2. April 2020

One Piece: Pirate Warriors 4

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Mit dem ersten Release der Reihe im Jahre 2012 begleitet die Pirate Warriors-Reihe das One Piece Franchise bereits geraume Zeit und folgt dabei demselben Gameplay-Prinzip wie z.B. die Dynasty Warriors-Serie. Pirate Warriors 3 liegt bereits fünf Jahre zurück und es wurde höchste Zeit für eine Fortsetzung.

Wie für One Piece-Videospiele nicht unüblich, folgt auch die Story von Pirate Warriors 4 wieder der Geschichte aus der Manga- und Anime-Serie, die inzwischen bereits 975 Kapitel, bzw. 926 Episoden umfasst. Mit ein paar erklärenden Zwischensequenzen als Lückenfüller springen wir dabei aber mit sehr großen Schritten durch die jeweiligen Arcs (zusammenhängende Kapitel der Geschichte, meist mit dem Fokus auf einzelne Inseln). So starten wir direkt auf der Grand Line (dem größten Meer in der One Piece-Welt) mit der Wüsteninsel Alabasta, wo Protagonist Ruffy und seine Crew sich einer Geheimorganisation entgegenstellen, die die örtliche Regierung stürzen möchte. Weiter geht es dann auf der Schiffswerft-Insel Water7, auf der die Strohhüte sich ein neues Schiff zulegen, bevor sie auf Enies Lobby ihr neustes Crew-Mitglied Nico Robin aus den Fängen der Geheimpolizei CP9 retten müssen. Das nächste Ziel ist das Sabaody Archipel, das gewissermaßen nicht nur die Hälfte der Grand Line symbolisiert, sondern auch die Hälfte der gesamten Geschichte von One Piece, die sich noch über eine ganze Reihe von Jahren erstrecken wird. An der Seite von den berühmtesten anderen Piraten der „Schlimmsten Generation“ flüchtet Ruffy vor der Marine, der er dann kurz darauf bereits wieder gegenübersteht, während er versucht in der Schlacht um Marine Ford seinen Bruder Ace vor der Exekution zu retten. Der darauffolgende Sprung führt uns in die „Neue Welt“, die zweite Hälfte der Grand Line, wo es gilt den Inselstaat Dress Rosa von dem Tyrannen Don Quichotte de Flamingo zu befreien – der Punkt, an dem Pirate Warriors 3 damals endete. Neu dazugekommen sind somit gewissermaßen nur zwei Level: Whole Cake Island und Wa no Kuni, beides Stützpunkte von zweien der insgesamt vier Kaiser, ihres Zeichens nach die gefährlichsten und stärksten Piraten der Welt. Das am feudalen Japan angelehnte Wa no Kuni ist auch im Manga sowie Anime gerade aktuell, wodurch die dort stattfindende Geschichte eine Eigenkreation der Spieleproduzenten ist mit einigen großzügigen Anleihen der aktuellen Geschehnisse und der Intention, möglichst logisch so viele Charaktere wie möglich in den finalen Kampf zu involvieren.

Als riesiger Fan des gesamten Franchises und ebenfalls der Pirate Warriors-Reihe bin ich sehr dankbar, dass die Entwickler dieses Mal zumindest auf die wiederholten Nacherzählungen von Story-Arcs wie Skypia, Thriller Bark oder die Anfangsinseln im East Blue verzichtet haben, unterm Strich war es aber leider immer noch zu viel von dem ewig Gleichen. Als jemand, der sich ohnehin alles zu Gemüte führt auf dem One Piece draufsteht, ist es irgendwann ermüdend immer dasselbe vorgesetzt zu bekommen. Allein die Alabasta-Geschichte – so genial und spannend sie auch war – habe ich nun wahrscheinlich mindestens 10 Mal in verschiedenen Ausführungen erlebt und wenn ich mich nicht irre in ausnahmslos jedem der vier Teile dieser Videospielreihe. Zu allem Überfluss hat man sich auch nicht die Mühe gemacht, frischen Wind in diese Level zu bringen – schließlich gab es jede Menge „Bossgegner“ in der Serie, aber wieder einmal kriegen wir nur die Handvoll stärksten und wichtigsten serviert. Klar, das macht irgendwo sicherlich Sinn, ist für treue Fans aber nichts weiter als ein Recycling von alten Inhalten.

 

Neben dem damit abgedeckten Story-Modus gibt es noch einen Freien Modus, in dem man die Level mit beliebigen freigeschalteten Charakteren erneut spielen kann anstatt mit denen in der Story vorgegebenen. Am spannendsten ist so mit Abstand der Treasure Log, ein wie zufällig zusammengewürfelter, äußerst umfangreicher Modus, in dem man Level mit seinem Wunschcharakter abarbeiten kann, in denen einen so ziemlich jede Kombination von Gegnern erwarten kann.

Gameplay

Wie in jedem Warriors-Spiel egal welcher Reihe geht es auch hier um Dasselbe: Ordentlich in nicht enden wollende Gegnermassen reinzuholzen. Mit seinem gewählten Charakter bewegt man sich durch teilweise stark verwinkelte Level, die in Distrikte eingeteilt sind. Diese kann man einnehmen, indem man darin genug Gegner besiegt und dem daraufhin auftauchenden Anführer den Garaus macht. Meistens ist das aber nur unterhaltsames Beiwerk, um die Karte von überwiegend rot in blau zu färben – die eigentlichen Anforderungen eines Levels hängen meist mit etwas anderem zusammen. So muss man beispielsweise eine gewisse Anzahl von widerstandsfähigeren Generälen ausschalten oder sich gleich einem (Mini)Boss stellen. Neben den Hauptmissionen gibt es zumeist immer auch noch Nebenaufgaben, bei denen man potentiellen Gefährten zur Hand gehen kann, die sich einem daraufhin anschließen und das weitere Vorgehen erleichtern.

