17. Februar 2015

The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

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Das Gefühl, der einzige Mensch auf Erden zu sein, der den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang noch abzuwenden vermag, ist kein besonders angenehmes. Ein gewisser Druck – so könnte man meinen – lastet also schon auf uns, denn statt den gewohnten, beruhigenden Algorhymtmen von Herzteile sammeln und neue Items finden streut Majora’s Mask eine ordentliche Prise Bedrohlichkeit auf unsere heile Spielwelt. Die düstere Grundstimmung, das drohende Ende und die schiere Verzweiflung der Bewohner scheinen zunächst ungewöhnlich für einen Zelda-Titel und zurecht hat Majora’s Mask sei je her eine gewisse Sonderstellung inne – so völlig anders ist es zum Beispiel als ein Ocarina of Time, dass man die beiden Titel kaum miteinander vergleichen kann. Und genau darin lag vielleicht dereinst auch die Absicht: Ocarina of Time wird noch heute als Meilenstein der Videospielgeschichte gehandelt, als episches Meisterwerk, das zu übertrumpfen kaum möglich gewesen wäre. Was bleibt da anderes, als etwas völlig anderes zu versuchen?

 

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Und genau das tat Nintendo im Jahre 2000 dann auch: Majora’s Mask stellt euch von Beginn des Spiels an vor die scheinbar unabänderliche Tatsache, dass der Mond in 72 In-Game-Stunden mit der Welt kollidieren wird. Um diesem bedrohlichen Umstand noch etwas Nachdruck zu verleihen, hängt selbiger sodann auch verhängnisvoll nah mit seiner abscheulichen Fratze über uns und von wo auch immer auch wir aufsehen – er ist immer da.

 

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Wie die einzelnen Bewohner mit dem ihnen bevorstehenden Schicksal umgehen, ist ganz unterschiedlich – manche verleugnen das Offensichtliche, andere sind gefangen in Angst und Trauer vor dem Ende und manche haben bereits gelernt, das Unausweichliche zu aktzeptieren und legen eine stoische Ruhe an den Tag.

Es gibt viele kleine und große Wünsche, die ihr den Bewohner nun noch erfüllen könnt: Sei es das Paar, das noch den Bund der Ehe eingehen möchte oder das kleine Kind, das schlicht einen glücklichen Tag mit seinem Vater verleben will – ihnen allen könnt ihr helfen. Das Ende aber könnt ihr nicht verhindern – dies wäre auch gar nicht Sinn der Sache, vielmehr nutzt Majora’s Mask diese Beklemmung aus und bindet sie untrennbar an das Spielgeschehen. Ihr könnt den Verlauf der Zeit verlangsamen oder sie sogar begrenzt zurückdrehen, doch am Ende läuft alles auf dasselbe heraus: 72 Stunden und dann ist Schluss.

 

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Doch ist nach Ablauf der Zeit wirklich Schluss? Nein, natürlich nur sinnbildlich – ihr startet dann schlicht von Tag 1 an und es ist, als wären die letzten 72 Spielstunden nie geschehen. Erneut haben wir nun ebenso lange Zeit, um den verzweifelten Bewohner Terminas ihre letzten Herzenswünsche zu erfüllen, alle notwendigen Items zu sammeln und insgesamt 4 Tempel zu meistern.

Wer anstrebt, wirklich alles im Spiel zu finden, zu sehen und zu erleben, der wird so einige Weltuntergänge zu Gesicht bekommen, denn das Spiel geizt trotz seiner vordergründigen zeitlichen Einschränkung letztlich doch keineswegs an Inhalten.

 

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Neben dem eigentlichen Hauptziel – dem Meistern der 4 Tempel – gibt es eine schier endlose Reihe an Nebenmissionen, die im Vergleich zur ganzen Weltuntergangsthematik doch um einiges heiterer erscheinen. Gut also, dass die Remake-Version nunmehr verstärkt ein Augenmerk auf diese Nebenquests legt und euch regelrecht dazu anhält, euch nicht auf ein bloßes Abarbeiten der wichtigsten Punkte zu beschränken. Oder wollt ihr etwa nicht wissen, was es mit den Kühe entführenden Außerirdischen auf sich hat?! Eben.

 

 

Generell hat man sich in Sachen Überarbeitung für das 3DS-Remake nicht lumpen lassen: Die Texturen sehen alle fabelhaft aus und optisch wurde aus dem nun doch immerhin 15 Jahre alten Spiel alles menschenmögliche rausgeholt. Trotz allem sieht das Spiel dann auch wieder nicht so glattgebügelt aus, dass es an Charme verlieren würde – ohne Zweifel bleibt das wohlig-nostalgische Gefühl für Langzeit-Zelda-Abenteurer vollumfänglich erhalten.

 

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Fazit

Majora’s Mask ist und bleibt das absonderlichste und außergewöhnlichste Zelda-Abenteuer, das bis heute durch sein radikales 72-Stunden-Spielkonzept im Gedächtnis geblieben ist. Völlig anders als das zuvor erschienene Ocarina of Time lassen sich diese beiden Spiele nicht wirklich an einander messen – zu anders, zu düster ist das Konzept des im Jahr 2000 erschienenen Majora’s Mask.

An Faszination hat das (sinnbildlich) schwarze Schaf der Zelda-Erfolgsserie in all dieser Zeit wenig eingebüßt und mit verbesserten Features (z. B. eine wundervoll geordnete Itemverwaltung durch die 2 Bildschirme des 3DS) und einer absolut gelungen generalüberholten Optik ist dieser außergewöhnlichste Teil der Reihe sowohl für Kenner wiederspielenswert als auch für Neulinge ein absolutes Muss in Sachen interaktiver Videospielgeschichte. Hier gibt es absolut nichts zu meckern!

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