12. April 2021

Outbuddies DX

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In Metroidvania-Manier auf den Spuren einer längst vergessenen Zivilisation.

Auf der Suche nach der Wiege des Lebens…

…macht sich der Abenteurer Nikolay Bernstein zum Südatlantik auf, wo er allerdings Schiffbruch erleidet und untergeht. Das verheerende Unglück bringt ihn ungeahnter Weise allerdings näher an sein Ziel als irgendjemand gedacht hätte. Tausende Meter unter dem Meer findet der Archäologe sich in Bahlam wieder, einer riesigen versunkenen Stadt der alten Götter. Eine übernatürliche Roboter-Einheit namens Buddy begleitet ihn durch das Labyrinth aus Gängen und Tunneln und hilft ihm Schritt für Schritt das Geheimnis einer verlorenen Zivilisation und der Wiege des Lebens aufzudecken. Doch Bahlam birgt auch viele Gefahren und Wesen, die über seine Ankunft überhaupt nicht erfreut sind…

Gameplay

Nintendo-Urgesteine Metroid und Castlevania bildeten schon vor geraumer Zeit das Kofferwort „Metroidvania“, das sich inzwischen als Subgenre des Action-Adventures etabliert hat. Grundelement all dieser Games ist eine weite, tief verzweigte Welt mit vielen versperrten Durchgängen, für deren Passieren man zunächst irgendwo im Labyrinth eine entsprechende Waffe, Ausrüstung oder Fähigkeit gefunden haben muss. Während man also zahllose Wege durchforstet, wird man auch dazu angehalten Backtracking zu betreiben, also zu bereits bekannten Orten zurückzukehren und dort Neues zu erleben. Gepflastert sind die Wege unter anderem mit einigen Sprungpassagen, mit gefluteten Tunneln, die es erfordern zu tauchen und natürlich mit jeder Menge Gegnern. Einige robben sich beinahe harmlos an Böden und Wänden entlang, einige feuern Energiebälle auf einen ab. Von den riesigen Kreaturen ganz zu schweigen, die im Inneren des Irrgartens lauern und deutlich mehr als ein paar Schüsse einstecken können.

In erster Linie durchforstet man als Nikolay also das Höhlensystem, entscheidet sich an Weggabelungen für die eine oder andere Richtung und verliert sich dann in der nahezu endlosen Aneinanderreihung von Kammern, Gängen und Tunneln, von denen ich nach vier Stunden nicht einmal 20% aufgedeckt hatte. Man entledigt sich der Feinde mit gefundenen Waffen und überquert Schluchten mit gezielten Sprüngen. Durch das Finden von versteckten Artefakten kann man auch den kleinen Roboter Buddy upgraden, der die herumfliegenden Monster zum Teil in Plattformen verwandeln kann, die einem wiederum neue Wege eröffnen. Überhaupt ist der Begleiter, der auch von einem zweiten Spieler gesteuert werden kann, sehr nützlich. So kann man ihn entweder vorausschicken, um die Lage auszukundschaften oder seine antike Kraft dafür nutzen riesige Felsblöcke zu bewegen und so erneut weitere Wege freizuschalten.

Grafik

Allen voran muss man natürlich anmerken, dass das 2D-Sidescrolling-Adventure die alleinige Entwicklungsarbeit des Deutschen Julian Laufer ist, der über 7.000 Stunden Teilzeitarbeit investiert hat, um seiner Leidenschaft zu frönen und seine Vision umzusetzen. Allein unter diesem Gesichtspunkt ist das Spiel absolut faszinierend.

Sieht man davon ab, muss man aber auch objektiv eingestehen, dass Outbuddies DX selbst unter Pixelspiel-Kollegen keine Preise gewinnen wird. Der Protagonist allen voran ist schon sehr grobkörnig aus und einige Bewegungsanimationen, z.B. beim Leitersteigen, hätten für meinen Geschmack durchaus etwas mehr Zuneigung gebrauchen können. Die düsteren Umgebungen sind zwar sehr atmosphärisch, größtenteils aber auch recht detailarm. Gerade in der Stadt des friedlichen Wozan-Volkes hätte etwas mehr Hintergrundleben gut getan. Die Kammern der großen Bosse zeigen hervorragend, dass das Potenzial für Detailarbeit durchaus da war. Die Bosse selber hingegen, trotz ihres interessanten Designs, hätten hier und da auch ein paar mehr stimmungsvolle Details wie Schattierungen gebrauchen können, um wirklich überzeugend zu wirken.

Fazit

Outbuddies DX ist ein wahrer Überraschungshit für mich, der auf den ersten und vielleicht nicht mal den zweiten Blick danach aussieht, trotz allem aber hervorragend abliefert. Das Gameplay funktioniert gut, auch wenn man stellenweise mit den großzügig belegten Tasten durcheinander kommt und vieles nicht unbedingt intuitiv von der Hand geht. Es macht Spaß mit Buddy nach versteckten Durchgängen zu suchen, sich den Kopf an jeder Weggabelung zu zermartern und beim wiederholten Blick auf die Karte zu sehen, dass man noch so viel zu erkunden hat. Auch die Bosskämpfe haben es in sich, sind knackig aber fair und motivierend.

Für die Arbeit eines einzigen Mannes hat das Spiel einen gewaltigen Umfang, eine tolle Stimmung und motiviert den Erkundungsgeist einfach ungemein. Selbst die eher nebensächliche Geschichte um die alte Zivilisation und die im Dunkeln schlummernden Mächte packt und macht neugierig auf den Ausgang.

Ein Musterbeispiel für ein Game, dem man bei der Entwicklung Zeit gelassen hat und das so geworden ist, wie es vom Entwickler vorgesehen war. Ein seltenes Phänomen heutzutage.

8.5

Wertung

8.5/10

Outbuddies DX ist erhältlich für PS4, Xbox One, Nintendo Switch und den PC.

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