5. Januar 2019

Super Smash Bros. Ultimate im Test

By 0 121 Views

Nach großen Ankündigungstrailern und Vorabanalysen zu jedem noch so kleinsten Detail des Spiels ist das bei Fans lang ersehnte Super Smash Bros. Ultimate im vergangenen Dezember endlich exklusiv für die Switch erschienen. Da ich mich bereits zu N64-Zeiten virtuell mit meinen Freunden und liebsten Nintendo-Charakteren gekloppt habe bis der Controller in das Sofakissen flog, habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut den neuesten Ableger der Reihe testen zu dürfen. Warum sich der Kauf von Super Smash Bros. Ultimate für euch auf jeden Fall lohnt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Fly, Enemies, Fly!

Super Smash Bros. Ultimate hat mit seinen 74 spielbaren Charakteren (weitere sollen per DLC folgen), über 100 verschiedenen Stages, unzähligen Items und Hilfscharakteren und über 800 im Spiel enthaltenen Songs den Titel für das bisher größte Smash Bros. schon einmal verdient, aber ist es auch das beste und spaßigste Smash Bros. aller Zeiten?

Das Spielprinzip von Super Smash Bros. Ultimate bleibt sich selbstverständlich treu und somit unverändert. Im Gegensatz zu anderen Genrekollegen ist das Ziel des Spiels mit bis zu acht Charakteren auf dem Spielfeld seine(n) Gegner von der an den Seiten geöffneten Map zu katapultieren, anstatt ihn oder sie nur Sterne sehen oder um Gnade winseln zu lassen. So putzig und knuddelig die Charaktere überwiegend aussehen mögen, in Smash Bros. gibt es gehörig einen auf die Zwölf. Je höher der bisher hinzugefügte Schaden ausfällt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gegnerische Spielfigur den letzten Gnadenstoß und meterhohen Flug erhalten kann. Zusammen mit einer stärkeren Attacke oder sogar einem Spezialangriff stehen die Chancen noch einmal sehr viel besser, den schnellen Kampf als Sieger zu verlassen.

Für optimalen Spielspaß solltet ihr aufgrund der Größe jedoch lieber am TV spielen und zur Steuerung vielleicht sogar den guten, alten und für Super Smash Bros. Ultimate noch einmal neu veröffentlichen Gamecube-Controller nutzen, bevor eure JoyCons wutentbrannt durchs Zimmer fliegen. Wer wiederum noch seinen alten GC-Controller besitzt, kann diesen ebenfalls per Adapter anschließen oder direkt zum Pro Controller greifen.

Das beste Kämpfer-Roster aller Zeiten

Ihr startet Super Smash Bros. Ultimate zu Anfang mit acht verschiedenen Charakteren und spielt etwa alle 10 Spielminuten einen neuen Herausforderer frei. Diesen müsst ihr nun noch in einem kleinen Match besiegen und könnt ihn von nun an als spielbaren Kämpfer auswählen. Verliert ihr den Kampf, taucht der Kämpfer etwas später im Herausforderungsportal auf, in welchem ihr die Chance des Sieges erneut ergreifen könnt. Ob dieses Spielprinzip gut oder schlecht ist, liegt definitiv im Auge des Betrachters. Zwar dauert es tatsächlich ziemlich lange bis sich alle 74 Charaktere im Roster befinden, jedoch ist auf diese Weise die Motivation weiterzuspielen und sich auf neue Kämpfer zu freuen langfristig gegeben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Lieblingscharakter aus euren Topspielen in Super Smash Bros. Ultimate enthalten ist, ist vermutlich so groß wie nie zuvor. Seien es mit Mario, Luigi, Donkey Kong, Kirby und Co. die klassischen Nintendo-Fighter oder mit den Inklings aus Splatoon und Melinda aus Animal Crossing bisher unbekannte Gesichter im Smash-Universum – es sind aus fast jeder Serie mindestens 1-2 Charaktere am Start und beispielsweise mit Snake aus Metal Gear Solid und Ryu aus Street Fighter auch Kämpfer vertreten, die nicht ausschließlich in Spielen auf Nintendo-Konsolen zu finden sind. Zusammen mit all den verschiedenen Kampfstilen, Auswirkungen durch die Körpergröße, Serien-Items, unterschiedlichen Kostümen und Farben pro Charakter und vielen weiteren Details, darf das Wort „Nerdgasm“ an dieser Stelle durchaus erwähnt werden.

