit Mistgabeln, Fackeln und Granaten und den ersten Endgegnern, zu ihr vorkämpfen musste, hat man dafür Sorge zu tragen, dass sie überlebt und nicht durch eine plötzliche Attacke eines Zombies oder das Verfangen in einer Bärenfalle direkt hops geht (und sie stirbt verdammt schnell!). Jeder kennt es und jeden wird es nerven….die Mädels, die man stundenlang durch das Spiel mitschleppen muss und deren Babysitter spielt. Man muss Ashley mit Heilkräutern versorgen, darauf achten, dass sie sich wenn es brenzlig wird versteckt und sie anschließend wieder zu sich pfeifen. Allein von Dächern oder ähnlichem springen kann sie auch nicht, sie muss natürlich heldenhaft jedes Mal aufgefangen werden. Aber das Mädchen hat auch etwas Gutes, man kann sie zum Beispiel an Toren hochheben, damit sie diese von der anderen Seite aus öffnet. Da frage ich mich nun allerdings, wie sie denn dann so weit herunterspringen kann, ohne meine Hilfe beim Auffangen? Komisch! Aber so schlimm, wie es sich anhört, ist es letztlich eigentlich gar nicht. Irgendwie gehört sie genauso zu dem Spiel dazu, wie die kreischenden und wirklich blöden Frauen in Horrorfilmen. Ein Resident Evil wäre ohne so jemanden nicht das gleiche, obwohl mir in anderen Teilen auf jeden Fall die Leute, die auch tatkräftig und gut im Kampf geholfen haben, besser gefielen. Natürlich haben die mit ihrer KI auch nicht immer so reagiert, wie man es wollte, aber ich konnte mit ihnen immer recht gut umgehen und spielen. Im Laufe des Spiels begegnen uns aber noch andere Charaktere, die uns zwischenzeitig helfen werden, also kein Grund zur Beunruhigung. Auf die kleine, blonde Tochter muss aber trotzdem schön aufgepasst werden.

Ihr solltet immer die Augen nach Kisten und Fässern aufhalten, in denen häufig Kräuter, Geld oder Munition zu finden ist. Diese ist zwar ab und an auch bei einem Händler, der auch weitere Waffen etc. anbietet zu erwerben, aber leider geht einem auch mitten in einem Gefecht gerne mal die Munition aus und dann hilft es nur noch mit einem Messer weiterzukämpfen. Wird man dennoch von einem Zombie erwischt, kann man ihn noch mit einem Roundhouse-Kick von sich wegtreten und falls er noch nicht tot ist einen letzten Messerstich wagen. Und im allerschlimmsten Fall klappt es manchmal auch einfach wegzurennen, bis man endlich wieder Munition findet und die blöden Zombies nacheinander mit einem Gewehr oder einer aufgemotzten Pistole wegmähen kann. Aber bedenkt immer, dass nicht alles sonderlich schnell geht, wie in anderen Spielen. Man bewegt sich langsamer und kann somit schlechter auf plötzlich angreifende Gegner reagieren. Apropos… reagieren muss man auch immer wieder bei den in dem Teil erst eingeführten Quick-Time-Events, und das ziemlich schnell. Bei einer Zwischensequenz bloß nicht den Controller weglegen, das kann euch schnell zum Verhängnis werden, da hin und wieder immer mal wieder ein oder mehrere Tastendrücke von euch verlangt werden.

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1080p, gruseliger Sound und Panzersteuerung 2.0

Resident Evil 4 sieht nun wirklich schön aus im Vergleich zu den Ursprungsveröffentlichungen. Die Texturen sind viel schärfer geworden, Leons Haare glänzen schön und sind wirklich als Haare zu erkennen, und nicht als aufgesetzte Frisur wie bei einem Playmobil-Männchen, die Zombies sind detaillierter und wirken gruseliger als zuvor und auch die Umgebung ist optisch gut angepasst worden. Wenn man Resident Evil 4 zum Beispiel noch von dem Gamecube kennt, ist das nun ein riesiger Unterschied. Wobei ich sagen muss, dass auch die vor fünf Jahren erschiene PS3 und Xbox 360 Version bereits extrem gut aussah.

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Die Geräuschkulisse in Resident Evil 4 ist jedoch heute noch total gruselig und verursacht in mir immer noch ein mulmiges Gefühl. Die Bäume knacken, der Wind weht uns um die Ohren und beim Erledigen der Zombies und Mutanten bekommen wir widerliche Gore-Geräusche geboten und eine schauderhafte Hintergrundmusik ertönt, solang noch Gegner in unserer Nähe sind. Also immer schön die Lauscher aufstellen!

 

Die Steuerung kann man sich aus drei verschiedenen Varianten aussuchen, die sich aber vom Prinzip her nicht großartig unterscheiden. Es fühlt sich immer noch extrem retro an und das ist es leider auch. Zum Schießen müssen wir stehenbleiben, zum Zielen die Schultertasten und Aktionstasten gedrückt halten und und und… da haben sie sich der aktuellen Zeit nicht angepasst, was ich an sich auch nicht schlimm finde. Für Leute, die neu mit dem Titel oder der Resident Evil Reihe in Berührung kommen, könnte es allerdings schnell sehr frustig werden, da auch ich anfänglich meine Schwierigkeiten hatte, mich wieder daran zu gewöhnen. Am Anfang zückt man dann schnell mal das Messer anstatt die Pistole oder drückt aus Versehen den Abzug, obwohl man eigentlich nur nachladen wollte. Uns wird heutzutage einfach so viel vereinfacht, dass man sich die alte Steuerung aus den damaligen Spielen total abgewöhnt hat, aber zum Glück ist man lernfähig und dann klappt es auch nach den ersten fehlgeschlagenen Versuchen schon viel besser voranzukommen und Zombies zu killen.

