22. Januar 2019

Ace Combat 7 – Skies Unknown

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Es ist 23 lange Jahre her, als die Ace Combat Reihe auf der PlayStation One (PSX) startete. Damals spielte ich so ziemlich jedes Spiel, welches mir vor die Flinte kam und wie es der Zufall wollte, kam ich in Kontakt mit einem Genre, welches mich eigentlich nicht so interessierte, aber dennoch überzeugte und seither Fan der Ace Combat Serie wurde. Auf der gamescom 2017 und 2018 durften wir bereits Ace Combat 7: Skies Unknown anspielen und ich freute mich auf den Release am 18. Januar 2019. Seitdem habe ich schon viele Stunden in der Luft verbracht und nun schildere ich Euch meine Erfahrungen im ausführlichen Test.

Ace Combat 7 ist vollgepackt mit vielen Modi, die das Fliegerherz höher schlagen lassen. Die Sprachausgabe ist entweder Englisch oder original Japanisch, keine Angst, die Untertitel könnt Ihr auch auf Deutsch stellen, auch wenn Ihr diese außer im Kampagnenmodus sicherlich nicht benötigen werdet. In den Optionen könnt Ihr alles nach Eurem Geschmack einstellen, aber Vorsicht: Es gibt für den Kampagnenmodus drei Schwierigkeitsgerade (einfach, normal und schwer), die sich nach der Auswahl nicht zwischendurch ändern lassen. Nach abgeschlossenen Missionen könnt Ihr aber einzelne Missionen anwählen und im freien Modus erneut nach Euren Einstellungen spielen. Übrigens gibt es auch einen Datenviewer, der Eure Statistiken wie zum Beispiel Abschüsse anzeigt. Auch wenn Ihr noch nie was von der Ace Combat Reihe gehört habt, Metal Gear mögt und Euch Kampfflugzeuge nichts ausmachen, solltet Ihr zumindest Skies Unknown mit in Eure Liste aufnehmen.

Story

Gleich am Anfang meines Tests muss ich leider ein Manko von Ace Combat 7 verzeichnen. Die Geschichte von Skies Unknown hat einen ziemlich seifigen Touch und schnulzige Charaktere, auch wenn die Zwischensequenzen cineastisch und hervorragend in Szene gesetzt werden. Wir begeben uns zurück in das fiktive Universum der Welt, das zuletzt 2007 in der Serie zu sehen war, und befinden uns mitten in einem Konflikt zwischen den Mächten der Oseanischen Föderation und dem Königreich von Erusea. Leider spielt sich der größte Teil der Handlung in den Zwischensequenzen ab, da wir selbst in die Rolle eines stummen und Gesichtslosen Piloten schlüpfen, der seine Befehle ausführt und Teil der Kriegsgeschichte wird. Schwamm drüber, denn die Kampagne macht trotzdem einen riesen Spaß.

Kampagne

Vor jeder der insgesamt 20 Missionen bekommen wir ein umfassendes Briefing. Neben der Hauptaufgabe, wie zum Beispiel feindliche Einrichtungen am Boden zerstören, Flugzeuge verschiedener Typen ausschalten, Radar ausweichen, LA Waffen und Verteidigung zerstören, Supportermissionen, Rettungsmissionen, den Feind im Luftraum der Basis überlisten, oder sonstige feindliche Ziele vernichten, bekommen wir noch weitere nützliche Informationen wie zum Beispiel die Wetterbedingungen und Wolkendecke angezeigt. Jede Mission ist einzigartig und gleicht keiner Vorherigen.

Nicht nur die Wetterverhältnisse spielen in Ace Combat 7 eine Rolle, sondern auch die Landschaft am Boden.  Manchmal müssen wir bestimmte Bodenziele ausschalten, die sich in Schluchten oder im Gebirge gut positioniert verstecken. Das Briefing sollte man sich somit genau anschauen und taktisch klug überlegen, welche Flugzeugauswahl man für die entsprechende Mission trifft.

