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13. November 2018

Just Dance 2019

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Seit 2009 macht Just Dance bereits die heimischen Tanzflächen unsicher und obgleich Teil 1 ursprünglich exklusiv für die Nintendo Wii erschien, ist das Spiel inzwischen mit dem zehnten Ableger für die breite Gamer-Masse aus PlayStation- sowie Xbox- und Nintendo-Besitzern zugänglich. Es braucht nun nicht mehr notwendigerweise einen Controller für Bewegungssteuerung, eine geeignete Konsolenkamera oder schlichtweg das eigene Smartphone sind bereits ausreichend.

Das Gameplay

Just Dance ändert auch für 2019 das Erfolgskonzept nicht: Choreographen tanzen dem oder den Spieler(n) die nachzumachenden Moves vor und der darf den Bildschirm buchstäblich als Spiegel betrachten und imitieren. Ein Laufband mit hilfreichen Piktogrammen der Moves läuft in der rechten unteren Ecke ab und bereitet den Tänzer auf nahende Änderungen in der Bewegungsabfolge vor. In der Ecke gegenüber wird in Form von Sternen die Leistung bewertet, die sich aus den aufblitzenden Wertungen von „X“, „OK“, „Good“, „Super“ und „Perfect“ für jeden Move zusammensetzt. Für fünf Sterne muss man eine Punktzahl von 10.000 erreichen und für besonders ehrgeizige Tänzer gibt es darüber hinaus auch noch die Just Dance-Version von S- und S Plus-Rang zu erreichen, indem sich die Sterne bei 11.000 bzw. 12.000 Punkten für den Siegertitel Superstar blau und Megastar lila färben. Hierfür müssen die Controller aber nicht nur grob mit herumschwingenden Armen imitiert werden, sondern man sollte auch ein Auge für die Feinheiten mitbringen – das Spiel erkennt auch die kleinen und feinen Bewegungen, die teilweise nur aus dem Handgelenk heraus passieren.

Die Spielmodi

Neben dem klassischen Tanzmodus, in dem man aus den über vierzig Songs (unten aufgelistet) des Spiels nach Belieben auswählen kann, bietet Just Dance 2019 auch wieder weitere Möglichkeiten sich selbst auf die Probe zu stellen. Zum einen muss ein Teil der Songs natürlich freigespielt werden, ebenso wie alternative oder Extrem-Versionen mit variierender oder deutlich anspruchsvollerer Choreographie. Eine weniger anspruchsvolle Herausforderung stellt der Kids-Modus dar, der mit kindgerechten Moves aufwartet und meist mit lustig verkleideten Tanzlehrern. Anders als in anderen Teilen zuvor ist der Fitness-Sweat-Modus nun kein eigener Modus mehr, sondern lediglich eine alternative Anzeigeoption, welche die (ungefähr) verbrauchten Kalorien anzeigt und die Länge der aktuellen Tanz-Session. Mit dem inzwischen jährlich stattfindenden Just Dance World Cup (dieses Jahr werden die besten Tänzer aus allen Ländern zur Weltmeisterschaft nach Brasilien eingeladen) rückt auch der Online-Modus „World Dance Floor“ zunehmend in den Vordergrund, der erfreulicherweise weiterhin ohne Online-Abos wie PlayStation Plus oder Nintendo Switch Online genutzt werden kann.

Im Grunde tanzt man auch hier alleine zu zufällig ausgewählten Songs, allerdings parallel mit anderen Spielern auf der ganzen Welt, deren Punkte in Echtzeit miteinander verglichen werden, sodass am Ende eine Bewertungsliste auf einen wartet. Mithilfe der gesammelten Punkte kann man auch im ein- bis fünfstelligen Online-Rang aufsteigen. Besonders schön ist die hier eingebaute Abwechslung – von Runde zu Runde ändert sich das Konzept stets ein wenig: Entweder können alle Teilnehmer aus zwei vorgegebenen Songs für den nächsten abstimmen oder sie werden in zwei Teams aufgeteilt und kämpfen mit- anstatt gegeneinander oder alle treten kollektiv in mehreren Runden gegen einen sogenannten Boss an, dessen Energieleiste mit erspielten Punkten geleert werden kann. Jedes Tanzen bringt dem Spieler auch im neuen Teil wieder Mojo-Punkte ein, die sich am animierten Spielautomaten gegen Preise (Avatare, Artworks, alternative Song-Versionen) eintauschen lassen.

Die Grafik

Auch hier bleibt man dem Erkennungsmerkmal der Reihe treu: Alle Choreographen wirken weiterhin wie radioaktiv leuchtende Neonreklame-Figuren, die entweder in kunterbunter Kleidung oder ulkigen Kostümen für gute Laune sorgen und zusammen mit dem wechselnden, ebenso farbenfrohen Hintergrund die ganz eigene Interpretation des Songtextes wiederspiegeln.

