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29. November 2018

Ride 3

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Neben den virtuellen Vierrädern der altbekannten Rennspiel-Kollegen, ist nun Milestone mit ihrem neuen Ride 3 an die Startlinie gefahren, in welchem es sich ausschließlich um den deutlich nischigeren Motorradsport dreht. Ob sich die Reihe mit diesem Ableger verbessern konnte oder das Spiel mit den schicken Bikes weiterhin stagniert, erfahrt ihr in meinem Test.

Über 200 lizenzierte optisch und technisch anpassbare Bikes

Ride 3 kann sich mit seiner Anzahl von über 200 Motorrädern durchaus sehen lassen. Hierunter befinden sich verschiedene Klassen, von älteren Bikes bis hin zu den sportlichsten Rennmaschinen und Herstellern. Fans von Ducati, BMW, Yamaha, Suzuki und Co. kommen hier komplett auf ihre Kosten und erhalten eine bunt durchmischte Auswahl an Untersätzen, um über die Rennpisten zu brettern. Zudem könnt ihr eure erworbenen Maschinen ausgiebig tunen und verbessern, sowie die Lackierung und Optik bestimmen. Dies gilt allerdings auch für euren Charakter, den ihr selbst erstellen könnt. Hier stehen euch Weiblein/Männlein, verschiedene Hautfarben, Frisuren, Accessoires und viele weitere Kleidungsstücke zur Auswahl. Zwar könnt ihr das Aussehen mit den vorgefertigten Gesichtern nicht komplett beeinflussen, bei einem Rennspiel möchte ich jedoch hierbei nicht allzu hart ins Gericht gehen. Was bei den Gesichtern fehlt, wurde mit den Bikes definitiv ausgeglichen.

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Verschiedene Spielmodi, eine zähe Karriere und der Wegfall des Splitscreens

Wer auf eine gar filmisch inszenierte, mit ausgiebiger Siegerehrung und Gimmicks gespickte Rennspiel-Karriere hofft, wird dies in Ride 3 leider nicht finden. Vielmehr klappert ihr Kapitel ab, fahrt Rennen verschiedener Klassen, verdient ausreichend Kohle für neue Motorräder und gebt bei allem euer Bestes. Bei den Rennen findet ihr wiederum genügend Abwechslung, um erst einmal nicht gelangweilt zu werden. Manches Mal fahrt ihr am Tag über eine wunderbar sonnige Strecke, ein anderes wiederum in der Nacht und bei Regen. Beides ist aber nicht in dynamischer Form im Spiel enthalten, wie es viele andere Rennspiele mittlerweile integrieren. Kein Muss, aber definitiv nice to have. Neben der Karriere könnt ihr natürlich auch schnelle Rennen, Zeit- und Drag-Rennen oder den Online-Multiplayer (privat oder öffentlich) und wöchentliche Herausforderungen bestreiten. Der lokale Multiplayer im Splitscreen fällt bei Ride 3 im Gegensatz zum Vorgänger unglücklicherweise komplett weg. Wir vom Team Knockout sind auch in der heutigen Internetzeit immer wieder froh, wenn wir gemeinsam auf dem Sofa zocken können und finden den Wegfall dieser Funktion sehr schade.

Unschlüssige KI und Schwierigkeit

Spielerisch befindet sich Ride 3 für Motorradspiel-Kenner mittlerweile irgendwo zwischen Simulation und einem Arcade-Racer. Wer die Simulation noch weiter ausprägen möchte, sollte auf Fahrhilfen, die Ideallinie, Rückspulfunktion und Co. verzichten, Anfänger wiederum unbedingt auf diese Vereinfachungen zugreifen. Andernfalls werdet ihr vor allem bei euren ersten Fahrversuchen und Rennen an der Bande, dem Grünstreifen oder gegnerischen Motorrad landen. Zuzüglich ist es sehr empfehlenswert sein Bike möglichst schnell aufzumotzen und rauszuholen, was rauszuholen ist. Leider ist es für den Spieler nämlich nicht immer verständlich, wann und warum das eigene Motorrad nun besser oder schlechter ist, warum andere KI-Rennteilnehmer in einer Leichtigkeit an euch vorbeifahren oder ihr ziemlich problemlos in Führung seid. Gleiches gilt für Strafen, die beinahe willkürlich verteilt oder nicht verteilt werden. Das unbeliebte „Gummiband“ ist übrigens optional einstellbar, verändert in meinen Augen jedoch nicht sonderlich viel. Vielleicht wird hier ein Patch nachgereicht und dem Spiel auf Dauer noch etwas Feinschliff verpasst.