Dynamisches Wetter

Die coolsten und beeindruckensten Neuerungen in Ace Combat 7 sind wohl die Wettereffekte. Man merkt sehr deutlich, wie das Wetter sich auf das Flugzeug auswirkt und auch in der Steuerung fühlt es sich authentisch an. Gewitterwolken können echt fiese Dinger sein, fliegt man mit seinem Flugzeug hinein. Klar, der Vorteil ist, dass der Feind Euch zunächst nicht sieht- aber was für Euch gilt, das gilt auch für die feindlichen Flugzeuge, die Ihr zu Boden bringen sollt. Unser Flugzeug kann mal ganz schnell ins Wanken kommen, die Sicht verschlechtert sich und je nachdem wie hoch wir in die Wolken steigen, haben wir auch mal das Worst Case Szenario: Eis auf unseren Cockpitfenster! Wir sollten also schnell unseren Flieger hoch zur Sonne ziehen, oder wieder etwas unter den Wolken fliegen, damit das Eis abtauen kann. Ansonsten ist nicht nur die Sicht ziemlich eingeschränkt, sondern schlimmstenfalls könnten auch die Triebwerke ausfallen.

Ich hatte zum Beispiel eine Mission, wo man direkt in Gewitterwolken fliegen musste um nicht vom feindlichen Radar und Raketen erfasst zu werden. Wow, war das ein Ritt. Blitzschläge treffen mich, die Anzeigen im Cockpit drehten durch, meine Maschine wurde heftig durch Windböen an den Boden gezogen und Anzeigen fielen aus. Hier kann man sein Können unter Beweis stellen. Hat man erstmal so einen Einsatz, wo einem die Flügel verreißen und die Manövrierfähigkeit eingeschränkt ist, überstanden, wird der Spieler durch reichlich heroische Glücksmomente belohnt. Kurz gesagt: Wettereffekte sorgen für viel mehr spielerische Herausforderung und es wird einem sicherlich nicht langweilig.

Flugzeugschema

Ihr könnt vor dem Flugeinsatz aus einer Reihe von authentischen, modernen und futuristischen Flugzeugen auswählen und mit einem breiten Arsenal hochmoderner Superwaffen ausrüsten. Nach jedem Einsatz in der Kampagne und nach jedem Mehrspieler-Match verdienen wir Punkte, die wir gegen neue Flugzeuge, Spezialwaffen und Upgrade-Teile eintauschen können, um so unser Flugzeug noch effizienter auszurüsten und unsere Chancen im Einsatz zu verbessern. Es gibt drei Upgrade-Kategorien. Verbessern wir den Rumpf unseres Flugzeugs, wird es zum Beispiel stabiler, erhöht die Geschwindigkeit oder Stabilität. Die Waffenleistung der MGs, Standart- und Spezialwaffen können auch verbessert werden. In der Kategorie Sonstige verstärken wir andere Flugzeugeigenschaften, die nicht zu den eben erwähnten zählen, wie zum Beispiel ein Radar Lock System.

Einsatz

Ace Combat 7: Skies Unknown behält seine Eigenschaften als Simul-Arkade bei, wobei jedoch einige Änderungen hauptsächlich auf die Simulation abzielen. Hauptsächlich steuern wir unser Flugzeug über Beschleunigung und Bremse durch die Schultertasten. Das Maschinengewehr, den Abschuss der Raketen, die Auswahl der ausgerüsteten Waffe und die Zielverriegelung steuern wir per Druck auf die entsprechende Taste am Controller. Über das Touchpad können wir die Interfacegröße des vorhandenen Radars einstellen. Zudem kann der Wechsel der Perspektive, Cockpit oder Off-board, durch Drücken des rechten Sticks eingestellt werden. Die Befehle sind somit leicht auszuführen und gerade auch für Einsteiger geeignet. Die Zielverwaltung ist sicherlich eine Schwachstelle. Meist möchte ich dynamisch das Ziel der Raketenerfassung auf den Feind vor mir lenken, muss aber des Öfteren verschiedene Ziele durchschalten und verliere dadurch den perfekten Moment meine Rakete abzufeuern.

Unsere Gegner in der Luft haben es Faustdick hinter den Ohren und sind nicht gerade dumm. Bahnbrechende Manöver und auch mal ein Looping oder eine scharfe Wendung ist an der Tagesordnung. Richtig fies wird es, wenn Gegner nah am Boden, oder auch in Schluchten durchrauschen- hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen und man sieht, wer sein Flugzeug so richtig unter Kontrolle hat und das Fliegen beherrscht.