Folgende Songs sind im Standardspiel enthalten:

  • A Little Party Never Killed Nobody – Fergie
  • Adeyyo – Ece Seckin
  • Bang Bang Bang – Big Bang
  • Bum Bum Tam Tam – MC Fioti
  • Ca Plane Pour Moi – Bob Platine
  • Calypso – Luis Fonsi
  • DDU-DU DDU-DU – BlackPink
  • Familiar – Liam Payne
  • Finesse (Remix) – Bruno Mars
  • Fire – LLP
  • Havana – Camila Cabello
  • I Feel it Coming – The Weeknd
  • I’m Still Standing von Top Culture
  • Mad Love – Sean Paul & David Guetta
  • Make Me Feel – Janelle Monáe (nur auf Konsolen der achten Generation spielbar)
  • Mama Mia – ABBA
  • Mi Mi Mi – Hit The Electro Beat
  • Milosc W Zakopanem – Slawomir
  • Narco – Blasterjaxx
  • New Reality – Gigi Rowe
  • New Rules – Dua Lipa
  • New World – Krewella
  • Nice for What – Drake (aus PS4-, XBox One- & Nintendo Switch-Versionen aus Lizenzgründen entfernt)
  • No Tears Left to Cry – Ariana Grande
  • Not Your Ordinary – Stella Mwangi
  • Obsesión – Aventura
  • OMG – Arash ft. Snoop Dogg
  • One Kiss – Calvin Harris ft. Dua Lipa
  • Pac-Man – Dancing Bros.
  • Rave in the Grave – AronChupa
  • Rythm of the Night – Ultraclub 90
  • Sangria Wine – Pharrell Williams & Camila Cabello
  • Shaky Shaky – Daddy Yankee
  • Sugar – Maroon 5
  • Sweet Little Unforgettable Thing – Bea Miller
  • Sweet Sensation – Flo Rida
  • TOY – Netta
  • Un Poco Loco – aus dem Disney-Film Coco
  • Water Me – Lizzo
  • Where Are You Now? – Lady Leshurr
  • Work Work – Britney Spears

Das Fazit

Nachdem mich die letzten beiden Ableger der Reihe eher ernüchtert haben, bin ich nun wieder voll im Just Dance-Fieber. Die Move-Erkennung war nie zuvor so hervorragend wie in Just Dance 2019 – auf der Switch toppt sie bereits mit den Joy-Cons die bisherige Technik und die Smartphone-Steuerung per kostenloser App setzt auf der PlayStation noch einen drauf – erstmals erreichte ich die Megastar-Songbewertung und das beim ersten Versuch. Die App ist ohnehin ein schönes Feature, mit dem bis zu sechs Spieler teilnehmen können (auf der PS4 und XBox One), ohne dass für jeden ein Controller notwendig ist. Über die PlayStation-Kamera konnte das Spiel mich nicht erkennen, was aber an zu geringem Abstand im engen Zimmer lag – umso willkommener war da die Smartphone-Lösung. Die Song-Auswahl wirkt auf den ersten Blick ziemlich enttäuschend, weil eher wenig Chart-Stürmer dabei sind sowie noch weniger altbekannte Klassiker und man sich nun noch mehr international orientiert. Gerade aber die polnischen, türkischen, koreanischen oder spanischen Songs überraschen mit einem fetzigen Rhythmus, erweitern den musikalischen Horizont und machen unterm Strich deutlich mehr Spaß als Bruno Mars, Ariana Grande und Co. Die angepriesene intuitive Benutzeroberfläche im Menü empfand ich persönlich leider eher als unübersichtlich und einen Rückschritt im Vergleich zu speziell den frühen Ablegern. Auch wurden unnötige Zeitfresser unverändert beibehalten, wie zum einen der Spielautomat, in dem Mojo-Punkte gegen Avatare und ähnliches eingetauscht werden können und der bei jeder Benutzung eine einige Sekunden lange Sequenz startet (was sich bei über 200 Belohnungen gehörig summiert) und zum anderen das Zwischenspiel im Online-Modus, wo bereits Minuten vergehen bis man im nächsten Song antreten kann. Persönlich am sauersten aufgestoßen ist mir aber das hartnäckige und dadurch auch ziemlich lästige Bewerben des kostenpflichtigen Abo-Services Just Dance Unlimited, über den man auch Zugriff auf Choreographien der vergangenen Spiele erhält. Bei jedem Spielstart wird gefragt, ob man ihn nicht ausprobieren wolle und es gibt unter den Tageszielen sogar welche, die speziell darauf abzielen. Dem Spiel liegt eine einmonatige Probezeit bei und auf dem World Dance Floor gibt es ebenfalls eine Unlimited Happy Hour, in der man allerdings schnell merkt, dass die großartige Move-Erkennung aus 2019 nicht auf ältere Titel übertragen wurde, was das Punkten bei diesen deutlich erschwert. Ein schönes Feature, obgleich es für die meisten wohl weniger interessant sein wird, ist die Cross-Plattform-Funktion, wenn man das Spiel mit einem Ubisoft-Konto verbindet. Rang, Mojo-Punkte und freigeschaltete Belohnungen werden synchronisiert, sodass man auf einer anderen Konsole nicht erneut von vorne beginnen muss. Die Highscores aus bereits getanzten Songs werden aber leider nicht mit übertragen.

Wir danken unserem Gastautor Thomas W. „LorD Avenger“ für diesen Test.

Wertung

8.2

Fazit

8.2/10
Thomas Knockout Magazin

Liebt Superschurken und hat selbst die Superkraft auch die schlechtesten Videospiele ausgiebig zu testen.

  Review
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