Mighty No. 9 ist eines der am sehnsüchtigsten erwarteten Spiele. Mehrfache Terminverschiebungen sorgten bereits bei den Fans für Ärger. Zuzüglich gibt es auf der Wii U technische Probleme. Projektleiter Keiji Inafune patcht unter Hochdruck ordentlich nach und auch ich hatte beim Testen mit ein paar Freezes zu kämpfen. Auf der Gamescom des letzten Jahres war ich jedoch ziemlich begeistert… Nun widmen wir uns aber ganz dem Spiel und dem Endprodukt: Fühlt Mighty No. 9 sich genauso an, wie wir einen geistigen Mega Man Nachfolger erwarten? Finden wir es in dem Test heraus.


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Im Jahr 20XX haben Durchbrüche in der Robotik ein neues Zeitalter des Friedens und Wohlstands eingeläutet. Gewalt ist nur noch im Kampf-Kolosseum zu finden, wo Roboter-Kämpfer sich in spektakulären Duellen gegenüberstehen. Dr. Light, Entschuldigung ich meinte Dr. White,  erschuf neun Roboter, die als die „Mighty Numbers“ bekannt waren, das beliebteste Roboter-Team im Kampf-Kolosseum und immer in den vorderen Rängen. Durch eine Cyber-Attacke während eines Kampfes wurden die Mighty Numbers mit einem Computer-Virus infiziert, der sie wild und unberechenbar machte. Wir schlüpfen in die Rolle von Beck, Neunter in einer Reihe mächtiger Roboter und als einziger nicht mit dem mysteriösen Virus infiziert, der mechanische Kreaturen überall auf der Welt hat durchdrehen lassen.

 

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Wir dashen, hüpfen, schießen und transformieren uns auf dem Weg durch 9 ursprüngliche und 3 spätere Stufen, die wir uns in beliebiger Reihenfolge vornehmen können. Gerade die Option beliebig die Level auswählen zu können ist sehr klug, so können wir uns unsere eigene Taktik überlegen, welchen Boss wir zuerst den Strom abstellen und seine Waffen und Fähigkeiten an uns nehmen.

Die Stages und die Optik an sich sind sehr schön designed. Als Mega Man Fan fühlt man sich gleich zu Hause. Der Klassiker aus den 8- und 16-Bit-Zeiten ist zwar neu interpretiert worden, jedoch merken wir schnell, dass in dem Design viele Überlegungen und Herzblut eingeflossen sind.

 

 

Aber fühlt sich denn das Gameplay genauso an? Ja und nein. Das hüpfen und schiessen, sowie das am Boden entlang dashen ist uns bereits spätestens seit Mega Man X bekannt, jedoch verläuft das Gameplay viel, viel schneller als das der Klassiker. Wir können mit unseren Schüssen die gegnerischen Roboter kurzzeitig lahmlegen und mit einem Dash diese eliminieren um unseren Highscore zu erhöhen. Gerade der Dash-Angriff ist bei Mighty No. 9 das A und O des Spiels. Wir versuchen uns an Kombos und perfekte Wertungen. Wir werden unzählige Male scheitern und sterben, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und trotzdem lege ich den Controller nicht weg, auch wenn die Nachbarn denken ich hätte Tourette- ich versuche es immer wieder. Erst wenn die Stimme heiser, die Sofakissen verprügelt und der Schaum aus dem Mund kommt ist es an der Zeit, doch eine kleine Pause einzulegen.

 

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Ein nützliches Gimmick ist die XEL-Energie, die Gegner ab und zu fallen lassen und uns kurzzeitig einige Vorteile schaffen. Grüne XEL-Energie verschafft uns einen Geschwindigkeitsboost, mit der Roten können wir stärkere Schüsse abfeuern, die Gelbe rüstet uns mit einem Schild aus und blaue XEL-Energie funktioniert wie ein Energiecontainer. Später dürfen wir sogar zwei von diesen tragen. Gerade diese Energietanks sollten wir gut aufsparen und zu gegebener Zeit per Knopfdruck einsetzen um unsere Energieleiste zu füllen. Gerade bei den Bossbattles sehr nützlich, aber auch rar gesäht.

 

Gerade den Retrohasen ist bekannt, dass es uns in Sachen Schwieigkeitsgrad nicht besonders leicht gemacht wird. Knifflige Passagen sind auch gut, jedoch sorgen die Bossgegner für einen hohen Frustfaktor.  Wir haben keine Option den Schwierigkeitsgrad anzupassen und starten das Spiel auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, lediglich dürfen wir im Optionsmenü unsere Leben auf maximal 9 setzen. Haben wir den normalen Modus durch, ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass dieser schon sackschwer ist, dürfen wir im Hauptmenü den Schweren- und Hypermodus auswählen.

 

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Oftmals sind wir in anderen spielen gewohnt einen Mehrfach- oder Doppelsprung anzuwenden, dies ist bei Mighty No. 9 nicht möglich und wir müssen uns ganz und gar auf unsere Dashskills verlassen. Wir müssen uns dran gewöhnen, dass unser Held Beck nur in eine Richtung schießen kann und nicht schräg nach oben. Hier muss sich also ordentlich eingespielt und reingefuchst werden. Haben wir uns erstmal damit abgefunden und ein paar Leben gelassen, können wir sogar mittels Dash einen guten Flow entwickeln und uns auf das etwas andere Spielgefühl einlassen.

 

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Die eben schon erwähnten knackigen Bosskämpfe könnten zu echten Frustkämpfen werden. Bewaffnet mit unserem normalen Blaster und bestenfalls einem Energietank, oder aber den Waffen bereits besiegter Bosse stellen wir uns den übermächtigen Mighty Numbers. Diesen schießen wir nicht nur einfach die Lebensleiste herunter, was die Kanone hergibt, sondern wir müssen ständig auf der Hut vor mächtigen Angriffen sein und unsere Lebensleiste immer schön im Auge behalten. Die Bossgegner müssen auch, wenn sie angeschossen und kurzzeitig außer Gefecht sind, mit der Dash-Attacke angegriffen werden, da sie sonst keine Energie verlieren. Jeder Boss hat seine eigene Fähigkeit und Angriffsformation.

 

Neben der Story können wir noch mit dem Boss-Rush Modus, in dem wir alle Bosse nochmal nachfolgend besiegen müssen vorlieb nehmen, oder uns auch am Challenge-Modus versuchen. Im Challenge-Modus müssen wir ein Ziel in einer kurzen Stage binnen kurzer vorgegebener Zeit erreichen. Zuzüglich sind 24 abgeänderte Koop-Missionen inklusive Bosskämpfe geplant.

 

 

Fazit

Auch wenn Mighty No. 9 sehr stark und gewollt von Mega Man abkupfert kommt bei mir nicht dieses wohlige Retrogefühl auf? Woran mag das liegen? Vielleicht frustrierte mich der Schwierigkeitsgrad zu sehr, oder aber auch der Fakt, dass alles auf dem Dash-Angriff ausgelegt wurde. Leute die sich gerne an Herausforderungen messen und Highscores in die Höhe treiben wollen, können bedenkenlos Ihre 20 Euro investieren.  Ärgerlich sind die ab und zu vorkommenden Spielabbrüche trotz Patch (PS4). Mighty No. 9 wurde groß als Nachfolger des blauen Bombers angekündigt. Im Ganzen betrachtet bietet es aber zu wenig um dem gerecht zu werden. Trotz guter Aufmachung und auch unter Betrachtung aller klassischen Aspekte sollte man aber nicht erwarten, das nächste Mega Man in den Händen zu halten.

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