10. Mai 2019

Venture Kid

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Venture Kid. Was auf Mobile und Steam anfing hat nun seinen Weg auf Nintendos Switch gefunden. Mein erster Eindruck war allerdings nicht so positiv, im Gegenteil: „Schon wieder ein Mega Man-Klon!? Wieder so ein Ich-arbeite-mit-8Bit-Grafik-Spiel?“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich die ersten bewegten Bilder zu diesem Titel sah. Aber wieso schon am Anfang skeptisch sein, wenn man dem Titel doch erst einmal eine faire Chance geben kann. Gesagt, getan. Ich habe es am Ende nicht bereut.

In seiner riesigen Weltraumfestung baut der böse Dr. Teklov, ein größenwahnsinniger Wissenschaftler arbeitet in seiner riesigen, streng bewachten Weltraumfestung an einer mörderischen Waffe. Die Zeit rennt und zu allem Überfluss hat Dr. Teklov seine gefährliche Armee ausgesandt, um für noch mehr Terror und Chaos zu sorgen. Andy, unser Held in Venture Kid, lässt sich von den bösen Buben nicht abschrecken und hat sich deswegen vorgenommen, sich durch die Scharen von Teklovs Lakaien zu kämpfen und ihn zu stoppen. Wir begleiten Andy nun in den Kampf und stürzen uns in ein Abenteuer, für die wir laut Spielbeschreibung „Können und Entschlossenheit“ brauchen.

Nun, das mit dem bösen Wissenschaftler und dem kleinen, tapferen Helden, der alles wieder ins Lot bringen muss, kennen wir zur Genüge. Auch diese „Guck-mal-ich-sehe-wie-Mega-Man-aus“ ist mittlerweile ein alter Hut. Allerdings bin ich immer noch so fair und sage mir: Hey, wenn schon nichts neues, dann bitt wenigstes gut gemacht. Und genau das ist hier bei Venture Kid der Fall. Anstatt sich einfach nur auf die Optik zu verlassen, die Figuren und Welten sehen zugegebenermaßen echt süß aus, hat man sich in Sachen Leveldesign ins Zeug gelegt. Gut durchdachte und vor allem gut programmierte Levelabschnitte, die sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene Spieler gerecht werden. Weder gibt es unfair platzierte Gegner oder Fallen, noch wird man mit Try and Error-Abschnitten abgenervt. Zudem sind die insgesamt 9 Levels abwechslungsreich und Dank den verschiedenen Thematiken (Feuer, Wasser, Wald, etc.) kommt die Welt von Venture Kid alles andere als repetitiv daher. Mit Bosskämpfen wird man hier auch gut bedient. Anfangs noch durchschaubar verändern die Obermacker nach der halben Kampfrunde ihre Angriffsmuster, was für Abwechslung und Spannung sorgt. Ganz klares Plus.

Alles schön und gut, aber logischerweise müssen da die Steuerung und das Gameplay auch mitspielen. Und selbst da kann ich Euch beruhigen. Andy schießt, springt und läuft, genau wie die blaue Originalvorlage, einwandfrei. Befehle werden zickenfrei ausgeführt. Das Springen und Landen auf Plattformen funktioniert bestens und auch das Kämpfen selbst geht gut von der Hand. Nach beenden jedes Levels bekommen wir neue Fähigkeiten wie den Doppelsprung oder neue Attacken. Kennt man ja. In manch anderen Mega Man-Klonen wurde dieses Konzept leider eher schlecht als recht eingesetzt. Hier zeigt man, wie es richtig geht! Egal, ob man sich Dank den neuen Fähigkeiten den Weg einfacher freikämpfen oder auf die Suche nach geheimen Passagen oder versteckten Schätze macht (für was die Schätze gut sind verrate ich jetzt nicht), die Waffen sind gut durchdacht und kommen zu keiner Zeit fehlplatziert oder unnötig daher. Auch die Möglichkeit mit eingesammelten Punkten neue Leben und Features im Shop oder in der Werkstatt zu erwerben hat man gut umgesetzt. Übrigens: Neben dem klassischen Modus gibt es noch exklusiv die Modi Survival und Boss Rush auf der Nintendo Switch. Nette Sache.

Apropos nett: Genauso kann man die Musikuntermalung bezeichnen. Nette, gut komponierte Chiptune-Musik, leider jedoch ohne besondere Merkmale oder eigener Note. Nicht falsch verstehen, schlecht ist der Soundtrack auf keinen Fall und gegen Chiptunes habe ich absolut nichts, im Gegenteil, dennoch gehört etwas mehr dazu als einfach nur eine Musik auf Old School zu machen oder es wie aus vergangenen NES-Zeiten klingen zu lassen. Bei Shovel Knight hat man es zum Beispiel geschafft dem Soundtrack außer dem Chiptune noch eine persönliche Note zu verpassen. Das fehlt hier leider, also ist die Musik Insgesamt „nur“ gut. Über die Soundeffekte möchte ich nicht viele Worte verlieren, denn hier gilt so ziemlich dasselbe. Auf Retro und Old School zu machen ist schön und gut, mehr aber auch nicht. Man kann trotzdem hingehen und dem Ganzen eine eigene Note verleihen. Sei es drum, die Sounduntermalung in Venture Kid ist trotzdem insgesamt okay.

Fazit

Venture Kid geht absolut in Ordnung. Ein Titel, der sich an Mega Man-Elementen bedient und es sogar recht gut hinbekommt diese in Sachen Gameplay gut spielbar zu machen. Es gibt keine unfaire oder schlecht designte Levelabschnitte und die Bosskämpfe sind solide ausgefallen. Grafisch sieht alles bunt und schön aus, musikalisch wie soundtechnisch findet man nichts zu bemängeln und spielerisch kommt keine Langeweile auf. Insgesamt ein liebevoller Plattformer, den man sowohl daheim als auch nun auf der Switch unterwegs genießen kann. Egal, ob man sich nun von diesem Mega Man-Gameplay satt gesehen hat, es lohnt sich diesem Titel eine Chance zu geben.

Wertung

8.2

Wertung

8.2/10
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