21. Mai 2016

YO-KAI WATCH

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Die Yo-Kai Watch-Spielereihe aus dem Hause Nintendo und Level 5 sind seit 2013 in Japan der Renner und haben im Land der aufgehenden Sonne schnell Kultstatus a la Pokémon erreicht. Es folgten zwei Nachfolger, sowie Manga- und Anime-Adaptionen, Spielzeuge und anderes Merchandising. Wie gesagt: Ein absoluter Renner dort. Nun soll Yo-Kai Watch auch Europa erobern und so erschien im April dieses Jahres der erste Yo-Kai-Ableger für den Nintendo 3DS. Und genau dieses Spiel stelle ich Euch in diesem Test etwas genauer vor.

 

 

Eines Tages findet unser namenloser Held (oder namenlose Heldin, je nachdem, für welches Geschlecht man sich entscheidet) beim Käfersuchen im Wald einen verdächtig aussehenden Automaten und wirft Geld ein. Aus der Kapsel schlüpft Whisper, der dem Spieler die Yo-Kai Watch überreicht. Es handelt sich hierbei um eine Art Armbanduhr mit der Fähigkeit, Geister, die als Yo-Kai bekannt sind, sichtbar zu machen und diese zu beschwören. Von nun an kann unser Held oder wahlweise unsere Heldin die Yo-Kai sehen, die unseren Mitmenschen das Leben schwer machen. Diese Yo-Kai neigen nämlich gerne dazu das eine oder andere Mal Blödsinn zu verursachen, heißt: Sie sorgen dafür, dass Eltern sich streiten, Leute vergesslich werden oder Kinder anfangen sich seltsam zu verhalten. Wir machen uns nun auf uns mit allen Arten von Yo-Kai anzufreunden, wodurch wir deren Yo-Kai Medaillen sammeln. Mit den Medaillen ist es uns mithilfe der Yo-Kai Watch möglich, die befreundeten Yo-Kai zu beschwören und sie im Kampf gegen böse Yo-Kai einzusetzen. Mit anderen Worten: Wir machen uns auf die Suche nach Yo-Kai mit bösen Absichten und überzeugen sie auf verschiedenen Wegen, ihre Kräfte zum Guten statt zum Bösen einzusetzen.

 

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Über 200 Yo-Kais gibt es im Spiel zu entdecken. Diese kann man in den verschiedensten Orten finden: unter anderem auf Parkplätzen, Wiesen, als Schilder getarnt, unter Autos, verlassenen Häuser, auf Bäumen und sogar in der Nähe von Menschen. Es lohnt sich wirklich auf den Yo-Kai-Radar zu achten, welcher zudem auch noch anzeigt, auf welchen Rang der versteckte Yo-Kai sich befindet. Je höher der Rang, umso seltener und stärker ist diese Yo-Kai. Nun gilt es die Yo-Kai-Linse über den versteckten Yo-Kai zu halten. Die Anzeige um die Linze füllt sich, sobald man den Yo-Kai enttarnt. Danach heißt es: AB IN DEN KAMPF!!

 

 

Immer drei unserer Yo-Kai-Kameraden steigen in den Kampf im Kampf, wobei unser Team nur aus jeweils sechs Yo-Kai bestehen kann. Statt typische Attacken rundenbasiert auszuwählen, greifen die Yo-Kais automatisch an. Nach einer Zeit füllt sich ein Balken, wo wir zum Ultiseelschlag, eine Art Spezialangriff, greifen können. Zuvor werden hier drei abwechselnd Minispiele gestartet, die man bewältigen muss. So muss man auftauchende Kugeln mit dem Stift am Touchscreen treffen oder eine Form nachzeichnen. Einfach und schnell erlernt. Kleiner Tipp am Rande: Achtet auf das Wesen der Yo-Kais! „Hä, wieso?“ fragt Ihr Euch… ist schnell erklärt: Es gibt z.B. Yo-Kais, die Vertrauen auf ihren Angriff mit dem Wesen Mürrisch oder Grob, einige bevorzugen ihre spezielle Technik mit dem Wesen Logisch oder Klug, manche wiederum Vertrauen mehr auf ihre Verteidigung mit dem Wesen „Vorsichtig“ oder „Ruhig“ und andere wiederum heilen eure Mitstreiter mit dem Wesen „Sanft“ oder „Zärtlich“. Kurzum: je abwechslungsreicher das Wesen Eurer Yo-Kai sind, umso höher sind Eure Chancen siegreich aus den Kämpfen zu gehen. Vor allem bei Yo-Kai-Bosskämpfen, die nebenbei bemerkt sehr spannend sein können, macht sich ein bunt gemischtes Team sehr bezahlt. Haben wir einen Kampf gewonnen, winken uns Erfahrungspunkte und Geld, welches wir für Essen, Trinken, Ausrüstungsgegenstände usw. ausgeben können. Mit den Ausrüstungsgegenständen können wir die Eigenschaften unsere Yo-Kai (Verteidigung, Stärke usw.) aufbessern.