Die einzige Möglichkeit sich durch diese Level zu arbeiten ist das Kämpfen. Mit diversen freischaltbaren Kombos aus einem leichten und einem schweren Angriff, kann man ziemlich aufwändige Angriffsketten bilden, die hunderte Gegner auf einmal durch die Luft fliegen lässt – genau das, was in den Warriors-Spielen eben den meisten Spaß macht. Und ob man dabei zwei, drei, vier oder mehrmals die leichte Attacke ausführt, bevor man den Knopf für die schwere drückt kann da schon einen gewaltigen Unterschied machen. Gerade bei Gegnermaßen setze ich beispielweise immer besonders gerne auf großflächige Angriffe, während es bei härteren Gegnern eher Sinn macht besonders viele Schläge abzuliefern, um die Verteidigung zu durchbrechen und größeren Schaden zu verursachen. Unterstützt wird man dabei noch von Superangriffen, die man anders als bisher in den Pirate Warriors-Spielen, frei wählen und auf vier Slots aufteilen kann. Mit dem Angreifen und Besiegen von Gegnern lädt man diese immer wieder auf und kann sie in das Kampfgeschehen einfließen lassen. Jeder Charakter hat eine ganze Reihe unterschiedlicher Angriffe zur Verfügung und wie bei den normalen Kombos auch, muss man hier seine Favoriten finden und zur richtigen Zeit sinnvoll zu nutzen wissen. Freigeschaltet wird alles auf einem mehrstufigen, in Form von Inseln dargestellten Fähigkeitenbaum. Hier kann man zum einen im begrenzten Rahmen die Werte sämtlicher Charaktere erhöhen oder aber auf zwei weiteren Ebenen die einzelner Kämpfer. Mithilfe von Geld und im Spielgeschehen freigeschalteten Münzen kann man hier Lebenspunkte, Verteidigung und Angriff erhöhen, gleichermaßen aber auch neue Kombos oder Superangriffe freischalten, letztere verstärken oder auch passive Fähigkeiten erkaufen. Diese lassen sich für jeden Charakter individuell einstellen und haben eine Vielzahl von zusätzlichen Effekten, wie dem Verstärken von leichten oder schweren Angriffen, der Steigerung der Kampfkraft bei niedrigen Lebenspunkten, der zusätzlichen Chance auf mehr Geld beim Besiegen von Gegnern, etc.

Fazit

Pirate Warriors begleitet mich nun schon acht Jahre und die Reihe hat sich mit jedem Ableger weiterentwickelt und verbessert – zumindest bis jetzt. Bei Teil 4 bin ich mir in dieser Hinsicht noch überhaupt nicht sicher. Pirate Warriors 3 ist eines meiner liebsten PS4-Spiele und erst kürzlich habe ich es wieder eingelegt um die 100% zu erreichen, was mich problemlos eine dreistellige Stundenzahl gekostet hat. Ich habe so meine Zweifel, ob ich denselben Ehrgeiz auch für Teil 4 entwickeln würde, wenn die verfügbaren Trophäen / Achievements nicht ohnehin deutlich einfacher zu erreichen wären. Man hat so wenig geändert und doch einige Elemente entfernt, die ich echt geliebt habe. Wirkliche Kleinigkeiten, wie der kurze Freeze-Frame mit einem japanischen Schriftzeichen in der Mitte des Bildschirms, wenn man mit einem Angriff besonders viele Gegner auf einmal erwischt hat (selbst beim tausendsten Mal habe ich mich noch darüber gefreut und immer wieder darauf hingearbeitet). Auch die Superattacken haben ein wenig ihren Reiz verloren – während man zuvor noch mit Angriffen eine einzige Leiste auffüllen musste und je nach Fülle stärkere oder schwächere Superattacken ausführen konnte, so hat man nun zwar eine deutlich größere Auswahl an Angriffen, diese sind aber fast so oft verfügbar wie normale Angriffe und durch die vier Slots kann man unter idealen Umständen vier Superattacken ohne Mühe hintereinander abfeuern.

Zugegeben, One Piece: World Seeker hat gezeigt, dass das mit eigenen Ideen für neue Geschichten nicht so gut klappt, aber ich hätte mir wirklich was anderes gewünscht als wieder mal dieselbe Story durchzugehen. Von mir aus hätten sie auch die letzten beiden, bisher nicht verwendeten Level, deutlich ausweiten können, obgleich die (nun zerstörbaren) Umgebungen dann weniger abwechslungsreich geworden wären. So hat sich nicht nur die Geschichte erneut wiederholt, sondern auch die Charaktermodelle. Sicher gibt es neue Kämpfer und neue Kostüme, aber gerade bei den normalen Gegnern sieht man beinahe ausschließlich bekannte Gesichter – im Grunde genommen hat man hier wirklich nur recycelt mit Ausnahme von Whole Cake Island und Wa no Kuni. Inhalte, deren Umfang im Grunde genommen gerade mal an einen DLC erinnert.

Genau wie bei den Spielen zuvor macht es auch hier wieder Spaß in die gewaltigen Gegnermassen reinzuholzen, nahezu sämtliche relevante Charaktere der Serie selbst spielen zu können und dabei eine Auswahl von Attacken geboten zu bekommen, die kein One Piece-Kampfspiel auch nur ansatzweise erreichen kann. Auch der Umfang, gerade im lockeren Treasure Log-Modus ist überaus großzügig, aber verglichen mit Pirate Warriors 3 ist Teil 4 leider zum ersten Mal ein Rückschritt in der Reihe.

7.2

Wertung

7.2/10
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