Erstmals „UNCUT“ in Zombie-Deutschland!

Uncut… ja unter dem Begriff stellt man sich nun wahrscheinlich vor, dass noch mehr Blut spritzt, mehr Gewalt vorhanden ist und man eine saftige Ladung Brutalität geliefert bekommt. Aber nein, das bekam man auch schon bei der Erstveröffentlichung von Resident Evil 4. Rausgeschnitten und sogar indiziert wurden bisher nur Minigames und Nebenaufgaben, die nun aber im Spiel enthalten sind. In denen ist es beispielsweise die Aufgabe möglichst viele Zombies in einer gewissen Zeitspanne zu erledigen, wodurch man dann Bonuspunkte für Kostüme etc. erhält. Diese fand ich allerdings nicht brutaler als alles andere, was man zu sehen bekommt. Dazu gehören auch die beiden DLCs Assignment Ada (Nebengeschichte mit Ada Wong) und The Mercenaries (New Game Plus, neue Waffen, Outfits, Charaktere).

Fazit

Als Resident Evil Fan freut man sich natürlich über eine HD Version seines Lieblingsspiels. Aber ehrlich gesagt hatten wir die doch schon mehrfach. Letztendlich ist doch wieder mal nur die Grafik aufgehübscht worden, spielerisch ist alles beim alten. Ich kann den Kauf für den 19,99 € Downloadtitel somit leider nur denjenigen empfehlen, die Resident Evil 4 noch nie gespielt haben oder absolute Fans der Reihe sind. Ihr solltet definitiv offen für die Retro-Steuerung sein und keinen Wert auf das Zwischenspeichern legen, das könnt Ihr nämlich nur manuell an Speicherstationen (Schreibmaschinen), bzw. nach einem Kapitelabschluss auch automatisch. Ansonsten ist Resident Evil 4 auch heute noch ein wahnsinnig toller Teil dieser Reihe und bietet genug von ekelhaften Zombies, Endgegnern und gruseligen Szenarien und vor allem kann man sich dort abgesehen von ein paar Jumpscares auch zwischendurch noch wunderbar fürchten, was bei aktuelleren Teilen leider bereits größtenteils verloren gegangen ist. Ich hatte dennoch sehr viel Spaß diesen Titel noch einmal zu spielen und bekomme gar nicht genug davon. In der Bewertung habe ich die häufigen Remakes allerdings außen vorgelassen und mich ausschließlich auf diesen Release fokussiert.

Was ich persönlich und sicherlich auch andere Resident Evil Fans in Zukunft allerdings total abfeiern würde, wäre eine komplette Resident Evil Collection (von mir aus auch nur die Retro-Ableger) auf Disc gepresst in einer coolen Collector`s Edition. Und vor allem sollten die Teile dann auch abgesehen von der Grafik noch etwas überarbeitet werden, damit sich der Kauf wirklich lohnt.

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26. September 2016 8
8 Comments
  • Ja, der Titel mag noch cool sein, aber ganz ehrlich. Mir geht langsam diese Verwursterei auf die Nüsse. Capcom übertreibt es gnadenlos mit den Remakes. Wären alle 3 Teile in einer Collection wäre das ne feine Sache. Stattdessen jeden einzelnen Teil wieder raushauen und für die physische Kopie bis zu 35 Euro verlangen ?! Fuck my Life Capcom. Warum schaffen es Naughty Dog ne Uncharted-Collection rauszubringen. Oder Bioshock wird für 50 Euro inkl. allen DLC´s demnächst rauskommen. 3 Fucking Spiele in einer Sammlung. Warum auch nicht von Capcom eine faire Collection ?!

    Ja ich weiß. Ich muss es nicht kaufen, aber mein persönliches Kaufverhalten gegenüber Capcom-Titeln wird sich demnächst klar ändern.

    Wie dem auch sei. Gute Review 🙂

    • Lisa 5 Jahren ago

      Wahre Worte. Die Politik dahinter ist nicht gut….
      Dankeschön 🙂

  • Harald 5 Jahren ago

    Wow Danke. Ohne den Test hätte ich gar nicht mitbekommen, dass das Spiel jetzt draußen ist. Werde ich mir holen und ich freu mich total darauf. 🙂

  • Gurki 5 Jahren ago

    Ich habe ja auf der PS2 das Spiel 2 mal durchgespielt und finde es neben Resident Evil 1 und 2 als besten Teil 🙂 Was mich damals etwas genervt hat das man die Präsidententochter immer beschützen musste aber nach erstmaligen durchspielen konnte man für sie eine Rüstung freischalten damit sie keinen schaden mehr nimmt und nicht weggetragen werden kann 🙂 Für mich lohnt es sich nicht wirklich aber wie du schon sagtest für Neulinge ist es immer noch sehr zu empfehlen. danke für den tollen Test 🙂

    • Lisa 5 Jahren ago

      Bitteschön und danke fürs Kommentieren 🙂

  • Lisa 5 Jahren ago

    Danke für lieben Worte 🙂

  • Milena 5 Jahren ago

    Da ich es damals auf dem guten alten Würfel von Nintendo gespielt habe, und seiner Zeit für mich die Grafik schon ein Kracher war, kann es sich dieses mal grafisch nur um ein Meisterwerk handeln.
    Der Artikel gefällt mir und ich denke auf diese Meinung ist Verlass!
    Danke liebes PWRUP Team 🙂

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