29. Juni 2019

Toki im Test

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Dank meinem 93er-Baujahr bin ich mit einigen Videospiel-Klassikern aufgewachsen, während ich einen Großteil vorheriger Spiele nachholen konnte. Der in den späten 80ern und Anfang der 90er veröffentlichte Arcade-Plattformer Toki ist dabei jedoch komplett an mir vorbeigegangen. Bis zu meinem Test des Remakes wusste ich tatsächlich nicht einmal, dass dieses Spiel existiert. Ob es ein schlechtes Zeichen ist, dass mir der Titel vorab nicht bekannt war und wie das Remake umgesetzt ist, erfahrt ihr in meinem Test.

Toki Remake

Toki hat  Biss!

Toki ist ein Plattformer der alten Schule. Ihr hüpft und schießt euch mit Toki und seinen Energiekugeln sowie kurzer Spezialbefeuerung durch insgesamt sechs Levels, die ganz klassisch Zwischenbosse und Endbosse, sowie durchgängige Gegnerformen enthalten. Fehler werden sofort und erbarmungslos bestraft, da ihr nach einem einzigen Treffer sterbt und ein Leben verliert. Einzig und allein mit einem Football-Helm, den ihr in den Levels finden könnt, bekommt ihr noch eine weitere Chance. Die Rücksetzpunkte sind, solang ihr noch ein paar Leben übrig habt fair gesetzt, weshalb die Motivation anfänglich durchaus bestehen bleibt. Schlussendlich bleibt es euch im Großteil jedoch nur übrig, die Levelstruktur und Verhaltensweise der Gegner auswendig zu lernen und spätestens beim Bosskampf nicht zu scheitern. Die Bosse stecken nämlich ganz schön was ein, während ihr förmlich nach einem kleinen Stupser durch ein Wattestäbchen sterbt. Ich würde an dieser Stelle ganz frech behaupten, dass bei Toki nicht nur eure spielerischen Fähigkeiten zählen, sondern auch sehr viel Glück, auch wenn die Steuerung überraschenderweise sehr präzise ist und wirklich toll umgesetzt wurde.

Toki Dschungel

Neuauflage mit überraschend tollem Look und Soundtrack

Obwohl wohl kaum jemand nächtlich von einem Toki-Remake geträumt hat, kommt dieses mit einem wunderschön überarbeiteten Grafikstil und Soundtrack daher. Die Animationen sind putzig in das Spiel integriert und so wirkt der kleine Plattformer im Vergleich zum Original sehr lebendig. Wer lieber einen Retro-Look möchte, kann das Spiel zwar nicht wie bei anderen Remakes im Original spielen und zwischen alter und neuer Grafik wechseln, aber zumindest verschiedene Retro-Filter über das Spielgeschehen legen – ohne gefällt Toki mir persönlich aber um Längen besser. Weiterhin wären alte Screenshots des Spiels oder Konzeptgrafiken wünschenswert gewesen.

Toki Mammut Boss

Ein Arcade-Automat für Sammler

Fans von physischen Spielen, die liebevoll im Spieleregal platziert werden können, dürfen Toki auch in einer Collector’s Edition (Nintendo Switch) erwerben. Diese beinhaltet neben dem Spiel einen Comic, Kunstdrucke, Sticker und einen kleinen Mini-Arcadeautomaten aus Holz, in den sogar die Nintendo Switch hineingeschoben werden kann. Darüber hinaus sind für die Nintendo Switch, Xbox One und PS4 auch Standard-Versionen verfügbar.

Toki Collectors Edition

Fazit

Mir fällt es schwer an dieser Stelle eine Empfehlung auszusprechen. Vor allem Neulinge werden das anhaltende Interesse an Toki sehr schnell verlieren. Auch wenn die grafische Umsetzung und der Soundtrack sehr gelungen sind, ist das Spielprinzip für die heutige Zeit zu einfallslos und die Formel für das erfolgreiche Bestehen im Spiel ausschließlich das Auswendiglernen von Stages und Gegnern. Für einen Preis von ca. 20 – 35 € sind die sechs kurzen Levels zudem eine ganze Spur zu wenig, da abseits hiervon weder Konzeptgrafiken oder Hintergrundinfos zu Toki vorhanden sind. Abschließend sei gesagt, dass das Toki-Remake überwiegend nur Fans des Originals in seinen Bann ziehen wird. Alle anderen sollten lieber auf ein Angebot warten oder aber direkt zu Genre-Kollegen, wie der Contra Anniversary Collection greifen.

Toki

6.5

Wertung

6.5/10
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