 

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Manchmal wollen sich die Yo-Kais dann nach dem Kampf mit Euch verbünden. Andere lassen sich jedoch nicht so leicht beeindrucken. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: Vor und während dem Kampf hat man die Möglichkeit, sie mit dem richtigen Lebensmittel bei den Yo-Kais beliebt zu machen. Wie man das richtige Lieblingsessen herausfindet, ist meistens dem Zufall zu überlassen. Hier heißt es: Ausprobieren, ausprobieren und nochmal ausprobieren.

 

Wir kämpfen aber nicht nur, um uns mit den Yo-Kais anzufreunden, sondern auch um unsere Mitmenschen, die von diversen Yo-Kais besessen oder geärgert werden, zu helfen. So müssen wir zum Beispiel gegen einen Yo-Kai kämpfen, damit unsere Eltern aufhören sich zu streiten. Aber nicht nur Kämpfe, sondern auch aus anderen Rollenspielen typische Quests wie „Bringe Gegenstand A zu Person B“ oder „Bringe so und so viel Exemplare von Gegenstand XY zu mir“ erwarten uns. Haben wir diese Bewältigt, erhalten wir zur Belohnung nicht nur Geld oder Erfahrungspunkte, sondern manches Mal auch Ausrüstungsgegenstände oder Lebensmittel.

 

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Interessanter sind da eher die Quests, wo es darum geht Aufgaben zu meistern, um somit unser Yo-Kai Armband aufzubessern. Je mehr wir unser Armband aufpimpen, umso höher steigt die Wahrscheinlichkeit auf stärkere uns seltenere Yo-Kais zu treffen. Zudem können einige Bereiche erst betreten werden, wenn unser Armband eine gewisse Stufe erreicht hat. Bis zu Stufe S lässt sich unser Band aufbessern. Man kann auch zwischendurch Käfer und Fische fangen gehen. Hier muss eine Art Minispiel bewältigen um den jeweiligen Käfer/Fisch erfolgreich zu fangen. Ist ein oder zweimal ganz witzig, wird aber sehr schnell uninteressant. Nicht so uninteressant ist die spätere Möglichkeit Yo-Kais mit anderen Yo-Kais oder Gegenständen miteinander zu fusionieren. Mit der richtigen Mischung kommen da schon ein paar interessante und seltene Yo-Kais bei raus.

 

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Über die Optik und musikalische Untermalung brauche ich nicht viele Worte zu verlieren: Sowohl grafisch als auch musikalisch wird hier nichts falsch gemacht. Das kleine farbenfrohe Städtchen ist optisch wunderschön anzusehen und das eine oder andere für gute Laune sorgende Musikstück wird man bereits nach wenigen Minuten mitpfeifen. Das Design der Yo-Kais ist ziemlich kreativ, fantasievoll, an manchen Stellen ziemlich skurril und vor allem sehr, sehr  japanisch ausgefallen. Die meisten Yo-Kais erinnern stellenweise an japanischen Fabelwesen oder Samurai, Ninjas, Geishas und andere, typisch Japanische Figuren. Für jemand wie mich, der sich sowieso für japanische Kultur interessiert, definitiv ein großes Plus. Die Kampfanimationen sind abwechslungsreich und wurden schön in Szene gesetzt und auch der 3D-Effekt ist optisch gut gelungen.

 

 

Insgesamt hört sich Yo-Kai Watch nach einer Menge Spaß an. Und tatsächlich macht dieses Spiel nichts falsch und weiß in der Tat zu überzeugen und zu unterhalten, dennoch wird nach den ersten Spielstunden sehr schnell klar, dass sich dieses Spiel an eine jüngere Zielgruppe Orientiert. Das merkt man an einer bestimmten Sache: Nämlich am Schwierigkeitsgrad! Bis auf ein paar Bosskämpfe, in denen man  tatsächlich gezielte Taktiken anwenden muss, wird man hier nicht wirklich gefordert, was vor allem erfahrene Rollenspieler etwas ermüden wird. Hinzu kommt noch, dass dieses automatische Kämpfen keine hohen Auswahlmöglichkeiten parat hat. Bis auf ein paar Minispiele um den Ultiseelschlag zu aktivieren bleibt da nicht wirklich viel. Schade, schade, bisschen mehr Anspruch und Möglichkeiten bei den Kämpfen hätten den Titel gut getan. Dies trübt den ganzen Spielspaß nur geringfügig.

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