7. August 2020

Skater XL im Test

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Bevor wir uns im September mit den Remastered-Versionen von Tony Hawk’s Pro Skater 1 & 2 wilde Highscorejagden und eine fette Nostalgiepackung liefern können, ist mit Skater XL nach einer Zeit im Early-Access ein eher „simulationslastiges“ Skateboard-Spiel für PC, PS4, Xbox One erschienen. Die Version für die Nintendo Switch folgt.

Arcade? Nein Danke!

Skater XL gibt euch nicht die Möglichkeit in unrealistische Höhen zu springen, eine gar nie endende Kombo oder kilometerlange Grinds hinzulegen, sondern legt seinen Fokus vielmehr auf einem der Realität nachempfundenen Gameplay, wie es zuvor bereits durch das Spiel Session umgesetzt worden ist. Obwohl an dieser Stelle erwähnt sein sollte, dass Session noch eine ganze Spur komplizierter daherkommt und aus diesem Grund wesentlich stärker in eine Special-Interest-Sparte rutscht, als es nun mit Skater XL der Fall ist.

Bereits zu Anfang werdet ihr nach einer kurzen Tutorial-Einführung feststellen, dass sich Skater XL anders steuern lässt und anfühlt, als ein THPS. Eure Analogsticks stellen die jeweiligen Füße des Skaters dar, welche euch für coole Tricks durchaus mehr abfordern werden, als ein paar kurze Klicks auf den Buttons eures Controllers. Gepusht wird wiederum sehr einfach per Tastendruck, außerdem könnt ihr euch noch für die Regular- oder Goofy-Stellung entscheiden und mit den Schultertasten die Richtung bestimmen. Wer bereits Erfahrungen mit einem echten Skateboard sammeln konnte und Skateboarding vielleicht sogar als Hobby betreibt, wird in dieses Spiel wesentlich schneller eintauchen können als jemand, der Tricks und Sprünge erst einmal im Menü nachlesen muss. Nach ein paar Stunden sollte aber auch ein Skateboard-Newbie seine ersten ansehnlichen Kombos gelandet sein, ohne sich großartig angestrengt zu haben.

Sind die Tutorial-Missionen abgeschlossen, könnt ihr in Skater XL acht verschiedene Levels mit eurem Skateboard frei erkunden und Spots für coole Tricks entdecken. Außerdem ist es an bestimmten Stellen möglich Marker zu setzen, damit ihr nach einem Fehlversuch oder Sturz wieder am zuvor ausgewählten Ort starten dürft. Eine Kampagne, das Zählen von Punkten und Highscores gibt es allerdings nicht. Belohnt werdet ihr vielmehr durch das Gefühl nach unzähligen Versuchen endlich einen kniffligen Trick zu landen und diesen vielleicht sogar in einer Kombo mit einem Manual und anschließendem Grind an einer Bordsteinkante zu beenden.

Abwechslungsreiche Levelauswahl

An Schauplätzen enthalten sind unter anderem die Innenstadt von San Francisco, Downtown Los Angeles, ein Highschool Campus oder auch „The Big Ramp“, welche Fans von Jackass, Nitro Circus und Co. sicherlich kennen werden. Die Maps der real existierenden Städte und Orte wurden möglichst authentisch umgesetzt, weshalb sich in Downtown zum Beispiel auch das Staples Center befindet. So sehr die Schauplätze mit seinen Rampen, Rails und vielen weiteren Skate-Spots überzeugen können, beinhalten sie abseits von eurem Skater und Board nur eine leblose Welt, die den Realismus-Grad ein ganzes Stück schmälert. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle, dass Skater XL zusätzlich von der Community erstellte Maps enthält. Während auf den Konsolen ein paar von Fans erstellte Schauplätze im Spiel vorhanden sind, könnt ihr euch auf dem PC deutlich mehr austoben und sogar beliebte THPS-Levels herunterladen, die durch Fans nachgebaut worden sind.

Dein Skater

An echten Skatern stehen euch Tiago Lemos, Brandon Westgate, Evan Smith und Tom Asta zur Verfügung, ihr könnt euch allerdings auch einen eigenen männlichen oder weiblichen Skater erstellen. Hierzu könnt ihr euch für eine Haut- und Haarfarbe sowie Frisur entscheiden. Während die Frisuren und Haarfarben bereits keine große Auswahl bieten, könnt ihr das Aussehen eures Gesichts und Körpers überhaupt nicht abändern. Mehr Freiraum lässt euch Skater XL wiederum mit der Auswahl eurer Kleidung. Es sind einige offiziell lizenzierte Pullis, Hosen, Schuhe und Caps im Spiel enthalten mit denen ihr zumindest den (Skate-)Kleidungsstil nach euren Vorstellungen umsetzen könnt. Gleiches gilt für Deck, Griptape, Achsen und Rollen.

 

Technik-Chaos auf der Konsole

Grafisch und technisch macht es derzeit noch einen erheblichen Unterschied, ob ihr Skater XL am PC oder auf der Konsole spielt. Während es am PC toll aussieht und mit einer flüssigen Bildrate daherkommt, kämpft das Spiel bei der von mir ebenfalls getesteten PS4-Version mit Rucklern, kleinen Freezes und matschigen Texturen. Die Animationen des Skaters sind wiederum in beiden Fassungen sehr realitätsnah umgesetzt. Besonders cool kommt auch der Replay-Editor daher, in dem ihr eure Sessions bearbeiten und abspeichern könnt, sodass diese schließlich wie ein echtes Skate-Video mit dem ihr euch normalerweise bei Sponsoren bewerben würdet, aussehen. Schade ist es an dieser Stelle, dass es keine Möglichkeit gibt, sich im Spiel selbst mit seiner Freundesliste zu vernetzen und Videos liken und kommentieren zu können. Hierfür bleibt euch also nur die Option, die fertigen Clips vom PC oder der Konsole aus auf euren Social-Media-Profilen zu teilen.

Fazit

Wer nach einem realitätsnahen Skateboard-Gefühl sucht und sich schon damals eher zum Lager Skate (EA), anstelle Tony Hawk’s Pro Skater (Activision) zählte, sollte Easy Day Studios‘ erstes Projekt definitiv gespielt haben. Anfänglich dauert es etwas, bis man sich mit dem Gameplay angefreundet hat, doch nach kurzer Zeit ist der Fortschritt in Form von coolen Tricks und Kombos bereits deutlich spürbar. Und wer sich noch an das Gefühl seines ersten Kickflips auf einem echten Skateboard erinnert, wird ähnliches auch bei komplizierteren Kombos in Skater XL empfinden. Inhaltlich könnte das Spiel noch eine ganze Spur besser aufgestellt sein, durch das toll umgesetzte Gameplay und den daraus resultierenden Wiederspielwert ist dies aber zu verschmerzen. Ein paar Maps und zusätzliche Optionen bei der Charaktererstellung wären als nachträgliches Update jedoch wünschenswert.

Info

Zum derzeitigen Zeitpunkt des Tests rate ich euch noch zum Kauf der PC-Version, da diese technisch wie auch optisch und in Anbetracht des Preises von etwa 40 € ein deutlich besseres Skaten ermöglicht. Sollte ein Update die Fehler der Konsolenversion ausbessern, werde ich es nachträglich in diesem Test vermerken.

Skater XL

7

Wertung (PC)

7.5/10

Wertung (PS4, Xbox One)

6.5/10
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