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20. November 2018

Wortjäger

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Der Social-Gaming-Dienst PlayLink von PlayStation ermöglicht das Spielen simpler Party- und Multiplayer-Games mithilfe des eigenen Smartphones, sodass sich bis zu sechs Spieler einklinken können.

Das Gameplay

Nach dem Herunterladen der zugehörigen und gleichnamigen Companion-App auf einem Smart Device der Wahl können sich bis zu sechs Spieler mit dem Game auf der PS4 verbinden, sofern sich alle Geräte im selben Netzwerk befinden. Im Menü kann man darüber hinaus noch entscheiden, ob man in Deutsch, britischem oder amerikanischem Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch spielen möchte – das ist dahingehend relevant, da das Spiel auf Vokabeln der jeweiligen Sprache basiert.

Nach dem Schießen des obligatorischen und selbstverständlich möglichst albernen Erkennungsfotos per Handy-Kamera und dem automatischen Zuteilen eines vierstelligen Geheimwortes kann das Spiel und somit die Reise um die Welt beginnen. Begleitet werden die Teilnehmer von der Pilotin Amy, die gut gelaunt nie um einen Spruch oder einen Witz verlegen ist, der in der Regel so abgrundtief schlecht und alt ist, dass man aus Beschämung schon wieder darüber lachen muss. Die geschossenen Spielerfotos starren aus den Fenstern von Amys Flugzeug, das die Widersacher über den Globus zu 20 verschiedenen Reisezielen befördert, an denen insgesamt 15 unterschiedliche Party-Wortspiele warten.

Diese simpel gestrickten Mini-Games bestehen meistens daraus Buchstaben aus einer vorgegebenen Reihe so zu verschieben, das Wörter entstehen, Begriffe in einem Kauderwelsch-Raster zu finden und mit dem Finger zu verbinden oder Buchstaben zu entfernen, damit neue Wörter entstehen. Der Sieger jeder Runde darf sich bis zu zwei Buchstaben des aktuellen Urlaubsziels aussuchen, die mit seinem Geheimwort übereinstimmen – denn wer dieses zuerst vervollständigt, ist der Sieger. Zu welchem Urlaubsziel es in einer Runde geht, darüber entscheidet die Mehrheit der Spieler aus einer Vorgabe von zwei verschiedenen.

Jeder Spieler hat zudem von Beginn an drei einsetzbare Effektkarten, die den Spielverlauf zu seinen Gunsten verändern können. Passt ihm beispielsweise die Wahl des nächsten Urlaubsziels nicht, so kann er eine Umleitung setzen und den Flieger in eine andere Stadt umlenken. Auch gibt es so die Möglichkeit, im nächsten Spiel einen zeitlichen Vorsprung zu ergaunern und ein paar Sekunden eher zu starten. Mit zunehmender Rundenzahl ist es auch möglich, dass Spieler verbrauchte Karten zurückgewinnen und erneut einsetzen können.

Die Grafik

Ebenso minimalistisch wie die Minispiele zeigt sich auch die optische Präsentation von Wortjäger. Der Globus, auf dem das Spielgeschehen stattfindet, verzichtet auf viele Details, wodurch die Reiseziele direkt ins Auge springen – Sydney, Berlin, Tokio & Co. zeigen sich als gefühlt 5m²-große Rechtecke mit ihren ikonischsten Sehenswürdigkeiten, haben abgesehen von ihren Buchstaben allerdings keinen Einfluss auf die Minispiele oder das Spielgeschehen im Allgemeinen. Auch Amy fügt sich als einzig animierter Charakter gut in die simple, comichafte Gestaltung ein, wenn sie vor und nach jeder Runde kurz über den Bildschirm hüpft, um in der ausgewählten Sprache ihren Senf zum Besten zu geben.

Das Fazit

Ich bin großer Fan von PlayLink und dem Einsatz von Smartphones als Controller-Ersatz bei Konsolenspielen – das funktioniert bereits hervorragend bei Just Dance und im Grunde genommen sogar noch besser bei diesen kurzweiligen Partyspielen. Das erste Mal fiel mir diese Funktion vor ein paar Jahren beim Jackbox Party Pack auf und ich finde es schlichtweg genial, dass man nun bis zu sechs Spieler auf der eigenen Couch dasselbe Game spielen lassen kann ohne auch sechs überteuerte Controller besitzen zu müssen – denn ein Smartphone hat schließlich so gut wie jeder ohnehin immer dabei.

Kurzweilig ist Wortjäger definitiv ebenfalls, allerdings deutlich repetitiver als sein kürzlich erschienener PlayLink-Kollege Wissen ist Macht. Zwar hat man sich einiges einfallen lassen, um aus dem Prinzip Buchstaben-Verschieben und -Verbinden 15 verschiedene Minispiele zu schaffen, allerdings merkt man doch schnell, dass man jedes Mal eben Buchstaben verschiebt oder miteinander verbindet, was für ein bis zwei Runden am Stück Spaß machen kann, dann aber doch schlagartig eintönig wird. Auch fehlt es ein wenig, den anderen Spielern eins auswischen zu können – das macht schließlich immer mit am meisten Spaß, sei es nun in Wissen ist Macht oder in Mario Party. Zwar haben die einzusetzenden Karten eine dafür gedachte Funktion, werden aber unbemerkt im geheimen eingesetzt und meist bekommen die anderen Spieler überhaupt nichts davon mit.

Ich bin mir sicher, man hätte das Spiel mit ein paar kompetitiveren Items und abwechslungsreicheren Minispielen leicht signifikant besser gestalten können. Finde ein Synonym oder einen Reim oder das Gegenteil eines Begriffes – auch hier wäre man ein Wortjäger, der sich sogar deutlich mehr auf Worte stürzt als auf einzelne Buchstaben.

Wir danken unserem Gastautor Thomas W. „LorD Avenger“ für diesen Test.

Wertung

6.3

Fazit

6.3/10
Thomas Knockout Magazin

Liebt Superschurken und hat selbst die Superkraft auch die schlechtesten Videospiele ausgiebig zu testen.

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