4. August 2020

Destroy All Humans!

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Der Third-Person-Shooter vom inzwischen geschlossenen Entwickler Pandemic Studios erschien bereits 2005 erstmals für PlayStation 2 und Xbox. Anderthalb Jahrzehnte später folgt nun das außerirdische Remake für die aktuelle Konsolengeneration sowie den PC.

UFO gesichtet!

Die Furons sind eine Alien-Rasse, die über die Jahrhunderte hinweg ihre Fortpflanzungsfähigkeit verloren haben. Vermehren können Sie sich lediglich noch übers Klonen, doch jeder Nachfolger ist minderwertiger als sein Vorgänger. Die Lösung könnte auf dem Planeten Erde liegen, auf dem einst Furons mit den frühen Menschen kopuliert haben, weswegen sie bis zum heutigen Tag einen Rest wertvoller Furon-DNA in sich tragen. Beim Sammeln selbiger stürzt das Alien Cryptosporidium 136 in den Vereinigten Staaten ab und wird von der Regierung eingesammelt. Sein geklonter Nachfolger Cryptosporidium 137 soll ihn finden, retten und nebenbei gleich den ursprünglichen Auftrag durchführen: Menschliche DNA sammeln sowie alles und jeden zerstören, das den Furons gefährlich werden könnte.

Cryptosporidium 137 arbeitet sich systematisch durch die Vereinigten Staaten, angefangen in dem abgelegenen Farmer-Nest, in dem sein Vorgänger abgestürzt war. Die vorsichtig ausgedrückt „traditionellen“ Menschen dort machen dem Alien schnell klar, dass die Bewohner des fremden Planeten ihm alles andere als freundlich gesonnen sind – was er allerdings begrüßt, da er ohnehin einen ausgeprägten Blutdurst zu stillen hat. Ärgerlich nur, dass es nicht bei Bauern mit Mistgabeln und Schrotflinten bleibt, denn schnell bekommen auch die örtlichen Behörden sowie das Militär Wind von der Invasion. Den fortschrittlichen Waffen der Furons sind sie alle nicht gewachsen, doch die Geheimorganisation Majestic, die sich ebenfalls einschaltet, hat Mittel und Wege sich gegen die außerirdische Technik zur Wehr zu setzen.

Hemmungslose Zerstörung oder unbemerkte Infiltration

Bei Destroy All Humans! handelt es sich um einen Third-Person-Shooter, bei dem man ein kleines Alien durch eine umfassende Open World steuert. Unterteilt in verschiedene Bezirke in den Vereinigten Staaten kann man so beispielsweise das abgelegene Farmland, das sonnige Kalifornien, die Wüste mit Area 41 oder auch die Hauptstadt besuchen. Im Vordergrund stehen die dort zu absolvierenden Story-Missionen, man kann so freigeschaltete Bereiche aber auch davon abhängig nach Herzenslust besuchen und dort Unheil anrichten. Diverse Herausforderungsmodi, wie Verfolgungsrennen, Schadensgenerierung oder Überlebenskampf bieten einem genauso viel Abwechslung wie das Suchen und Finden der überall versteckten Alien-Drohnen.

Das Besondere am Spiel sind die außergewöhnlichen Waffen und Fähigkeiten, die dem kleinen unscheinbaren Alien zur Verfügung stehen. Neben einer Auswahl von Schusswaffen, ermöglicht die Alien-Technologie es dem Spieler auch, die Gestalt von jedem beliebigen Menschen in Sichtweite anzunehmen, sie zu manipulieren oder ihre Gehirne zu extrahieren, um an die wertvolle Alien-DNA zu gelangen, mit der man sich diverse Upgrades kaufen kann. Speziell diese Fertigkeiten sind von Nöten, denn zahlreiche der Missionen erfordern es unentdeckt zu bleiben. So muss man es beispielsweise dringend vermeiden beim Annehmen einer menschlichen Gestalt von einer anderen gesehen zu werden. Auch ist es entscheidend, welche Gestalt man annimmt, da beispielsweise nur Soldaten Zugang zu militärischen Anlagen haben oder man nur als Bürgermeister die Massen manipulieren kann.

Wird man doch entdeckt, so steigert sich das Fahndungslevel ähnlich wie bei GTA – je mehr Chaos und Zerstörung man anrichtet, desto mehr Behörden schalten sich ein und machen Jagd auf einen. Ausgestattet mit einem Jetpack ist es glücklicherweise nicht allzu schwer ihnen wieder zu entkommen und die Lage abkühlen zu lassen. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch die Fliegende Untertasse, in die man sich zurückziehen kann und die es auch problemlos mit Panzern, Luftabwehrvorrichtungen und ganzen Gebäuden aufnimmt.

Fazit

Das Spiel ist tatsächlich so spaßig geworden, wie der Titel und das Cover vermuten ließen. Ohne einen direkten Vergleich zur ursprünglichen Version von Destroy All Humans! kann ich erfreut behaupten, dass man dem Game sein theoretisches Alter von 15 Jahren nicht im Geringsten ansieht. Die Zwischensequenzen sind äußerst hochwertig produziert und auch die verschiedenen Umgebungen können sich im Jahre 2020 unverhohlen sehen lassen. Bei Nahaufnahmen einiger Figuren mit In-Game-Grafik werden einige technische Schwächen deutlich, aber in einem völlig akzeptablen Rahmen.

Die Missionen sind humorvoll gestaltet und sehr abwechslungsreich. Man ist sehr darauf bedacht sämtliche Fähigkeiten des Aliens sinnvoll und in verschiedenen Formen einzusetzen und meistens wird in Missionen sowohl das Schleichen als auch das anschließende Zerstören gefordert, sodass alle Spieler auf ihre Kosten kommen. Zusätzliche optionale Anforderungen machen die Missionen noch einmal anspruchsvoller und erfordern ein genaueres Überlegen und Beobachten der Umgebungen. Das Suchen der Drohnen und die Open World-Herausforderungen liefern dann den letzten Rest an Anspruch, denn so ziemlich jede davon ist schwieriger als die Story-Missionen.

Ich habe viel Spaß mit dem Spiel und kann mich tatsächlich auch für die Langzeitmotivation aussprechen. Gefreut hätte ich mich aber, wenn man die einzelnen Umgebungen noch unterschiedlicher gestaltet hätte. Sowohl der kalifornische Ferienort sowie die niedlich geschrumpfte Version von Washington D.C. sind sehr abgespeckt mit eher wenigen und nahezu ausschließlich kleinen Gebäuden. Das Spiel fokussiert eindeutig mehr auf die Alien- als die UFO-Sequenzen, doch die großflächige Zerstörung macht ebenfalls Spaß – eine deutlich andere Stadt wie beispielsweise New York mit seinen Wolkenkratzern hätte hierbei besonders Eindruck hinterlassen.

Destroy All Humans!

8.6

Wertung

8.6/10

Destroy all Humans! erscheint auf PlayStation 4, Xbox One, Google Stadia und PC.

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