Mehrspieler

Im Mehrspieler-Modus fliegen wir Online-Einsätze mit anderen Spielern. Wir starten entweder allein oder zusammen als Team. Die Spielersuche gestaltet sich flüssig und simpel. Dennoch würde ich den Mehrspielermodus eher erfahrenen Piloten empfehlen, als Neuling hat man es nicht leicht, es sei denn man legt gewisse Regeln für das Match, wie zum Beispiel eine Kostengrenze, fest.

Im Mehrspieler-Modus gibt es verschiedene Spielregeln: In Battle Royale werden alle Spieler zu Feinde und bekämpfen einander bis eine gewisse Punktzahl erreicht wird. Im Team-Deathmatch werden alle Spieler in zwei Teams aufgeteilt und kämpfen solange, bis eine Zielpunktzahl erreicht wurde oder die Zeit abgelaufen ist.

VR-Modus

Dank der PlayStation VR-Unterstützung können wir persönlich ins Cockpit klettern und eine Reihe exklusiver Funktionen erleben, die eine ganz neue Dimension des Eintauchens in die todesverachtende Welt der Kampfpiloten ermöglichen. Der VR-Modus bietet zudem gleich exklusive VR-Missionen. Mangels Hardware bleibt uns leider nur Lisas Eindruck von der gamescom, wo sie Ace Combat 7 mit VR Brille antesten durfte und das VR-Feeling als extrem cooles Luftabenteuer bezeichnete. VR oder nicht- der Cockpitmodus ohne VR kann sich auch sehen lassen.

Musik & Grafik

Die Musik ist einzigartig mit orchestralen Klängen in Szene gesetzt und untermalt Euer Kampfgeschehen in der Luft. Auch auf hörbare Kleinigkeiten wurde geachtet. Mir  hat besonders gut gefallen, dass wenn Ihr mit Eurem Flieger in die Wolken eintaucht, die Musik auch gedämpfter abgespielt wird. Hier hat man sich Gedanken gemacht die richtige Stimmung zu vermitteln. Die Funksprüche geben uns Spielern zudem ein cooles Mittendrin-Gefühl.

Die Unreal Engine 4 ist perfekt eingesetzt. Gerade in den cineastischen Zwischensequenzen werden fotorealistische Eindrücke erzeugt. Die Bodentexturen laden an manchen Stellen nach, was aber sicherlich an meinen alten PS4 Modell liegt. Optisch ist Ace Combat 7 dennoch sehr ansprechend. Gut in Szene gesetzte helle, tiefe, natürliche Blau- und Grüntöne stehen im Kontrast zu den minimalistischen Weißen und Silbern der Kampfflugzeuge. Das HUD ist unaufdringlich, dennoch nützlich und auch nach Belieben umschaltbar.

Fazit

Machen wir es kurz: Ace Combat 7: Skies Unknown ist ein Leckerbissen für alle Kampfjetpiloten und Ace Combat Fans. Genrefans werden trotz seifiger Geschichte in der Kampagne begeistert sein. Die Steuerung fühlt sich wunderbar an und Ihr habt ein geniales Feeling in der Luft. Der Kampagnenmodus macht einfach Spaß und man fühlt sich nicht nur beim Fliegen mittendrin im (Kampf-)Geschehen. Man sieht und fühlt, dass die Entwickler richtig Ahnung von der Sache hatten bzw. auch selbst mal Piloten in der US Army waren. Auch Neulinge werden keinen allzu schweren Einstieg haben, da Ace Combat 7 zwar komplex aussieht, sich aber nicht so spielt. Das Flugfeeling wird astrein übermittelt und die Steuerung mit dem Controller bietet alles, was man braucht. Sind wir mal ehrlich- bis jetzt war kein einziges Spiel der Ace Combat Serie schlecht, aber Skies Unknown hat es wieder mal geschafft, noch eine Schippe draufzulegen.

Meine Wertung

8.5

Wertung

8.5/10
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