Überzeugende Fahrphysik

Was das Fahren angeht, überrascht Milestone dieses Mal sehr positiv. Die Motorräder fühlen sich gut an, man spürt die Power unter dem Sattel und bekommt ein Gefühl für die rasante Geschwindigkeit auf der Strecke. Weiterhin unterstützt wird dies durch authentische Sounds, die sich zwischen den verschiedenen Klassen durchaus unterscheiden und die Sichtperspektiven, inklusive Helmkamera. Besonders bei schlechtem Wetter hat mich diese überzeugen können und mir etwas gegeben, das bei Rennspielen mit vier Rädern in dieser Form nicht möglich ist. Eine Warnung spreche ich jedoch für Motion Sickness-Gamer aus, mit der Helmkamera könnte euer Magen eventuell rebellieren.

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Optische und grafische Verbesserung zum Vorgänger

Womit Ride 3 wiederum punkten kann, sind die fast 20 Schauplätze mit oftmals verschiedenen Layouts. Hierunter befinden sich die altbekannten und von Racing-Fans gern befahrenen Klassiker, wie der Nürburgring mit seiner anspruchsvollen Nordschleife, Brands Hatch, Daytona und neuerdings auch der Gardasee. Vor allem in die optische Gestaltung der Streckenumgebung wurde bei der Entwicklung offensichtlich viel Herzblut gesteckt. Grafisch ist Ride 3 zwar nicht zu 100% überzeugend, jedoch wirken vor allem die Wettereffekte, Straßen und Bikes, wie auch Schmutz am Rennoutfit oder Motorrad toll in Szene gesetzt. Auf meiner klassischen PS4 lief das Spiel leider nicht kontinuierlich flüssig und wies ziemlich lange Ladezeiten auf. Optisch hat Milestone mit diesem Ableger der Reihe jedoch durchaus eine Verbesserung zu seinen Vorgängern und weiteren Spielen ihres Repertoires verdeutlicht, was nicht unerwähnt bleiben sollte.

Fazit

3 Schritte vor, 2 Schritte zurück. Das ist es, was mir bereits nach den ersten Spielstunden von Ride 3 durch den Kopf ging. Die Karriere hat zwar einiges an Content bekommen, es fehlt jedoch die Liebe zum Detail und das eingehauchte Leben des Ganzen. Die KI ist wieder einmal auf der Strecke geblieben, zuzüglich ist es nicht immer verständlich, warum man ein Rennen gewinnt oder hochgradig verliert und technisch läuft das Spiel inklusive langer Ladezeiten bisher leider nicht immer rund. Zuzüglich ist der Wegfall des lokalen Splitscreens in meinen Augen sehr bedauerlich. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Auswahl an lizenzierten Bikes, toll gestalteten und bekannten Strecken und vor allem die Grafik, die im Vergleich zu seinen Vorgängern und anderen Milestone-Spielen einen Schritt in die richtige Richtung erreichen konnte. Eine Empfehlung geht von mir also an die Leute raus, die virtuell auch gerne einmal auf einem motorisierten Zweirad unterwegs sind und sich nicht zwischen Simulation und Arcade entscheiden können. So viel ist allerdings sicher, Ride 3 ist nun mit Abstand das beste Spiel des Entwicklers aus Italien, der nun wenigstens in manchen Punkten auf die Kritik der Fans gehört und eine Verbesserung vorgenommen hat. Wer weiß, was uns irgendwann ein potentielles Ride 4 bringen könnte.

Ride 3 ist erhältlich für den PC, die PS4 und Xbox One.

Wertung

7

Fazit

7.0/10

Steht auf Videospiele und Filme. Hört außerdem am liebsten Punkrock und beherrscht während sie Handheld spielt den Moonwalk. Ihren Schulabschluss hat sie in Hogwarts im Haus Gryffindor erworben. Wäre es möglich, würde sie eine Pizza heiraten.

  Review
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My little riding Champion

7. Dezember 2018 0
2 Comments
  • Yannik H. 2 Wochen ago

    Okee, eigentlich ist so ziemlich alles beim Alten bei dieser Serie. 200 Bikes sind zwar fett, aber sonst ist alles monoton und steril. Da check ich mit meiner Aprillia eher die Weibsen ab, wenn ich um 13 Uhr von der Schule heim drive. Hol mir das Spiel trotzdem vom Weihnachtsmann, weil mir deine Screenshots gefallen.

  • Gurki 2 Wochen ago

    Werd ich mir auf jedenfall mal geben

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