14. April 2020

Biped

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Das Roboterduo Aku und Sila kehren auf die Erde zurück, um diese mithilfe von verschollenen, elektrischen Leuchtfeuern vor der Dunkelheit zu bewahren. Zusammen kämpfen sie sich durch den dichten Dschungel, antike Ruinen, Eis- und Sandwüsten sowie reißende Gewässer. Andere Roboter stehen ihnen hilfreich zur Seite, doch die Welt retten können nur sie selbst.

Biped könnte sich kaum einfacher und intuitiver steuern lassen – alles, das man braucht, sind die beiden Analog-Sticks des PS4-Controllers. Das rechte Bein des kleinen Roboters simuliert die Bewegungen des rechten Sticks, das gegenüberliegende die des linken. Das war’s. Keine der Tasten haben irgendeine Funktion, man kann nicht springen, nicht schlagen, keine Waffe auswählen. Dennoch ermöglicht die Steuerungslimitierung nicht nur das sehr mühsame manuelle Laufen: Lässt man einen Fuß lange genug am Deckel einer Truhe kleben, kann diese geöffnet werden. Das Gewicht eines Fußes reicht bereits aus, um einen Knopf am Boden zu drücken und durch die klebrigen Sohlen können so auch Hebel umgelegt werden. Drückt man beide Sticks in dieselbe Richtung kann man auf glattem Boden sogar skaten – das Äquivalent fürs Sprinten in anderen Spielen.

Gespielt werden kann Biped zu zweit im Koop-Abenteuer oder alleine – die Level sind dieselben, lediglich mit angepassten Herausforderungen. Im Koop-Modus beispielsweise funktioniert logischerweise alles nur mit Team-Work. Durch die verschiedene Anzahl von Füßen auf einer Plattform bewegt sich diese beispielsweise und eine falsche Anzahl lässt sie schrumpfen oder zerstört sie. Das erfordert etwa, dass beide Spieler eines ihrer Roboterbeine in der Luft halten oder möglichst synchron über die Plattform wandern. Auch farbige Untergründe können zur gewaltigen Herausforderung werden, wenn jeder Roboter nur bei seiner entsprechenden Farbe auftreten darf und diese sich daraufhin sofort in die Farbe des anderen Spielers ändert. Weiterhin gibt es noch Wippen, auf denen beide Spieler ihre Balance halten müssen oder Level, in denen sie mit einem Seil verbunden sind, um sich gegenseitig über Abgründe zu schwingen oder auf diesem Wege hartnäckige Hebel umzulegen. Auch können die kleinen Roboter mit ihren Laufbewegungen massive Rollen in Bewegung setzen oder ein Floß auf dem Wasser vorantreiben.

Neben der überschaubaren Anzahl von abwechslungsreichen Leveln, die man so entweder alleine oder zu zweit durchstehen kann, bietet jedes davon auch noch zusätzliche optionale Herausforderungen. So wimmelt es in den Leveln nur so von Münzen, die im Shop das Erwerben von alternativen Kostümen ermöglichen, aber auch Sterne sind dort versteckt, die man alle für das entsprechende Emblem am Levelende finden, bzw. erreichen muss. Weitere Embleme gibt es für das Unterschreiten einer gewissen Todesanzahl, das Unterbieten einer vorgegebenen Zeit oder im Koop-Modus auch für ein gewisses Niveau beim Harmonie-Level zwischen den Spielern. Nichts davon ist wirklich einfach zu erreichen und somit finden auch ehrgeizige Spieler eine ordentliche Herausforderung in dem ansonsten recht kurzen Spiel.

Fazit

Ich springe immer direkt auf neue Koop-Spiele an, die ich mit meiner Frau zusammenspielen kann – gerade, wenn sie eine einfache Steuerung mitbringen und ein süßes Design wie mit den knuffigen Miniaturrobotern hier. Die farbenfrohe, abwechslungsreiche Optik in den verschiedenen Leveln weiß zu gefallen, ebenso das Verlegen der kompletten Steuerung auf nichts weiter als die beiden Analog-Sticks. Leider hält sich der Spielspaß, gerade verglichen mit anderen Koop-Games, sehr in Grenzen, weil Biped auch einen hohen und schnell ausgelösten Frustfaktor hat. Wie in allen Spielen, in denen man Gliedmaßen einzeln steuern kann (Octodad, diverse Simulator,-Spiele etc.), ist die Genauigkeit der Bewegungen eher schwammig und verträgt sich daher nur sehr schlecht mit Herausforderungen, die schnelle oder außergewöhnlich genaue Bewegungen erfordern. Hinzu kommt, dass einige Passagen – bedauerlicherweise auch gleich zu Beginn des Spiels – nicht vollends ausgereift wurden. Bewegliche Plattformen, die ihre Farbe ändern und entsprechend mit Bewegungen des jeweiligen Roboters einhergehen sollten, reagieren nicht nur auf die den Boden berührenden Füße, sondern auch auf die in der Luft gehaltenen – was im Rahmen dieses Puzzles weder in irgendeiner Form kenntlich gemacht wurde, noch Sinn ergibt. Nachdem man die Macke erst einmal herausgefunden hat, funktioniert das Ganze dann mit etwas Biegen und Brechen – bis dahin könnte der Frust aber bereits gehörig hochgekocht sein. Solche Momente gibt es durch das Spiel hinweg ab und zu, wobei es nach den ersten Leveln deutlich besser wird und auch die kreativen neuen Puzzle-Ideen wirklich Spaß machen. Steuerungstechnisch funktioniert da leider der nicht ganz so spaßige Einzelspieler-Modus deutlich besser.

Biped

6.7

Wertung

6.7/10
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