Super Smash Bros. Ultimate Knockout Charaktere

Wunderschöne und dynamische Arenen

Nicht nur die Charaktere, sondern auch die Arenen in Super Smash Bros. Ultimate lassen Videospiel- und Nintendo-Freunden das Wasser im Mund zusammenlaufen. Jede einzelne Stage ist auf ihre eigene Art und Weise toll detailliert, verspielt und mit so viel Liebe gebaut worden, dass der Fotomodus in diesem Spiel ein absolutes Geschenk ist, um sie sich in einer „ruhigen“ Minute genauer anzusehen. Einige Stages verändern im laufenden Kampf ihren Zustand, ihre Form, bewegen sich nach oben, unten, links oder rechts und zeigen sich auch grafisch und technisch erstmalig von ihrer absolut besten Seite. Untermalt wird dies zuzüglich durch den passenden Soundtrack der Stage – sei es die Musik aus The Legend of Zelda, Castlevania, Super Mario Bros. oder auch Metal Gear Solid inklusive altbekanntem Warn-Sound, es ist eine unheimlich große Menge an altbekannten und geremixten Titeln enthalten, die einfach nie langweilig werden.

Genügend Abwechslung durch einige Spielmodi

In Super Smash Bros. Ultimate habt ihr die Möglichkeit ein Standard-Smash mit bis zu 8 Kämpfern und verschiedenen Einstellungen zu spielen, in Dreier- oder Fünfer-Teams anzutreten, Turniere mit bis zu 32 abwechselnden Teilnehmern zu veranstalten und im Spezial-Smash nach euren perfekten Vorstellungen zu kämpfen. Sogar eine kleine eigene Kampagne für jeden Kämpfer, endlos viele Gegner im Multi-Smash, die Erstellung eigener Mii-Kämpfer verschiedener Klassen und natürlich auch die amiibo-Funktion, welche es auch im vorherigen Smash Bros. auf der Wii U gegeben hat, haben ihren Weg in das Spiel gefunden.

Komplett neu hinzugekommen ist der Geister-Modus, der in eine Kampagne und die Geistertafel unterteilt ist. Die Kampagne führt euch über unterschiedliche Pfade zu Kämpfen gegen teils ziemlich starke Gegner, durch die ihr neue Kämpfer, Fähigkeiten und Geister sammeln könnt. Die Geistertafel dient wiederum ausschließlich zum Sammeln der Geister. Insgesamt werden zehn Kämpfe durch Zufall ausgewählt und durch das Gewinnen eines Kampfes ein neuer Geist freigespielt.

Super Smash Bros. Ultimate Link & Fox Knockout

Enttäuschender Online-Modus

Super Smash Bros. Ultimate bietet sich wunderbar dazu an auch online ein paar Matches gegen Freunde oder unbekannte Spieler auf der Welt zu spielen und immer besser zu werden. Wäre da nur nicht das lang andauernde und nicht optimal umgesetzte Matchmaking und die wirklich furchtbar ruckeligen Kämpfe. Auch etwa vier Wochen nach Release des Spiels ist der Online-Modus weiterhin nahezu unspielbar und eine große Enttäuschung für Smash-Fans. Noch viel länger darf die Lösung für das Problem nicht auf sich warten lassen.

Fazit

Eines steht nun definitiv fest, Nintendo hat mit Super Smash Bros. Ultimate das bisher beste Smash Bros. aller Zeiten veröffentlicht. Noch nie hatte ein Teil der Reihe so viele Inhalte in Form von Spielmodi, Kämpfern und Stages. Auch nach stundenlangem Spielen kann man immer wieder neue versteckte Details im Spiel entdecken und allein oder mit Freunden unzählige spaßige Spielstunden erleben. Durch sein durchaus komplexes Kampfsystem und die verschiedenen Fähigkeiten seiner Kämpfer wird Smash Bros. in meinen Augen zu Unrecht als kleiner Partyprügler für Kids und Junggebliebene abgestempelt. Solltet ihr eine Switch besitzen, ist eure erste Aufgabe für 2019 wohl in Super Smash Bros. Ultimate einzutauchen und zu prügeln, was das Zeug hält. Etwas Punktabzug gibt es jedoch für den miserablen Online-Modus, den Nintendo lieber zu einem späteren Zeitpunkt und ohne die große Ruckelparade veröffentlicht hätte.

Super Smash Bros. Ultimate

8.7

Wertung

8.7/10
  Review
Next Post

Degrees of Separation

22. Januar 2019 0
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme zu.