23. Oktober 2020

Mafia: Definitive Edition im Test

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Als Mafia 2002 für den PC und zwei Jahre später für die PlayStation 2 und Xbox erschien, war ich noch immer nicht im Besitz meiner ersten eigenen Konsole, geschweige denn eines PCs. Durchgespielt habe ich das originale Mafia bisher nie. Dafür war der Geduldsfaden meiner Freunde, bei denen ich mich zeitweise primär zum Spielen und Chips essen einnistete, nicht lang genug.

Mit der Mafia: Definitive Edition vom amerikanischen Entwicklerstudio Hangar 13 konnte ich diese Lücke im Lebenslauf nun mit neuem Gameplay, schöner Grafik und zusätzlichen Inhalten schließen. Ob sich der Ausflug ins 1930er Amerika mit einer gehörigen Ladung Mafia-Action gelohnt hat, erfahrt ihr im folgenden Test.

Mafia: Definitive Edition - Tommy und Sarah

Vom Taxifahrer zum Anhänger des Salieri-Clans

In Mafia schlüpft ihr in die Rolle vom Taxifahrer Tommy Angelo, der anfangs noch nicht ahnen kann, dass er seinen Unterhalt schon bald als rechte Hand des Mafia-Bosses Don Salieri aus Lost Heaven verdienen wird. Innerhalb von acht Jahren arbeitet Tommy sich mit immer gefährlicheren und brutaleren Aufträgen zu einem der engsten Vertrauten Salieris hoch.

Mit Paulie und Sam, zwei weiteren Mitgliedern des Salieri-Clans, baut Tommy währenddessen eine freundschaftliche und enge Beziehung auf, die sich unter anderem neu hinzugefügte Dialoge während der Fahrten zu Aufträgen verdeutlicht. Immer wieder werden Witze gerissen, über vergangene Zeiten und natürlich auch Frauen gesprochen. In der Mafia: Definitive Edition bekommt ihr das Kennenlernen von Tommys Frau Sarah zudem bereits sehr früh im Spiel mit. Auch die Beziehung zwischen den Beiden wird authentisch verdeutlicht. Durch das Motion Capturing wird die Kommunikation zwischen den Charakteren ebenfalls unterstützt. Die neue Vertonung funktioniert im Englischen sehr gut, die deutsche Version lässt hier leider zu wünschen übrig.

Mafia: Definitive Edition - Tommy Angelo

Oldschool-Open-World trifft auf zeitgemäßes Gameplay

Das Spielprinzip von Mafia ist leicht erklärt. Sobald eine neue Mission begonnen wird, könnt ihr euch mit Tommy in Lost Heaven nahezu komplett frei bewegen. Es ist eine Art Teilzeit-Open-World, die euch die Spielwelt zwar erkunden lässt, allerdings keine Beschäftigung für zwischendurch bietet. Wer dennoch in aller Ruhe die Gegend erkunden und darüber hinaus ein paar Extramissionen erledigen möchte, kann dies im freien Modus tun. Den Weg zum Missionsbeginn könnt ihr mit einem Fahrzeug aus eurer Garage oder einem schicken, geklauten Flitzer vom Straßenrand zurücklegen. Unwichtige Fahrten können optional auch übersprungen werden. Zur Orientierung dient eine Minimap. Die Aufträge selbst sind durchweg abwechslungsreich und spannend gestaltet.

Das Gameplay wurde von Grund auf neu aufgesetzt. Die Handhabung und Steuerung von vor nahezu 20 Jahren würden heutzutage nicht mehr funktionieren. Das Team von Hangar 13 hat also dafür gesorgt, dass Tommy nun Schleichen und in Deckung gehen kann, um sich vor feindlichen Schüssen zu schützen. Zum Kämpfen steht euch eine kleine Auswahl an Schusswaffen, aber auch der Nahkampf zur Verfügung. Letzterer wird ganz einfach per Tastendruck fürs Angreifen und Ausweichen ausgeführt und nicht weiter ausgearbeitet. In einem Spiel wie Mafia empfand ich dies während des Spielens jedoch nicht als störend. Schade ist allerdings, dass Tommy auf einer Mission nur eine Pistole, eine größere Schusswaffe und Granaten / Molotow-Cocktails mitführen kann. Ein größeres Waffenrad hätte für mehr Abwechslung und natürlich auch Effektivität gesorgt.

Mafia: Definitive Edition im Test - Knockout Magazin

Bloß nicht zu schnell fahren

Was die Schwierigkeit von Mafia betrifft, ist es möglich den klassischen Spielmodus zu wählen, in dem jeder Schuss euer Ende bedeuten kann. Zudem ist das Steuern der Fahrzeuge wesentlich anspruchsvoller und die Polizei um einiges hartnäckiger. Im Gegensatz zu einem Grand Theft Auto müsst ihr euch in Lost Heaven übrigens an das Geschwindigkeitslimit halten. Per Knopfdruck könnt ihr die regulierte Geschwindigkeit festsetzen und lösen. Die beste Technik ist es die auf der Minimap verzeichneten Markierungen für Polizisten abzuwarten und sobald sie weiter entfernt sind, auf die Tube zu drücken als gäbe es kein Morgen mehr. Nur Vorsicht, die im Spiel enthaltenen Oldtimer erfordern etwas mehr Gefühl, als aktuelle Fahrzeuge.

Gelungenes Remake

Die Mafia: Definitive Edition schafft es den Zauber des Originaltitels beizubehalten und das Spiel zuzüglich in seinem Gesamtkonzept zu verbessern. Auch optisch muss das Remake sich nicht vor seinen Genrekollegen verstecken. Lost Heaven sieht mit all seinen liebevollen Details nicht nur grafisch wunderschön aus, sondern lässt euch als Spieler jeden Moment in dieser fiktiven Stadt genießen. Für ein altes Mafia-Film-Flair sorgt zudem der durch ein Update nachgereichte Noir-Modus. Mit diesem könnt ihr das Spiel komplett in schwarz-weiß spielen. Auf der von mir getesteten Version auf der PS4 Slim hatte ich ein paar Framerate-Einbrüche und kurze Ruckler feststellen können, diese haben dem Spielspaß jedoch nicht geschadet. Ungewohnt waren vielmehr die längeren Ladezeiten zwischen den Kapiteln.

Fazit

Die Mafia: Definitive Edition offenbart, wie toll ein Remake umgesetzt werden und einer Videospiel-Reihe so etwas wie einen zweiten Frühling bescheren kann. Die je nach Spielstil 10-15 Stunden umfassende Story vergeht im Vergleich zu anderen Open-World-Brechern mit unzähligen Nebenquests wie im Flug. Ich habe mich in Lost Heaven weder ablenken noch überfordern lassen und konnte der Story in meinem eigenen Rhythmus folgen. Im Gegensatz zum originalen Mafia, welches auf seinen Ursprungsplattformen zugegebenermaßen in die Jahre gekommen ist, überzeugt die Mafia: Definitive Edition auch technisch mit ganz kleinen Abstrichen. Wer das Spiel bisher also noch nicht kannte, oder als Fan noch einmal in diese filmreife Mafia-Geschichte eintauchen möchte, sollte den Titel in diesem Jahr keinesfalls verpassen.

Mafia: Definitive Edition ist erhältlich für PC, PS4 und Xbox One.

Mafia: Definitive Edition

8.5

Wertung

8.5/10
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